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Wirtschaftsstandort: Mittelmaß mit Ausreißern nach oben

09.10.2019

Wie attraktiv ist der Wirtschaftsstandort Österreich? Einerseits verzeichnet die Betriebsansiedlungsagentur Austrian Business Agency (ABA) 2018 ein weiteres Rekordjahr. In Summe haben sich im Vorjahr 355 Unternehmen in Österreich angesiedelt. Andererseits haben die Experten vom Beratungsunternehmen Deloitte den Standort untersucht und stellen dem Land kein wirklich gutes Zeugnis aus.

Im globalen Vergleich schafft es Österreich seit Jahren nicht mehr unter die top 15, so das Ergebnis des Deloitte-Radars 2019, der jährlich auf Basis internationaler Rankings und Experteneinschätzungen die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts analysiert. Die Wahrheit liegt wohl aber wie so oft in der Mitte. Österreich kann national wie international sicherlich immer noch mit vielen Vorteilen punkten. Für René Siegl, ABA-Geschäftsführer, sprechen vor allem diese drei Hauptargumente für den heimischen Wirtschaftsstandort: „Die Qualität der Arbeitskräfte, die Sicherheit und Stabilität im Land und die Osteuropa-Kompetenz zeichnen Österreich aus.“ Deutschland war mit 108 Unternehmen auch 2018 wieder eindeutig die Nummer eins unter den Investorenländern und zeichnete damit für 30 Prozent aller ABAProjekte verantwortlich. Die Schweiz überholte mit 36 Neuansiedlungen Italien mit 28 Unternehmen, die sich in Österreich niedergelassen haben. Wie schneiden die einzelnen Bundesländer dabei ab? Stärkstes Bundesland nach Wien war Niederösterreich, gefolgt von Salzburg. „Wien profitiert von seiner Bekanntheit als Hauptstadt und bietet einen Zugang sowohl zum heimischen Markt wie auch zu Osteuropa“, sagt Siegl.

DEFIZITE IN DER BILDUNG Österreich hat sich im vergangenen Jahr wirtschaftlich insgesamt positiv entwickelt. Hohes Wachstum, sinkende Arbeitslosigkeit, Rekordexporte und die gute globale Konjunktur haben für erfreuliche Wirtschaftsdaten gesorgt. Das Land punktet mit Exportkraft, Wirtschaftswachstum und Lebensqualität. Dass Österreich dennoch im Moment international nur Mittelmaß ist, hat laut Deloitte folgenden Grund: Die hohen Kosten, der Bürokratieaufwand und Defizite im Bildungsbereich bremsen die Wettbewerbsfähigkeit. Das Beratungsunternehmen untersuchte dazu sieben Standortfaktoren. Beim Faktor „Kosten“ gibt es laut Studienautoren seit Jahren den dringendsten Handlungsbedarf. Mehr als kritisch ist die Situation auch beim Faktor „Verfügbarkeit von Arbeitskräften“. In Österreich wird der anhaltende Mangel an qualifizierten Arbeitskräften zusehends zum Standortnachteil. Viel Potenzial ginge verloren. „Einerseits sind wir von echter Chancengleichheit weit entfernt, andererseits verlieren wir viele Talente bereits in einem unzeitgemäßen Bildungssystem“, meint Gundi Wentner, Partnerin bei Deloitte Österreich

VORTEILE BEI DIGITALISIERUNG UND FORSCHUNG Deutlich besser aufgestellt ist das Land bei den Standortfaktoren „Digitalisierung, Innovation, Forschung und Technologie“, „Lebensqualität“ und „Unternehmensinfrastruktur und Umfeld“. Vor allem im Bereich Forschung und Innovation hat Österreich zuletzt aufgeholt. Welche wirtschaftlichen Trümpfe die einzelnen Bundesländer in der Hand haben und welche Möglichkeiten sie Unternehmen bieten, zeigt folgende Übersicht.

TIROL: Die Optimisten aus dem Westen

Die Stimmung unter den Tiroler Unternehmen ist gut. Laut dem Konjunkturindikator der Wirtschaftskammer Tirol berichten 62 Prozent der befragten Unternehmen von einer aktuell guten Geschäftslage, auch der Ausblick ist für 49 Prozent positiv. Bei rund der Hälfte der Unternehmen ist die Auftragslage sehr gut. In einem Ranking der größten Optimisten fühführen die Unternehmen der Sparte Information und Consulting knapp vor der Bauwirtschaft. An dritter Stelle folgt der Handel.

AUF DEM WEG ZUM TECHNOLOGIELAND Dass die Tiroler Unternehmen – und das sind insgesamt immerhin knapp 40.000 – so positiv gestimmt sind, ist kein Zufall. Insgesamt lag das Wirtschaftswachstum im Vorjahr rund drei Prozent über dem Österreich-Schnitt. Das Land, das in erster Linie mit der Tourismuswirtschaft in Verbindung gebracht wird, ist zum Technologieland avanciert. Sieben Innovationscluster und Branchennetzwerke mit rund 500 Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft bilden die Grundlagen dafür, dass die Technologiebranche weiterhin floriert. Fünf dieser Cluster bietet die Standortagentur Tirol – und zwar in den Disziplinen der erneuerbaren Energien, der Informationstechnologien, der Life- Sciences, der Mechatronik und der Wellness. Die Vorteile, die Unternehmen durch diese Cluster erhalten, sind überzeugend: Neben einem branchenübergreifenden Netzwerk – auch zu Investoren und Start-ups – gibt es dort Innovationsberatung, Unterstützung bei Betriebserweiterungen oder auch Beratung zu Förderungen. Apropos Förderungen: Einen besonderen Schwerpunkt legt das Land dabei auf das Thema Digitalisierung. Das Ziel der Tiroler Digitalisierungsförderung liegt vor allem darin, Unternehmen bei der Einführung modernster digitaler Technologien inklusive der Schulungsmaßnahmen für Mitarbeiter zu unterstützen. Im Rahmen dieser Digitalisierungsoffensive stellt das Land Tirol von 2018 bis 2022 insgesamt 150 Millionen Euro bereit.

