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Women in Work Index: Österreich fällt weiter zurück

11.03.2019

Eine aktuelle Studie verdeutlicht, wie positiv sich Geschlechtergleichstellung auswirken würde - auf das weltweite BIP. Doch es geht nur langsam voran.

 

Die Verbesserung der Erwerbsbeteiligung von Frauen in der gesamten OECD könnte das weltweite BIP insgesamt um sechs Billionen US-Dollar steigern. Das ergibt ein aktueller Bericht von PwC, für den das Wohlergehen und die Präsenz von Frauen in der Arbeitswelt in 33 OECD-Ländern analysiert wurde. Der aktuelle Women in Work Index von PwC stellt außerdem fest, dass durch die vollständige Schließung des Gender-Wage-Gaps das gesamte Einkommen von Frauen in den OECD-Ländern um zwei Billionen US-Dollar steigen könnte. Der Women in Work Index wird dabei von fünf Indikatoren bestimmt: das geschlechtsspezifische Lohngefälle, die Erwerbsbeteiligung von Frauen, der Unterschied zwischen der Erwerbsbeteiligung von Männern und Frauen sowie Arbeitslosigkeit und Vollzeitbeschäftigung unter Frauen.

Neuseeland holt auf – Island und Schweden dominieren weiterhin den Index

Island (Rang 1) und Schweden (Rang 2) sind nach wie vor die beiden führenden OECD-Länder, während Neuseeland zum ersten Mal seit der ersten Veröffentlichung des Index im Jahr 2013 unter den Top-Drei ist. Norwegen wurde von Slowenien überholt und rutscht damit auf Rang fünf zurück. Großbritannien, das sich schrittweise verbessert, liegt mit Rang 13 über dem OECD-Durchschnitt und erreicht hinter Kanada das zweitbeste Ergebnis der G7-Länder. Im Vergleich zum Vorjahr konnten sich Irland (Rang 17) und die Niederlande (Rang 19) aufgrund positiver Entwicklungen bei den meisten Indikatoren verbessern, wobei vor allem in den Niederlanden die Frauenarbeitslosenquote zurückging.

„Die Präsenz und das Wohlergehen von Frauen in der Arbeitswelt hat sich heuer weiter schrittweise verbessert, wenngleich diese Verbesserung noch immer zu langsam voranschreitet. Viele Unternehmen sind sich zwar der kommerziellen Notwendigkeit bewusst, sowohl Diversität als auch Inklusion in ihren Organisationen zu optimieren, aber trotzdem bleibt ein echter und langfristiger Wandel für viele schwer vorstellbar“, so Olivia Stiedl, Leader People and Organisation bei PwC Österreich. „Effektive Veränderungen in Organisationen erfordern allerdings eine Mischung aus strategischer Klarheit, Verantwortung, Messbarkeit und Transparenz.“

Österreich hinkt im globalen Vergleich enorm hinterher
Österreich hat sich entgegen dem Gesamttrend der OECD kontinuierlich verschlechtert und ist im Gesamtranking von Platz 22 auf den 25. Platz zurückgefallen. Die Arbeitslosenrate unter den Frauen hat sich zwar reduziert, allerdings konnte im Vergleich zum letzten Jahr kaum eine Verbesserung beim Gender-Wage-Gap erreicht werden.
„Unternehmen müssen Frauen Hürden aus dem Weg räumen und aktiv Frauenförderung betreiben – im Unternehmen allgemein, aber in Führungspositionen im Besonderen. Vor allem was den Gender-Wage-Gap betrifft gibt es akuten Handlungsbedarf, um ein gleichberechtigtes Arbeitsumfeld zu schaffen. Auch Informationstransparenz und flexible Arbeitszeitmodelle sind Aspekte, die Einfluss auf Präsenz und Wohlergehen von Frauen am Arbeitsplatz haben. Wir müssen uns diesen Herausforderungen in Österreich bewusst werden und sie aktiv angehen, um im internationalen Umfeld aufschließen zu können“, erklärt Christine Catasta, Senior Partner von PwC Österreich. „Der International Women’s Day am 8. März markiert dabei den kontinuierlichen Fortschritt und das Bemühen, die Präsenz und das Wohlergehen von Frauen in der Arbeitswelt weiter voranzutreiben.“

Aufholbedarf in China und Indien in puncto Gleichstellung und Potenzial
Dieses Jahr untersuchte PwC zum ersten Mal, was die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und der Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt in China und Indien bringen kann. Als zwei der bevölkerungsreichsten Länder der Erde verfügen sie derzeit über mehr als ein Drittel der weltweiten weiblichen Erwerbsbevölkerung. In China hätte die Verringerung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles von derzeit 25 Prozent die größte Auswirkung und würde die Einkommen der Frauen um 34 Prozent steigern. Das entspricht zwei Billionen US-Dollar. In Indien würde eine Erhöhung der Beschäftigungsquote von Frauen auf das gleiche Niveau wie Schweden einen BIP-Anstieg von sieben Billionen US-Dollar bewirken, was einer Steigerung des indischen BIP um etwa 79 Prozent entspricht.

„Unternehmen müssen sich die Frage stellen durch welche Maßnahmen Verbesserungen in der Organisation erreicht werden können. Kann durch eine Verringerung des Lohngefälles ein gleichberechtigtes Arbeitsumfeld geschaffen werden? Wie transparent sind Informationen dazu verfügbar? Gibt es andere Hürden, welche einer stärkeren Beteiligung von Frauen im Unternehmen im Allgemeinen und in Führungspositionen im Besonderen entgegenstehen? Der Women in Work Index zeigt einmal mehr, dass sowohl auf Unternehmens- als auch auf Volkswirtschaftlicher Ebene eine Erhöhung der Beschäftigungsquote von Frauen sowie eine Verringerung des geschlechterspezifischen Lohngefälles mit deutlichen Vorteilen verbunden sind“, erklärt Stiedl.

 

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