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Zu wenig Weiterbildung für ältere Arbeitnehmer

16.05.2012

Jedes vierte Unternehmen will heuer mehr in Weiterbildung investieren als in der Vergangenheit. Zu viele Firmen vernachlässigen dabei allerdings ältere Arbeitskräfte, die zu Unrecht als bildungsträge gelten, wie eine Studie zeigt.

Am 12. Juni 2012 findet zum vierten Mal der „Tag der Weiterbildung" statt, der von der Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung (PbEB) veranstaltet wird.

Rund um diesen Aktionstag werden in ganz Österreich diverse Veranstaltungen zum Thema Erwachsenenbildung angeboten. Aus diesem Anlass ist von der PbEB die Studie „Weiterbildung 2012" in Auftrag gegeben worden, die MAKAM market research durchgeführt hat. Für die Studie wurden im April 2012 repräsentativ 500 heimische Firmen befragt.

 

Persönlichkeitsentwicklung steht an erster Stelle

Die österreichischen Unternehmen geben heuer mehr Budget für Weiterbildung aus: 23 Prozent der Unternehmen planen mehr Geld ein (2011: 26 Prozent). Dem gegenüber müssen neun Prozent der Unternehmen ihre Ausgaben für Weiterbildung heuer reduzieren (2011: 4 Prozent). Spitzenreiter bei den Weiterbildungs-Themen ist die Persönlichkeitsentwicklung, gefolgt von Technik und Produktion sowie Verkaufstraining und Marketing. „Die Bedeutung von Gesundheitsthemen und Arbeitnehmerschutz nimmt zu", erklärt Hannes Klett, Sprecher der Plattform.

 

Zu wenig Weiterbildung für Ältere

Ältere Beschäftigte haben als interne Zielgruppe einen eher geringen Stellenwert in den Unternehmen. So gibt es in 33 Prozent der Betriebe Weiterbildungsschwerpunkte für Lehrlinge, aber nur 17 Prozent bieten Weiterbildung gezielt für Ältere an. „Mehr Weiterbildungsangebote bieten die Firmen für Führungskräfte, Facharbeiter, Lehrlinge, Berufseinsteiger, Frauen und Wiedereinsteiger. Zu den speziellen Maßnahmen für ältere Arbeitnehmer zählen etwa Teambuilding, die gezielte Auffrischung von Kompetenzen oder allgemeine Weiterbildung", so Hannes Klett.

 

Ein Fünftel der heimischen Unternehmen schult und sensibilisiert die Führungskräfte im Umgang mit älteren Arbeitnehmern. Dass diese sich nicht gerne weiterbilden, ist aus Sicht vieler befragter Unternehmen ein Mythos: 55 Prozent geben an, dass die älteren Beschäftigten eine hohe Bereitschaft haben, Neues zu lernen. Die Personalchefs und Geschäftsführer sehen Weiterbildung als Chance für den Arbeitsmarkt: 58 Prozent der Unternehmen meinen, dass mehr oder andere Weiterbildungsangebote die Beschäftigungsquote von älteren Menschen erhöhen würden. 46 Prozent der Unternehmen würden auch tatsächlich mehr Weiterbildung für Ältere anbieten - sofern es dafür mehr Fördermittel gäbe.

 

www.tag-der-weiterbildung.at

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
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