HOCHBURG DER GRUNDLAGENFORSCHUNG Zwar kämpft auch Tirol mit dem Mangel an Fachkräften – was vor allem am Rückgang bei den Lehrlingszahlen liegt. Auf universitärer Ebene bietet das Land aber sehr gut ausgebildete Mitarbeiter – mit immerhin acht Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen. Die FH Kufstein Tirol steht beispielsweise für innovative wirtschaftswissenschaftliche und technisch- betriebswirtschaftliche Studiengänge. Tirol gilt als Hochburg der Grundlagenforschung mit Forschungsleistungen im internationalen Spitzenfeld und einer Forschungsquote von 3,14 Prozent. Neben diesem wissenschaftlichen Background punktet das Land mit seiner Lage zwischen den europäischen Ballungszentren Süddeutschland, Schweiz und Norditalien. München ist zum Beispiel nur 160 Kilometer entfernt. Leitbetriebe wie der Marmeladenhersteller Darbo, die Thöni Industriebetriebe oder der Holzkonzern Egger schätzen den Wirtschaftsstandort schon lange. Die Standortagentur Tirol arbeitet jedoch auch daran, weitere Unternehmen anzusiedeln. Im Vorjahr wurden 38 Unternehmen nach Tirol geholt beziehungsweise erweitert. Die Erstinvestitionen belaufen sich dabei auf 20 Millionen Euro. „Tirol ist auch international ausgerichtet. So sind seit 2014 über 62 Millionen Euro an EUForschungs- und Fördermitteln aus Horizon 2020 nach Tirol geflossen. 122 Projekte und 136 Tiroler Beteiligungen an europaweiten Programmen wurden dadurch unterstützt“, erklärt Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol.

DATEN TIROL:
Einwohner 2018: 752.262
Erwerbstätige 2018 (Jahresdurchschnitt): 387.400
Beschäftigungsentwicklung 2008–2018: +14,6 Prozent
Arbeitslosenquote 2018 (Jahresdurchschnitt): 4,9 Prozent
Unternehmungsgründungen 2018: 2.816
Forschungsquote in % des BRP, 2017: 2,87

STEIERMARK: Auf dem Weg zum Forschungseuropameister

In kaum einer anderen Region wird so viel geforscht wie in der Steiermark. Die F&E-Quote liegt stabil um die fünf Prozent. Damit ist das Bundesland derzeit die Nummer vier unter allen europäischen Wirtschaftsregionen. Ein Erfolgsfaktor liegt in der schon traditionell engen Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft. Seit Jahrzehnten arbeiten Unternehmen aller Größenordnungen erfolgreich mit Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen. Insgesamt gibt es fünf Universitäten, zwei Fachhochschulen und zwei pädagogische Hochschulen. Die FH Campus 02 hat ihren Schwerpunkt auf Technik und Wirtschaft. Die FH Joanneum mit ihren drei Standorten in Graz, Kapfenberg und Bad Gleichenberg setzt darüber hinaus auch noch auf gesundheitsund sozialwissenschaftliche Studiengänge.

REICH AN FORSCHUNGSTALENTEN Der größte Teil der Forschung in Unternehmen wird vom Unternehmenssektor selbst finanziert, fast ein Viertel davon kommt aus dem Ausland. Die Tatsache, dass 25 von 39 österreichischen Kompetenzzentren in der Steiermark angesiedelt sind, zeigt den Reichtum an Forschungstalenten in der Region. Die höchstdotierten sind acib (Zentrum für industrielle Biotechnologie), K2 Digital Mobility (anwendungsorientierte Fahrzeugentwicklung) und IC-MPPE (Werkstoffe, Prozesstechnik und Produktentwicklung). Mit dem Joanneum Research hat die Steiermark mit mehr als 450 Mitarbeitern darüber hinaus noch eines der größten außeruniversitären Forschungsinstitute Österreichs. Die Forschung ist in sieben Forschungseinheiten unterteilt, die Themen wie digitale Informationstechnologien, Robotik und Mechatronik, aber auch Gesundheitswissenschaften, Oberflächentechnologien sowie Umwelttechnik behandeln.

GRÖSSTES WIRTSCHAFTSWACHSTUM 2018 „Unser strategisches Ziel ist es, die Spitzenposition der Steiermark zu halten und auszubauen. Die aktuellen Zahlen sind erfreulich: In der Steiermark gab es 2018 das größte Wirtschaftswachstum österreichweit. Mit mehr als 512.000 Erwerbstätigen erleben wir derzeit einen absoluten Beschäftigungsrekord“, sagt Christoph Ludwig, Geschäftsführer der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG. Anknüpfungspunkte für neue Unternehmen bieten die verschiedenen Cluster. Mit 290 Mitgliedern in drei Kompetenzfeldern, 50.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 15 Milliarden Euro integriert der Mobilitätscluster AC Styria Mitglieder der Mobilitätsbranche. Das Green Tech Valley ist der globale Hotspot für innovative Energie- und Umwelttechnologien. In der Steiermark sind 200 Unternehmen und Forschungseinrichtungen ansässig, die die grünen Technologien der Zukunft entwickeln – wie zum Beispiel Andritz, Elin oder Siemens. Silicon Alps ist ein Technologie- und Innovationscluster für elektronische Systeme, das die Steiermark und Kärnten verbindet. Es besteht aus über 80 Partnern aus Industrie und Wissenschaft. Ein besonderes steirisches Stärkefeld liegt im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus. Prominente Unternehmen dieser stark exportorientierten Branche sind Inteco, Sandvik oder die Voestalpine. Als Spezialist für die Planung und Implementierung schlüsselfertiger automatisierter Logistiksysteme nehmen steirische Unternehmen eine weltweit führende Rolle ein. Auch hier ist die Exportquote von Unternehmen wie SSI Schäfer oder dem Cargo Center Graz hoch – sie liegt bei über 95 Prozent.

