Direkt zum Inhalt

Zwei Drittel der Firmen stark von Covid-19 betroffen

21.04.2020

Laut KSV1870 hat sich die Geschäftslage der Unternehmen in kürzester Zeit massiv verschlechtert. In jedem zweiten Betrieb reichen liquide Mittel für maximal drei Monate oder deutlich kürzer, wie eine Blitzumfrage zeigt. 

In einer Blitzumfrage geben 68 % der Unternehmen an, dass sich die Corona-Krise sehr stark oder stark auf ihr Geschäft ausgewirkt hat, 27 % davon beklagen sogar einen massiven Einschnitt. Lediglich knapp 3 % der Betriebe sind dagegen überhaupt nicht von der momentanen Situation betroffen. Im Vergleich zu einer vom KSV1870 vor der Krise durchgeführten Umfrage, als noch knapp zwei Drittel der Befragten ihre Geschäftslage positiv bewertet haben, hat sich dieser Wert mittlerweile auf 31 % halbiert. Infolge dessen können auch nur mehr knapp 13 % der ursprünglich für 2020 geplanten Investitionen in vollem Umfang umgesetzt werden. Es verwundert daher nicht, dass bis jetzt 61 % der befragten Unternehmen um finanzielle Hilfe aus dem Rettungsschirm angesucht haben bzw. planen, das noch zu machen. 

Ein Monat nach dem vorübergehenden „Shutdown“ durch die Bundesregierung zeigt der Austrian Business QuickCheck des KSV1870 also eine dramatische Verschlechterung der finanziellen Stabilität innerhalb der heimischen Wirtschaft. „Die vergangenen Wochen haben massive Auswirkungen auf die Betriebe. Gerade deshalb müssen die Unternehmen spätestens jetzt anfangen, visionäre Strategien zu entwickeln und umzusetzen, um das wirtschaftliche Überleben langfristig zu sichern. Für Führungskräfte heißt das, ab auf die Kommandobrücke und die Krise auch als Chance wahrnehmen“, erklärt
Mag. Ricardo-José Vybiral, MBA, CEO der KSV1870 Holding AG.

Unternehmen stoßen mit liquiden Mitteln an ihre Grenzen
Die anhaltend angespannte Situation aufgrund von Covid-19 hat naturgemäß auch massive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Stabilität der heimischen Betriebe. So geben 30 % der Befragten an, dass die liquiden Mittel nach derzeitigem Stand nur noch für maximal 3 Monate ausreichen. Bei 14 % der Unternehmen ist diese Zeitspanne sogar noch wesentlich kürzer – nach aktuellem Stand scheinen hier die finanziellen Rücklagen in maximal 4 Wochen aufgebraucht zu sein. In etwas mehr als 5 % der Fälle sind es sogar nur mehr maximal zwei Wochen. Besonders gravierend stellt sich die Situation bei 4 % der österreichischen Betriebe dar, wo sämtliche finanziellen Mittel bereits aufgebraucht sind. Gerade einmal 14 % der heimischen Unternehmen erwarten laut Austrian Business QuickCheck-Ergebnissen aus heutiger Sicht langfristig keine Probleme.

Einbruch bei geplanten Investitionen

Während zu Beginn des Jahres noch rund jedes zweite Unternehmen geplant hatte, Investitionen in einer ähnlichen Dimension wie 2019 durchzuführen und ein knappes Viertel sogar noch mehr investieren wollte, hat sich die Situation aufgrund von Covid-19 zuletzt massiv verändert. Lediglich knapp 13 % der Firmen werden die geplanten Investitionen in vollem Umfang weiterhin tätigen, 22 % müssen teils deutlich reduzieren, wollen aber zumindest einzelne Investitionen wie geplant durchführen. Ein weiteres Fünftel der Betriebe (21 %) muss dieses Jahr laut eigenen Angaben auf Investitionen gänzlich verzichten, während die finale Entscheidung darüber bei rund 29 % noch aussteht. Unabhängig der jeweiligen Investitionshöhe planen Unternehmen, allfällige Investitionen in erster Linie aus dem bestehenden Eigenkapital heraus zu realisieren.

