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Österreich punktet mit Produktivität, hoher Motivation und qualifizierten Mitarbeitern

Wirtschaftsstandort Österreich: Durchstarten nach Corona

27.10.2020

Österreich wird die Krise meistern, sagen heimische Führungskräfte. Die Hausaufgaben dafür müssen aber erst erledigt werden. Ein Überblick zu Soll und Haben aller neun Bundesländer.

Wie lang wird der heimische Wirtschaftsstandort mit den Auswirkungen der Pandemie kämpfen müssen? Fast zwei Drittel der Führungskräfte sind grundsätzlich zuversichtlich, dass Österreich die Krise rasch und gut meistern wird. Das zeigt eine Umfrage von Deloitte unter 211 Top-Führungskräften im Mai dieses Jahres. Das dies kein Selbstläufer wird, ist allerdings klar. Denn an rascher finanzieller und administrativer Unterstützung für Betriebe mangelte es laut den Umfrageteilnehmern teilweise bereits zu Beginn der Krise. Diese Unzufriedenheit hat in der Re-Start-Phase weiter zugenommen. Bei einer Analyse der Vor- und Nachteile des Wirtschaftsstandortes zeigt sich: Mit der Unternehmensbesteuerung sind lediglich 24 Prozent der Unternehmensvertreter zufrieden, bei der Digitalisierung des Bildungssystems fällt die Benotung nur bei sechs Prozent „Sehr gut“ bis „Gut“ aus.

Klare Forderungen der Wirtschaftsbosse

Welche Maßnahmen das Hochfahren der Wirtschaft jetzt am besten unterstützen können, darüber sind sich die Wirtschaftsbosse großteils einig. So sehen 90 Prozent die Senkung der Lohnnebenkosten als zentralen Hebel. Auch die Digitalisierung der Verwaltung (86 Prozent) und des Schulsystems (82 Prozent) stehen ganz oben auf der Prioritätenliste. Gefragt sind auch Investitionsförderungen im Nachhaltigkeitsbereich und eine verstärkte geographische Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Trotz wirtschaftlicher Krisenzeiten zeigen sich gerade jetzt aber auch die Vorteile, die Österreich zu bieten hat. „Österreich punktet nach wie vor mit hoher Produktivität sowie hoher Motivation und Qualifikation der Mitarbeiter. Durch seine zentrale Lage ist Österreich Standort Nummer eins, wenn es um den Aufbau von Geschäftsbeziehungen mit Ost- und Südosteuropa geht“, erklärt Marion Biber, Managing Director bei der Betriebsansiedelungsagentur ABA – Invest in Austria. Hinzu kommen laut Biber Faktoren wie politische Stabilität und ein verlässliches Rechtssystem sowie hohe persönliche Sicherheit, die bei der Standortwahl immer wichtiger werden. 
Attraktiver Forschungsstandort Punkten kann Österreich auch als Forschungsstandort. Nur Österreich und Schweden haben europaweit Forschungsausgaben von über drei Prozent des BIP. „Globale Player wie BMW, Bosch, Infineon oder Novartis bündeln F&E-Aktivitäten in Österreich. Sie werden ergänzt von innovativen Spin-offs und einer lebendigen Startup-Szene in einem kreativen, interdisziplinären Ökosystem. Die Forschungsprämie von 14 Prozent macht Forschung in Österreich für alle Unternehmen – unabhängig von Größe und Branche – attraktiv“, so Biber.

Text: Markus Mittermüller

Ein Überblick der Voraussetzungen und Eigenheiten von Österreichs Bundesländern verrät, wo Firmen welche Vorteile winken und welche Industrien zum Andocken einladen.

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