DATEN STEIERMARK:
Einwohner 2018: 1.241.228
Erwerbstätige 2018 (Jahresdurchschnitt): 605.200
Beschäftigungsentwicklung 2008–2018: +11,3 Prozent
Arbeitslosenquote 2018 (Jahresdurchschnitt): 6,3 Prozent
Unternehmungsgründungen 2018: 5.996
Forschungsquote in % des BRP, 2017: 4,91

GRÜNDUNGSMOTOR DER REGION

Forschung, Fachkräfte und Kultur – womit die Landeshauptstadt bei Unternehmen punkten kann, erklärt der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl im Kurzinterview.

Welche Rolle spielt Graz als Standort innerhalb der Steiermark? Die Landeshauptstadt Graz ist unangefochten das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Steiermark. Viele unserer Wirtschaftsinitiativen tragen nun Früchte. Ich denke an die Entwicklung von klar definierten Stärkefeldern wie Mobilität, Kreativwirtschaft, Humantechnologie, Mikroelektronik, aber auch Energie- und Umwelttechnik. Wir sind mit unserem Green Tech Cluster weltweit Spitzenreiter – so wird beispielsweise weltweit jede fünfte Kilowattstunde grünen Stroms auf Anlagen der Grazer Maschinenfabrik Andritz erzeugt. Graz ist auch ein Gründungsmotor in der Region. Eine große Anzahl an Business-Inkubatoren, Kompetenzzentren, universitären Spinoffs und Start-ups sorgen für wirtschaftliche Dynamik. Außerdem bekommen Unternehmen in Graz jede Art von Unterstützung und Know-how direkt vor Ort – seien es Wirtschaftsförderungen, effektive Unternehmensnetzwerke, Beratungs- und Finanzierungsangebote oder verschiedenste Unternehmensservices.

Was macht die Stadt besonders attraktiv für Betriebe? Wir haben in Graz schon früh erkannt, dass die Bildung von Kompetenzzentren und Branchenclustern und die gute Vernetzung der Wirtschaft mit den Forschungseinrichtungen echte Erfolgsrezepte sind. Diese Vernetzung haben wir gemeinsam mit dem Land Steiermark konsequent gefördert und ausgebaut. Die hohe steirische F&E-Quote von über fünf Prozent wird zu einem wesentlichen Teil in Graz generiert. Außerdem ist Graz und die Umlandgemeinden eine sehr schnell wachsende Region, die für Unternehmen einen entsprechenden Markt bietet. Unser Regionalflughafen macht auch die Erreichbarkeit aus dem Ausland schnell und einfach. Außerdem ist Graz aufgrund seiner Lage die Schnittstelle zum südosteuropäischen Raum mit einer dynamischen Wirtschaft.

Wie leicht ist es in Graz, Fachkräften zu finden? Graz ist der zweitgrößte Bildungsstandort Österreichs nach Wien. In acht Universitäten und Fachhochschulen werden rund 60.000 Studierende ausgebildet. Jährlich gehen daraus 10.000 AbsolventInnen hervor. Zudem ist Graz auch sehr stark in der Berufsbildung und ist nächstes Jahr Austragungsort der Euro Skills, der Europameisterschaft der Berufe, wo wir auch die Qualität unserer Berufsbildung unter Beweis stellen werden. Und die hohe Lebensqualität in Graz ist ein Wettbewerbsvorteil, wenn es um internationale Fachkräfte geht. Mit dem von uns gegründeten Expat Center CINT bieten wir außerdem eine Kompetenzstelle für qualifizierten Zuzug.

NIEDERÖSTERREICH: Hier sprießen die Gründer aus dem Boden

Niederösterreich hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von einer landwirtschaftlich geprägten Region zu einem international anerkannten Wirtschafts-Hotspot entwickelt. Vor allem in den drei Bereichen produzierende Betriebe, technologieorientierte Firmen und Digitalisierung konnte das Bundesland auf sich aufmerksam machen. Niederösterreich ist vor allem auch ein guter Boden für Gründer. Im Jahr 2018 entstanden hier knapp 8.000 neue Betriebe. Das heißt: Jeder fünfte Gründer wählt das Bundesland als Standort für sein neues Unternehmen.

HOHE ZUFRIEDENHEIT UNTER UNTERNEHMERN Etablierte Unternehmen wie Agrana, Rewe International, Magna International Europe oder Umdasch Group, aber auch innovative Newcomer wie das Krebstherapiezentrum MedAustron und der österreichische Hersteller von Flugzeugen aus Verbundwerkstoffen, Diamond Aircraft Industries, haben hier ihren Hauptsitz. Und wie eine Umfrage von Karmasin Research & Identity zeigt, haben die Unternehmen aus ihrer Sicht eine gute Wahl getroffen. Denn 85 Prozent der Unternehmer geben an, mit dem Wirtschaftsstandort Niederösterreich (sehr) zufrieden zu sein. Was sind ausschlaggebende Kriterien für eine Betriebsansiedlung in Niederösterreich? Hier führten 67 Prozent der Befragten die Lage des Standorts, 42 Prozent die Verkehrsinfrastruktur und 35 Prozent die Preise der Grundstücke und Immobilien an.