Rettungsschirm als letzter finanzieller Anker

Das milliardenschwere Maßnahmenpaket der Bundesregierung zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft ist für viele Unternehmen rasch zur vermeintlich letzten Chance mutiert. Laut den Umfrage-Ergebnissen haben derzeit 9 % der Befragten finanzielle Hilfe aus dem Rettungsschirm erhalten, während 24 % zwar bereits angesucht haben, aber noch auf die notwendige Finanzspritze warten. Weitere 28 % der Befragten werden wohl noch um finanzielle Hilfe ansuchen. Demgegenüber steht rund ein Drittel Unternehmen (34 %), das aus heutiger Sicht eine derartige Unterstützung nicht in Anspruch nehmen wird. „Das Maßnahmenpaket ist eine gute Basis, damit die Unternehmen kurzfristig über die Runden kommen. Sich als Unternehmer jedoch einzig und allein darauf zu verlassen, wäre der völlig falsche Ansatz. Für eine Krisenlethargie ist jetzt definitiv kein Platz“, so Vybiral.

Größte Sorge: Wie geht es weiter?

Die Frage nach den größten Sorgen bzw. Gefahren beantworteten die Unternehmen vor allem mit der Ungewissheit, wie es nach der Corona-Krise weitergehen soll (47 %). „Am Ende des Tages wird der Wirtschaftsstandort Österreich auch daran gemessen, wie rasch er sich von der Krise erholt hat“, erklärt Vybiral. Darüber hinaus bereitet das Thema der Kurzarbeit (40 %) den Betrieben großes Kopfzerbrechen. Ebenso die Sorge, dass Geschäftspartner ihren Zahlungen nicht mehr nachkommen können (32 %) und dadurch auch die eigene Liquidität ins Wanken gerät. Erste Veränderung im derzeitigen Zahlungsverhalten der Kunden nehmen 46 % der Befragten wahr – dabei handelt es sich am häufigsten um die verspätete Zahlung von Rechnungen und um Geschäftspartner, die offene Forderungen zumindest teilweise nicht begleichen.

Werbung

Weiterführende Themen

Gastronomie
06.05.2020

Die Digitalisierung kann bei Problemen im Umgang mit dem Corona-Virus helfen. Zum Beispiel mit einer digitalen Speisekarte.

"Krisen sind ohnehin Beschleuniger von bereits vorhandenen Trends und die Digitalisierung ist mit Sicherheit so ein Trend", sagt Digitalisierungsexperte Markus Heingärtner.
Aktuelles
06.05.2020

Österreichische KMU haben noch viel Aufholbedarf, wenn es darum geht, neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln, sagt Markus Heingärtner. Die aktuelle Corona-Krise biete hier zwar Potenzial, ...

"Krisen sind ohnehin Beschleuniger von bereits vorhandenen Trends und die Digitalisierung ist mit Sicherheit so ein Trend", sagt Digitalisierungsexperte Markus Heingärtner.
Aktuelles
06.05.2020

Österreichische KMU haben noch viel Aufholbedarf, wenn es darum geht, neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln, sagt Markus Heingärtner. Die aktuelle Corona-Krise biete hier zwar Potenzial, ...

"Wachstum ist der beste Beitrag zur Budgetkonsolidierung", meint Bundesministerin Schramböck.
Interviews
04.05.2020

Export, Digitalisierung, Produktion: Bundesministerin Margarete Schramböck erklärt, mit welchen Maßnahmen sie jetzt Österreichs Wirtschaft stärken will und welche Abhängigkeiten überwunden werden ...

Hotellerie
24.04.2020

Joachim Leiter, Executive, Head of Sales & Corporate Communication vom Online-Marketing-Spezialisten Additive+ über konkrete Strategien und Handlungsempfehlungen, um der buchungsschwachen Zeit ...

Werbung