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„70 Prozent der Unternehmen sehen in der Digitalisierung eine Chance", sagt Stefan Dörfler, CEO der Erste Bank Oesterreich.

Worin Österreichs KMU 2019 investieren wollen

27.03.2019

Die Erste Bank hat gemeinsam mit dem  Meinungsforschungsinstitut IMAS eine KMU-Umfrage gemacht und nach Investitionsvorhaben, Stimmung und Entwicklungen wie dem Brexit gefragt. 

Durch die heimischen KMU funktioniert die österreichische Wirtschaft unverändert gut. Laut des Mittelstandsberichts 2018 des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort gehören rund 328.900 Unternehmen den kleinen und mittleren Betrieben an. Das sind beachtliche 99,6 Prozent aller Unternehmen, die Arbeitsplätze für zwei Millionen Beschäftigte bieten, von den insgesamt 3,74 Millionen Beschäftigten in Österreich. Österreichische KMU erzielen darüber hinaus mehr als 60 Prozent der Erlöse sowie der Wertschöpfung der heimischen Wirtschaft. 65 Prozent aller Lehrlinge in Österreich sind in KMU beschäftigt und insgesamt erwirtschaften sie einen Umsatz von 455 Milliarden Euro. Stefan Dörfler, CEO der Erste Bank Oesterreich: „Diese Zahlen zeigen sehr beeindruckend, dass die klein- und mittelständischen Unternehmen in Österreich ein ganz zentraler Motor unseres
Landes sind.“

Optimismus ist groß

Erstaunlich ist, dass sich der Optimismus trotz Brexit, Handelskonflikten und US-Sonderzöllen hält. Laut einer aktuellen Umfrage der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG mit dem Marktforschungsinstitut IMAS, bei der 500 Interviews mit KMU in ganz Österreich durchgeführt wurden, blicken beachtliche 91 Prozent der KMU dem Jahr 2019 optimistisch entgegen und erwarten eine positive Geschäftsentwicklung. „Es gehen zwar 71 Prozent der befragten Unternehmer davon aus, dass die globalen Verwerfungen Auswirkungen auf ihren Betrieb haben werden. Aber nur 16 Prozent der KMU befürchten starke Auswirkungen auf ihren Betrieb“, so Dörfler. Um für ein zunehmend herausforderndes Umfeld gerüstet zu sein und einem möglichen Wirtschaftsabschwung entgegen zu wirken, ist auch die Politik gefordert. Für rund drei Viertel der befragten Unternehmen (74 %) erscheint eine Reduktion der Lohnnebenkosten in Österreich besonders sinnvoll. Mehr als die Hälfte fordern Steuererleichterungen (58 %) und eine Verminderung der bestehenden Regulierungen (54 %). Forschungsförderungen werden von 52 Prozent der KMU als besonders sinnvoll erachtet.

Digitalisierung schreitet voran

Digitalisierung ist für 70 Prozent der KMU ein wichtiges Thema. Für 89 Prozent der Befragten hat die Digitalisierung spürbare Auswirkungen. „70 Prozent der Unternehmen sehen in der Digitalisierung eine Chance. Nachdem es 2017 bei gleicher Fragestellung noch 85 Prozent waren, wird die weitere Entwicklung hier genau zu beachten sein“, so Stefan Dörfler, CEO der Erste Bank Oesterreich. Die heimischen Unternehmen haben auch in Punkto Digitalisierung ein gesundes Selbstbewusstsein. Die überwältigende Mehrheit (83 %) der befragten Unternehmen
sehen sich selbst für die Digitalisierung ausreichend gerüstet und 22 Prozent gehen sogar davon aus, dass sie sehr gut vorbereitet sind.

Forschung und Entwicklung 

Auch das Thema Forschung und Entwicklung kommt bei den heimischen KMU nicht zu kurz. Für 55 Prozent ist das Thema wichtig. Dabei betreibt etwa die Hälfte der befragten Firmen nach eigener Einschätzung gleich viel F&E wie die Konkurrenten. Als größter Hemmschuh für F&E in Österreich werden von 35 Prozent der KMU die Finanzierung und der Kostenaufwand gesehen. Dörfler: „65 Prozent investieren kräftig und das zeigen auch unsere Zahlen. 2018 verzeichnete die Sparkassengruppe einen insgesamten Volumenszuwachs bei Finanzierungen von 5,3 Prozent auf 70,7 Milliarden Euro. Bei der Erste Bank alleine wuchs das Kreditvolumen im Unternehmensbereich in den letzten drei Jahren im Schnitt zwischen sechs und acht Prozent. Das Geld ist da und wir wollen
Wirtschaftswachstum finanzieren!“

Digitales Banking am Vormarsch

Laut Umfrage ist für 63 Prozent der KMU digitales Banking in den letzten fünf Jahren zu einem zentralen Faktor geworden. Dörfler: „Mit den steigenden Nutzerzahlen sind auch die Anforderungen und Ansprüche der Geschäftskunden an die Bankingplattformen gestiegen.“ Von den 500 befragten heimischen Unternehmen wünschen sich 74 Prozent die Möglichkeit, individuelle Berechtigungen einzurichten. 68 Prozent fänden die Möglichkeit gut, Bonitätsauskünfte direkt auf der Bankingplattform einzuholen. 57 Prozent wollen eine Anzeige von möglichen
Finanzierungsprodukten haben.

Telebanking Pro am Kundenwunsch ausgerichtet

Erste-Bank-CEO Dörfler: „Telebanking Pro, das neue Internetbanking für Geschäftskunden der Erste Bank, bietet all das und noch viel mehr. Dies ist kein Zufall, denn wir haben auch dieses Produkt, so wie George, gemeinsam mit unseren Kunden entwickelt und deren Wünsche intensiv einfließen lassen.“ Ortsunabhängigkeit und Individualisierbarkeit der Oberfläche sind bei Telebanking Pro selbstverständlich. Darüber hinaus haben Unternehmenskunden nun alle Möglichkeiten in Bezug auf individuelle Berechtigungsvergaben. „Zudem sind einzelne Finanzierungsformen
bereits eingebunden und in diesem Jahr kommen Haftungskonten und Betriebsmittelkreditrahmen hinzu“, so Dörfler. Schnittstellen sorgen auch für eine entsprechende Einbindung von Steuerberatern und Buchhaltern. Neu ist, dass mit Telebanking Pro nun auch der Grundstein für ein digitales Ökosystem gelegt wurde. Dörfler: „Durch die Einbindung von KSV1870 und kompany können ab sofort bei Telebanking Pro Bonitätsauskünfte eingeholt werden. Mit netlivery werden eCommerce-Modelle direkt ins Banking integriert.“ Das sind erst die
ersten Schritte, schon bald folgen weitere Servicepartner. Dörfler: „Telebanking Pro setzt im Businessbanking in Österreich neue Maßstäbe. In den nächsten Jahren möchten wir uns auch in diesem Bereich zu einem breit aufgestellten Servicepartner für unsere Kunden weiterentwickeln.“

Original erschienen am 27.03.2019: Die Wirtschaft.
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