18 WIRTSCHAFTSPARKS BIETEN INFRASTRUKTUR Und die Nachfrage ist weiter hoch, wie Helmut Miernicki, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur ecoplus, bestätigt: „In den ersten sieben Monaten 2019 konnten von unserem Investorenservice bereits 69 Ansiedlungs- und Erweiterungsprojekte erfolgreich abgeschlossen werden.“ Ecoplus betreibt auch 18 Wirtschaftsparks, die den Unternehmen Infrastruktur und Betriebsflächen mit rund 1.000 ha zur Verfügung stellen. Eine Besonderheit in Niederösterreich stellen die Technopole dar. Diese Plattformen für Knowhow- Transfer und Wissensverbreitung forcieren die regionale und internationale Zusammenarbeit. So sind die Technopol- Standorte Krems, Tulln, Wiener Neustadt und Wieselburg die Säulen der technologiebasierenden Standortentwicklung.

1.700 BETRIEBE BILDEN MECHATRONIK-CLUSTER Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ergeben sich auch in den niederösterreichischen Clustern. Der Mechatronik- Cluster umspannt beispielsweise die Branchen Metall, Maschinenbau, Elektrik, Elektronik und IKT. Mit rund 44.000 Arbeitsplätzen in 1.700 Betrieben zählt der Mechatronik- Sektor zu einem der bedeutendsten Bereiche der niederösterreichischen Wirtschaft. Der Fachkräftebedarf ist in ganz Europa eine Herausforderung. Mit 14 Hochschulen wie der Donau-Universität Krems oder der FH Wiener Neustadt hat Niederösterreich eine gute Basis, um qualifizierte Fachkräfte auszubilden. Hinzu kommen über 16.000 Lehrlinge, die sich derzeit in heimischen Betrieben in Ausbildung befinden. Heute zeigt sich, dass die EU-Osterweiterung Niederösterreich einen merklichen Wachstumsschub gebracht hat. Die Bedeutung Osteuropas zeigt sich klar beim Export: Fünf südosteuropäische Länder sind unter den Top-Ten-Exportmärkten Niederösterreichs zu finden. Ecoplus International unterstützt Unternehmen aus Niederösterreich bei Exportgeschäften nach Polen, Rumänien, Russland, Tschechien, Ungarn, in die Slowakei und die Türkei. Und das mit Erfolg: Mehr als 40 Prozent des Bruttoregionalprodukts erwirtschaften die Unternehmen mit Warenexporten.

DATEN NIEDERÖSTERREICH:
Einwohner 2018: 1.673.607
Erwerbstätige 2018 (Jahresdurchschnitt): 820.200
Beschäftigungsentwicklung 2008–2018: +8,4 Prozent
Arbeitslosenquote 2018 (Jahresdurchschnitt): 7,8
Unternehmungsgründungen 2018: 7.910
Forschungsquote in % des BRP, 2017: 1,83

OBERÖSTERREICH: Die Nummer eins beim Export

Oberösterreich bleibt weiterhin mit großem Abstand das Exportbundesland Nummer eins. Über ein Viertel der gesamtösterreichischen Ausfuhren geht auf das Konto der oberösterreichischen Exportwirtschaft. Haupthandelspartner ist mit über 37 Prozent aller Warenexporte im Jahr 2018 Deutschland. Außerdem hat Oberösterreich mit 4,4 Prozent eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten im Land. Wesentliche Erfolgsfaktoren sind die Innovations- und Forschungsnetzwerke mit aktuell elf Technologie- und Impulszentren, einem Bildungsnetzwerk mit vier Universitäten sowie vier Fachhochschulstandorten mit insgesamt 68 Studiengängen. So ist der FH OÖ Campus Hagenberg Sitz der Fakultät für Informatik, Kommunikation und Medien. Am FH OÖ Campus Wels wer den Experten für Anlagenbau, Automatisierungstechnik oder auch Bio- und Umwelttechnik ausgebildet.

5.000 NEUE ARBEITSPLÄTZE IN DREI JAHREN Dass Oberösterreich ein begehrter Standort für Unternehmensansiedlungen ist, belegen die Zahlen der Standortagentur Business Upper Austria. Allein in den vergangenen drei Jahren wurden von ihr 290 Projekte betreut – von Betriebsansiedelungen bis zu Erweiterungen von Unternehmen. Mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 1,5 Milliarden Euro und mehr als 5.000 neuen Arbeitsplätzen. Die erste internationale Betriebsansiedlung im Jahr 2019 gelang im Wirtschaftspark Innviertel Bezirksverband Schärding mit dem deutschen Automobilzulieferer Hanomag in Taufkirchen/Pram. In eineinhalb Jahren Bauzeit hat das Maschinenbau-Unternehmen SML einen neuen Standort in Redlham errichtet, Anfang Juni 2019 wurde er eröffnet. Herzstück ist ein Technology-Center, in dem sämtliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten gebündelt sind. „Als Produktionsstandort sind wir groß genug für eine Vielzahl an verschiedenen Industrien und differenzierte Wertschöpfungsketten. Aber wir sind auch klein genug für eine enge Verknüpfung der einzelnen Akteure entlang dieser Wertschöpfungsketten. Diese auch durch langjährige Clusterpolitik gelernte Vernetzung unterstützt die Unternehmen dabei, innovativ und produktiv zu sein“, meint dazu Werner Pamminger, Geschäftsführer der Business Upper Austria.

