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500 Jobs in 24 Stunden: Handelsverband-Initiative „Händler helfen Händlern“ erfolgreich gestartet

17.03.2020

Einen ersten Erfolg kann die gemeinsame Job-Plattform von Wirtschaftsministerin Schramböck und Handelsverband verzeichnen.

In Zeiten der Corona-Krise sind positive Nachrichten zur Seltenheit geworden. Grund zur Hoffnung gibt allerdings „Händler helfen Händlern“. Die von Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, Handelsverband-Vizepräsident Frank Hensel und Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will gemeinsam initiierte Job-Initiative entwickelt sich zum Erfolgsmodell.

Das Ziel, die Beschäftigung möglichst vieler Menschen aus dem Nicht-Lebensmittelhandel zu sichern, indem diese bis zum Ende der Corona-Krise im Lebensmittelhandel mitarbeiten können, kann tatsächlich erreicht werden. Innerhalb von nur 24 Stunden nach dem Start der Plattform wurden seitens des Non-Food Handels bereits rund 500 Jobs zur temporären Arbeitskräfteüberlassung angeboten – selbstverständlich im Einvernehmen mit den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Damit kann bereits ein Achtel aller zurzeit im Lebensmitteleinzelhandel benötigten Stellen abgedeckt werden.

„Wir erleben gerade die größte Welle der Solidarität im österreichischen Handel, die es jemals gegeben hat. Das gibt Kraft und stimmt uns zuversichtlich für die großen Aufgaben, die noch bevorstehen. Ein großes Dankeschön an alle Beschäftigten im Handel. Sie sind die wahren Helden in diesen Tagen und stellen die Nahversorgung der gesamten österreichischen Bevölkerung sicher. Das ist ein unverzichtbarer Dienst an der Republik Österreich“, sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Die ersten 400 Mitarbeiter kommen aus dem Möbelhandel

Der ersten Händler, der die Matchmaking-Plattform unterstützt, kommt mit kika/leiner aus dem Möbelhandel. Rund 400 Arbeitnehmer des Möbelhändlers werden in den nächsten Wochen im Lebensmittelhandel tätig sein. Ein besonders schönes Signal von kika/leiner ist, dass auch 24 Führungskräfte mit gutem Beispiel vorangehen möchten.

„Selbstverständlich ist es uns bei kika/leiner ein großes Anliegen, auch in diesen schwierigen Zeiten keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kündigen zu müssen. Daher kommt die Initiative ‚Händler helfen Händlern‘ des Handelsverbandes gerade richtig. Wir wollen damit nicht nur unseren Beschäftigten eine Perspektive bieten, sondern auch unseren Beitrag zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich leisten“, so kika/leiner CEO Reinhold Gütebier.

Neben dem Möbelhandel haben aber auch schon Vertreter vieler weiterer Handelsbranchen angekündigt, die Plattform zu unterstützen.

„Wir laden alle Händler ein, die aktuell von Schließungen betroffen sind und Arbeitskräfte freisetzen müssen, vor diesem Schritt den Weg der temporären Arbeitskräfteüberlassung hin zum Lebensmittelhandel zu prüfen“, erklärt Handelsverband-Vizepräsident Frank Hensel. 

„Dank gilt auch Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, Arbeitsministerin Christine Aschbacher sowie allen treibenden Kräften im Wirtschafts- und Arbeitsministerium, die unermüdlich eine möglichst unbürokratische Rechtsgrundlage erarbeiten, welche der aktuellen Ausnahmephase gerecht wird“, so Stephan Mayer-Heinisch, Präsident des Handelsverbandes. Ein großes Dankeschön richtet der Handelsverband auch an die heimischen Jobvermittler und an alle positiven Kräfte, die die Initiative unterstützen. 

Interessierte Händler, die ebenfalls mit einem Teil oder mit der gesamte Belegschaft temporär den Lebensmittelhandel unterstützen möchten, können dies im Einvernehmen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Job-Plattform des Handelsverbandes unter www.handelsverband.at/jobs-im-handel bzw. direkt per Mail an Isabel Lamotte (isabel.lamotte@handelsverband.at) tun.

Original erschienen am 17.03.2020: Elektrojournal.
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