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Zeichen und Wunder

11.11.2015

Urlaub, endlich! Und nach einem herrlichen Tag am Strand kommt es, wie es kommen muss: An den Tisch im Lokal gleich daneben setzen sich Österreicher. Österreicher wohlgemerkt, die den Namen jedes einzelnen Gerichts falsch aussprechen, definitiv zu laut sind und zum Dinner Adiletten und Badehosen tragen. Es ist total peinlich!

Man bestellt also möglichst leise in Landessprache, gibt extra Trinkgeld und hofft, dass man nicht ebenfalls als Österreicher identifiziert wird. Ein Phänomen, das beim Wirten ums Eck eigentlich nie auftritt. Doch warum reagiert mancher gerade im Ausland so sensibel auf die eigenen Landsleute? Vielleicht, weil man fern der Heimat ein besonders gutes Bild seines Herkunftslandes vermitteln will. Denn was weiß man schon woanders über uns? Umweht uns denn auch nach drei Grappa wirklich hinreichend die Aura von Mozart, Schnitzler und Freud?

Tatsächlich wird Österreich im Ausland irgendwo zwischen Sissi, Red Bull, „Sound of Music“ und Australien verortet. Es könnte schlimmer sein. Und wer jetzt meint, man müsse doch mehr über eine Kulturnation wie die unsere wissen, der zähle bitte ganz spontan fünf Fakten über Argentinien auf. Nur so als Beispiel. Wenn man uns also wirklich, abgesehen von zwei Weltkriegen, mit Kultur, Genuss und tollen Bergen in Verbindung bringt, gibt es wenig zu meckern.
Natürlich. Uns alle zipfen Bürokratie, Steuern, Politik, Zwangsmitgliedschaften, die Rechten, die Linken, Korruption, Bankenskandale, die Mariahilfer Straße, Staatskünstler und Besserwisser ohne Ende an. Aber Ähnliches gibt es woanders mit Sicherheit auch. Deswegen: nicht so viel raunzen und positiv denken! Schließlich ist unsere Fußball-Nationalmannschaft jetzt auf Platz zehn der
Weltrangliste gelandet. Und wenn das kein Zeichen dafür ist, dass es mit Österreich nur bergauf gehen kann, weiß ich es auch nicht.

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
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