FÜHRENDE CLUSTER-REGION Stichwort Clusterpolitik: Mit seinen acht Branchenclustern, dem themenorientierten Netzwerk Humanressourcen und dem Softwarepark Hagenberg gehört Oberösterreich zu den führenden Cluster-Regionen Europas. Aktuell zählt das Netzwerk mehr als 2.200 Unternehmen und Organisationen sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen. 2018 war für oberösterreichische Unternehmen und Forschungseinrichtungen auch bei der Abholung von Förderungen der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) ein sehr erfolgreiches Jahr: Insgesamt flossen 136 Millionen Euro an FFG-Mitteln nach Oberösterreich – das entspricht einer Steigerung von rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Fünftel der österreichweiten FFG-Förderungen.

DIGITALE KOMPETENZEN Mit der Leitinitiative Digitalisierung sollen die Unternehmen und deren Mitarbeiter auch in Zukunft wettbewerbsfähig sein. Eine Teil dieser Initiative ist der Qualifizierungsverbund „Digitale Kompetenz“. Er ist der erste Verbund dieser Art in Österreich, und fördert durch Weiterbildungsangebote die digitalen Kompetenzen der Mitarbeiter. Aktuell sind bereits über 50 Unternehmen an Bord. Der Beitritt ist kostenlos.

DATEN OBERÖSTERREICH:
Einwohner 2018: 1.477.752
Erwerbstätige 2018 (Jahresdurchschnitt): 751.100
Beschäftigungsentwicklung 2008–2018: +10,7 Prozent
Arbeitslosenquote 2018 (Jahresdurchschnitt): 5,0 Prozent
Unternehmungsgründungen 2018: 5.458
Forschungsquote in % des BRP, 2017: 3,46

VORARLBERG: Die Stärke liegt in der Produktion

Das ist eine neue Rekordmarke: Mit einem Exportvolumen von 10,5 Milliarden Euro haben die rund 4.700 exportierenden Vorarlberger Unternehmen im vergangenen Jahr eine neue Bestleistung aufgestellt. Vorarlberg zählt überhaupt zu den stärksten Produktionsstandorten in Österreich und hatte 2018 mit einem Anteil von 26,8 Prozent an der Gesamtbeschäftigung den höchsten Sachgüteranteil bei der Beschäftigung aller Bundesländer hatte.

VON DORNBIRN INS SILICON VALLEY Die hohe Beschäftigung als maßgeblicher Wettbewerbsfaktor zeigt ebenfalls jährlich Rekordwerte. Zuletzt stieg die Zahl der unselbstständig Beschäftigten im Jahresdurchschnitt 2018 auf 166.300 Personen. So hat der Metallverarbeiter Blum, Vorarlbergs größter Arbeitgeber, heuer mit 6.037 Mitarbeitern um über 250 Beschäftigte mehr als im Vorjahr, soeben wurde sein achtes Produktionswerk in der Region fertiggestellt. Daneben entwickeln sich Branchenund Innovationsführer quer über alle Betriebsgrößen. Die Heron- Gruppe – führend in ihrem Bereich – überzeugt Kunden weltweit mit Automatisierungslösungen in aller Form. Auch schnell wachsende, neue Unternehmen erschließen von hier aus das internationale Terrain: Das in Dornbirn gegründete IoTStart- up Crate.io ist mittlerweile fest im Silicon Valley verankert und baut auch am Standort Vorarlberg weiter aus. „Die Vielfalt an Wirtschaftszweigen, Unternehmensformen, WertschöpWertschöpfungsstufen und Zielmärkten schafft eine wertvolle Risikostreuung für den Standort und macht ihn mit seiner überdurchschnittlich hohen Lebensqualität zu einem attraktiven Ziel – sowohl für Fachkräfte als auch für Investitionen“, sagt Jimmy Heinzl, Geschäftsführer der Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH (Wisto).

CAMPUS V WIRD AUSGEBAUT Ein weiteres Plus in puncto Standortattraktivität stellt der Ausbau des Campus V in Dornbirn dar. Der Campus vereint derzeit rund 70 Unternehmen, die FH Vorarlberg, Forschungseinrichtungen und -labors, Designund Kreativstudios sowie Co-Working-Spaces. Bis zum Jahr 2035 wird der Campus weiter ausgebaut. Ein erstes sichtbares Zeichen ist der aktuelle Umbau der ehemaligen Postgarage zu einem digitalen Innovationszentrum für Start-ups und Corporates. Dort wird beispielsweise auch die Gründungsinitiative Startupland angesiedelt sein. Dazu kommt noch eine Plattform für digitale Initiativen, ein Verein zu Stärkung der digitalen Community und Innovationskultur am Standort Vorarlberg. Erweitert wird auch die FH Vorarlberg, und zwar in drei Bauetappen bis zum Jahr 2024. Das bedeutet eine Ausweitung des Studienangebotes, der Studienplätze und eine weitere Internationalisierung der Bildungsangebote. Im November 2018 fiel mit der neuen Digital Factory der Startschuss für das bereits sechste Forschungszentrum an der FH Vorarlberg. Ziel der Forschungs- und Lernfabrik ist es, auf Basis der Möglichkeiten der modernen Massendatenverarbeitung belastbare Modelle für die automatisierte und standortübergreifende Produktion zu schaffen und somit die Digitalisierung weiter voranzutreiben. Die Digital Factory wird zu einem digitalen Transferzentrum für Unternehmen mit angeschlossenem Forschungslabor und Demonstrationsraum ausgebaut.

DATEN VORARLBERG:
Einwohner 2018: 393.025
Erwerbstätige 2018 (Jahresdurchschnitt): 202.400
Beschäftigungsentwicklung 2008–2018: +15,3 Prozent
Arbeitslosenquote 2018 (Jahresdurchschnitt): 5,4 Prozent
Unternehmungsgründungen 2018: 1.411
Forschungsquote in % des BRP, 2017: 1,81

WIEN: Top in den internationalen Rankings

Heuer feiert Wien ein besonderes Jubiläum. Schon zum zehnten Mal in Folge wird Wien in der Mercer-Studie zur Stadt mit der besten Lebensqualität gekürt. Doch auch andere Rankings reihen die Bundeshauptstadt ganz vorn ein. Das in London ansässige Freelancer-Vermittlungsunternehmen PeoplePerHour hievt Wien auf Platz eins im internationalen Start-up-City-Ranking. Unter den wettbewerbsfähigsten und Start-up-freundlichsten Städten weltweit reiht der Global Talent Competitiveness Index die Stadt immerhin auf Platz vier.

NÄHE ZU EUROPAS HAUPTSTÄDTEN Welche Faktoren sind es, die Wien unter den Unternehmern so beliebt machen? Neben der hohen Lebensqualität punktet die Stadt sicherlich mit ihrer Verkehrsinfrastruktur und der Nähe zum Flughafen. Von hier aus sind alle Hauptstädte Europas in einem dreistündigen Flug erreichbar. Wien ist der größte deutschsprachige Universitätsstandort mit insgesamt 20 Universitäten und als UNO-Standort auch international ausgerichtet.

SITZ INTERNATIONALER HEADQUARTER Diese Internationalität zeigt sich auch in den Unternehmensansiedlungen. 2018 haben sich 121 neue internationale Betriebe hier niedergelassen. Viele internationale Konzerne, die im CEERaum tätig sind, errichten hier ihre Zentralen. Mehr als 200 Headquarter und rund 40 internationale Organisationen sind in Wien beheimatet. Besonders stark unter den neuen Ansiedelungen vertreten waren 2018 Unternehmen aus der IT-, Telekom- und Software-Branche, gefolgt von Betrieben im Bereich Handel. Auch Life-Sciences-Unternehmen zieht es verstärkt hierher. Als Teil der globalen Start-up-Plattform „Start Alliance“ ist Wien seit 2017 Teil der führenden Startup- Metropolen wie Tel Aviv, New York City oder Schanghai und ermöglicht damit die internationale Vernetzung von Start-ups und den Zugang zu den wichtigsten Weltmärkten. Ansprechpartner für Beratungen und Förderungen ist die Wirtschaftsagentur Wien. Sie vergibt Förderungen in der Höhe von 5.000 bis 500.000 Euro; direkte Zuschüsse von bis zu 60 Prozent der Investitionskosten. Gefördert werden dabei alle Bereiche der Wiener Wirtschaft, vom Handwerker bis zu Hightech- und Forschungsunternehmen.

DISTRICT-MANAGER ALS INFOQUELLE Außergewöhnlich ist das Betriebszonen-Management der Stadt, das unter dem Namen „Vienna Business Districts“ 5.200 Wiener Betriebe unter einem Dach versammelt. Als Ansprechperson für die Unternehmen in den Bezirken fungieren die District- Manager, die für die optimale Vernetzung der Unternehmen sorgen – und zwar sowohl untereinander als auch im Bezirk und mit den Behörden. Wien ist auch das Zentrum für Grundlagen- und angewandte Forschung in Mitteleuropa. Knapp drei Milliarden Euro werden jährlich für Forschung und Entwicklung aufgewandt. Dabei spielen neben den Universitäten auch die außer-universitären Forschungseinrichtungen wie die Österreichische Akademie der Wissenschaften, das Austrian Institute of Technology, die Christian-Doppler-Labore oder die Ludwig-Boltzmann- Institute eine wichtige Rolle. Die Zahl der forschenden Unternehmen hat sich in den letzten 15 Jahren auf über 750 verdreifacht, wobei die größten F&E-Aufwendungen von Siemens, Böhringer-Ingelheim, Bosch und Kapsch getätigt werden.

DATEN WIEN:
Einwohner 2018: 1.892.150
Erwerbstätige 2018 (Jahresdurchschnitt): 867.800
Beschäftigungsentwicklung 2008–2018: +10,0 Prozent
Arbeitslosenquote 2018 (Jahresdurchschnitt): 12,3 Prozent
Unternehmungsgründungen 2018: 9.105
Forschungsquote in % des BRP, 2017: 3,56

KÄRNTEN: Technologie, Innovation und Forschung im Fokus

Zusammen mit der Steiermark liegt Kärnten im EU-Durchschnitt unter den Top Ten der Innovationsregionen. Das ist kein Zufall, denn das südlichste Bundesland hat in den letzten Jahren eine starke Entwicklung bei Technologie, Innovation und Forschung zu verzeichnen. So stieg die Forschungsquote seit 2009 deutlich an und liegt aktuell bei 3,15 Prozent. Außergewöhnlich dabei ist der Anteil der betrieblichen Forschung, der mit 86 Prozent weit über dem österreichischen Durchschnitt liegt. Maßgeblich für die Technologiekompetenz Kärntens sind die international agierenden Leitbetriebe wie zum Beispiel Infineon Technologies Austria, Lam Research, KapschTrafficCom oder Flextronics International.

CHIPHERSTELLER INFINEON BAUT AUS Vor knapp einem Jahr hat Infineon den Ausbau seines Headquarters in Villach angekündigt. 1,6 Milliarden Euro werden in die Chipfabrik und ein neues Halbleiter-Forschungszentrum investiert. „Kärnten ist mit Grundstücksreserven, einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis sowie einer exzellenten Work- Life-Balance ein gefragtes Bundesland für Innovationsunternehmen“, sagt Hans Schönegger, Geschäftsführer der Kärntner Betriebansiedlungs- und Beteiligungs GmbH (Babeg), die Unternehmen mit einem Investorenservice betreut. Ausgebaut wird auch der Lakeside Science und Technology Park in direkter Nachbarschaft zur Universität Klagenfurt, wo derzeit über 70 Unternehmen und drei ForschungsForschungsinstitutionen beheimatet sind. Weitere rund 9.000 m² an Business- und Forschungsfläche werden hier entstehen. Neu ist auch das „educational lab“, ein offenes Forschungslabor für neue Formen der Aus- und Weiterbildung. Im Herbst eröffnet wird noch ein weiteres Forschungslabor, das „5G Playground Carinthia“. Dies soll als ein One-Stop-Shop für die Erforschung, mögliche Testanwendungen sowie die Weiterentwicklung von 5G-spezifischen Anwendungen, Services und Geschäftsmodellen fungieren.

ÜBERREGIONALE SPITZENFORSCHUNG Mit Silicon Austria Labs (SAL) ist Anfang des Jahres ein europäisches Spitzenforschungszentrum für elektronikbasierte Systeme mit Standorten in Graz, Linz und Villach entstanden. Kärnten leistet mit dem Schwerpunkt rund um smarte Sensoren und Leistungselektronik einen wesentlichen Beitrag zu den Forschungen. Bis 2023 werden rund 160 Forscher am Standort Villach an dieser Entwicklung arbeiten. Die Wirtschaft in Kärnten zeichnet sich durch fokussierte Stärkefelder aus, in denen sich viele Betriebe als Vorreiter in Europa oder sogar als Weltmarktführer etabliert haben. „Diese Schwerpunktbranchen lassen sich beispielsweise in den Branchen Mikroelektronik, Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Sachgütererzeugung bei Holzund Metallverarbeitung skizzieren“, so Markus Hornböck, ebenfalls Babeg-Geschäftsführer. Zwei Cluster sorgen für Vernetzung der Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Über 1.000 Software- und Internetspezialisten, Unternehmensberater und Wissenschaftler bündeln ihr Know-how im Software Internet Cluster (SIC) und treiben gemeinsam Projekte voran. Der Silicon Alps Cluster entwickelt und positioniert die Elektronik- und Mikroelektronikbranche an den Standorten Kärnten und Steiermark.

KÄRNTEN DATEN:
Einwohner 2018: 560.787
Erwerbstätige 2018 (Jahresdurchschnitt): 263.600
Beschäftigungsentwicklung 2008–2018: +3,2 Prozent
Arbeitslosenquote 2018 (Jahresdurchschnitt): 9,2 Prozent
Unternehmungsgründungen 2018: 2.576
Forschungsquote in % des BRP, 2017: 2,89

SALZBURG: Wirtschaftliche Drehscheibe zu Bayern

Salzburg profitiert von seiner geografischen Lage als wirtschaftliche Drehscheibe von Nord nach Süd und West nach Ost. Neben dem Flughafen in Stadtnähe – übrigens der größte Bundesländerflughafen Österreichs –, der viele internationale Anbindungen bietet, punktet das Bundesland mit den guten öffentlichen Verbindungen nach München und Wien.

Durch die Nähe zu Bayern ist außerdem auch die Nähe zu dort ansässigen Forschungseinrichtungen wie der Hochschule Landshut mit dem Kompetenzzentrum Leichtbau oder der Hochschule Rosenheim gegeben.

TOP 20 IN EUROPA Das sind jedoch nicht die einzigen Gründe, warum das Bundesland zu den zwanzig wirtschaftsstärksten Regionen Europas zählt und weshalb dessen Wirtschaft mit einem Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist. „Salzburg hat sich, neben seiner herausragenden Stellung als beliebte Tourismus-, Natur- und Kulturregion, auch zu einem pulsierenden Forschungs- und Innovationsstandort entwickelt. Start-ups, motivierte Fachkräfte, moderne Studienrichtungen an den sechs Hochschulen und Universitäten, eine wachsende Zahl an anwendungsnahen Forschungszentren beleben die Salzburger Szene“, erklärt Walter Haas, Geschäftsführer vom Innovationsservice für Salzburg (ITG). Das Innovationsservice fördert Unternehmens- und Forschungsprojekte – von der Schutzrechtsberatung bis hin zum Finden der richtigen Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie der passenden Förderstrategie kommt hier alles aus einer Hand.

NEUES FORSCHUNGSZENTRUM „ALPINES BAUEN“ Neben der bekannten Paris Lodron Universität Salzburg und der FH Salzburg mit ihren Schwerpunkten von Ingenieur- bis Gesundheitswissenschaften hat das Land auch neue Forschungszentren bekommen. Das Forschungs- und Transferzentrum Alpines Bauen fungiert als Know-how-Träger für ressourcenschonendes und nachhaltiges Bauen. Es bietet insbesondere klein- und mittelständischen Unternehmen Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen und innovativen Entwicklungen im Baubereich sowie zur nachhaltigen Siedlungsentwicklung. Neu ist auch das Ludwig-Boltzmann-Institut. Hier will man ab sofort herausfinden, wie Herz-Kreislauf- Patienten mittels digitaler Technologien unterstützt werden können, einen gesünderen Lebensstil zu pflegen.

START-UPS BLÜHEN AUF Die Initiative Startup Salzburg trägt seit dem Jahr 2016 viel zum Erblühen der Start-up-Szene bei: Jährlich werden mehr als 1.000 Start-up-Interessierte bei über 30 Veranstaltungs- und Qualifizierungsformaten erreicht. Unternehmen wie der Anbieter von Sicherheitssystemen Authentic Vision, Findologic mit seinen Suchlösungen für Online- Shops oder die Entwicklerfirma Wikitude sind der Startphase bereits entwachsen und haben einen internationalen Markt. Da Salzburg eine kleinteilige Wirtschaftsstruktur hat, verfügt das Bundesland nur über wenige Cluster, genannt sei der Holzcluster Salzburg. Deshalb wurden vom Land Themenschwerpunkte definiert, in denen sowohl unternehmerische als auch wissenschaftliche Stärken vorhanden sind. Projekte in diesen Bereichen werden vom Land Salzburg gefördert wie zum Beispiel Life-Sciences, Smart Building, Digitalisierung oder die Kreativwirtschaft.

DATEN SALZBURG:
Einwohner 2018: 553.930
Erwerbstätige 2018 (Jahresdurchschnitt): 285.000
Beschäftigungsentwicklung 2008–2018: + 10,4 Prozent
Arbeitslosenquote 2018 (Jahresdurchschnitt): 5,0 Prozent
Unternehmungsgründungen 2018: 2.367
Forschungsquote in % des BRP, 2017: 1,6

BURGENDLAND: Die Baukonjunktur ist im Höhenflug

Die gute Konjunktur im Burgenland hält nach wie vor an. Im ersten Quartal 2019 zeigte sich laut Wifo vor allem eine besonders dynamische Baukonjunktur: Mit einem Plus von 21 Prozent wuchs die burgenländische Bauproduktion im Bundesländervergleich am stärksten. Die Arbeitsmarktindikatoren zeichnen ebenfalls ein sehr positives Bild. Mit einem Plus von 2,7 Prozent erreichte das östlichste Bundesland den höchsten Beschäftigungszuwachs.

8,2 MILLIONEN FÖRDERMITTEL FLIESSEN Diese Entwicklung spiegelt auch die Investitionsfreudigkeit der Unternehmen wider. Die Wirtschaft Burgenland GmbH (Wibug) hat im ersten Halbjahr 2019 im Bereich Gewerbe und Industrie sowie Tourismus insgesamt mehr als 200 Förderansuchen genehmigt. Dadurch wird ein Gesamtinvestitionsvolumen von mehr als 62 Millionen Euro ausgelöst. In Summe fließen Fördermittel aus EU, Bund und Land von rund 8,2 Millionen Euro in die burgenländische Wirtschaft. Die direkte Nachbarschaft zur Slowakei, zu Ungarn und Slowenien erhöht die Attraktivität für Betriebsansiedlungen.

Die Infrastruktur ist gut ausgebaut: Im Umkreis von nur 100 km befinden sich drei internationale Flughäfen: Wien-Schwechat, Bratislava und Graz-Thalerhof. Als Paradebeispiele für Betriebsansiedlungen gelten das Hotel Ibiis Styles, der führende internationale Automobil- und Mobilitätszulieferer IAC, das Produktionswerk für Fenster-Aluverkleidungen, TS Altotec GmbH, oder das Elektronikunternehmen ANA-U GmbH.

NEUE DACHMARKE BUSINESSPARKS BURGENLAND Um noch mehr nationale und internationale Unternehmen auf die vier burgenländischen Wirtschaftsparks Kittsee, Parndorf/ Neusiedl am See, Müllendorf und Heiligenkreuz aufmerksam zu machen, wurde die Dachmarke „Businessparks Burgenland – Weil die Perspektiven perfekt sind“ gegründet. Seit 1997 sind im Burgenland sechs Technologiezentren in Neusiedl am See, Eisenstadt, Neutal, Pinkafeld, Güssing und Jennersdorf errichtet worden. Sowohl österreichische wie auch internationale Unternehmen haben sich dort niedergelassen. Zu den prominenten Mietern zählen Siemens, Santander Consumer Service GmbH, Enercon, Tridonic, Lumitech, das Europäische Zentrum für Erneuerbare Energie und das Postverteilerzentrum der Post AG.

BAUAKTIVITÄTEN IN PARNDORF Nach eineinhalb Jahren Bauzeit wurde heuer pünktlich zum Zehn-Jahr-Jubiläum die Erweiterung des Vier-Sterne-Hotels Pannonia Tower eröffnet. Für die umliegenden Betriebe im Businesspark Parndorf/Neusiedl am See ist diese Erweiterung um weitere 80 Zimmer von großer Bedeutung. Insgesamt wurden 8,8 Millionen Euro investiert. Erst Ende August fand ebenfalls in Parndorf der Spatenstich der Pado-Galerien statt. Dieses neue Fachmarktzentrum wird rund 21.000 m² vermietbare Fläche mit 30 Shop- und Gastronomieeinheiten umfassen. Die Shops der schaffen 400 bis 500 neue Arbeitsplätze. Die Fertigstellung und Eröffnung ist für Herbst 2020 geplant.

DATEN BURGENDLAND:
Einwohner 2018: 292.966
Erwerbstätige 2018 (Jahresdurchschnitt): 136.500
Beschäftigungsentwicklung 2008–2018: + 14,5 Prozent
Arbeitslosenquote 2018 (Jahresdurchschnitt): 2,8 Prozent
Unternehmungsgründungen 2018: 1.683
Forschungsquote in % des BRP, 2017: 0,85

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