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Wieso künftig nachhaltige Aktien an Relevanz gewinnen werden

12.05.2021

Der Aktienhandel wird grüner. Obwohl sich viele Anleger noch auf sogenannte „Wachstumsaktien“ fokussieren, wird das Investieren in ESG-Aktien immer beliebter. Nun stellt sich die Frage, warum es gerade für junge Anleger die Option zu nachhaltigen Investments braucht. Ein Gastkommentar von Nils-Hendrik Höcker, Länderchef Österreich des Neobrokers BUX.

"Der Wirtschafts- und Finanzwelt bleibt somit nichts übrig, als sich auf die verändernde Nachfrage rasch einzustellen", meint Nils Hendrik Höcker, Länderchef für BUX.

ESG-Aktien steigen mehr und mehr in der Gunst der Anleger. Damit sind Aktien gemeint, die Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards (ESG) berücksichtigen. Besonders junge Anlegerinnen und Anleger setzen auf nachhaltigen Investments. Die Grund liegt auf der Hand: Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind keine Nischenthemen mehr. Spätestens wenn diese Problematik sich in dem Handeln von großen Konzernen widerspiegelt, ist klar, dass es überall ein gesellschaftliches und wirtschaftliches Umdenken benötigt. Unsere Gesellschaft legt immer größeren Wert darauf, ethische und ökologische Gesichtspunkte in ihr alltägliches Leben miteinzubeziehen. Das schlägt sich auch im Finanzbereich nieder. Vielen Investorinnen und Investoren wird diese Entwicklung immer stärker bewusst. Trotzdem gibt es hierbei noch Generationenunterschiede: So würden in den USA nur 36 % der Babyboomer die Möglichkeit nutzen, ihren sozialen, politischen und ökologischen Werten in Aktien Ausdruck zu verleihen. Bei den Millennials sind es allerdings schon knapp 67 %. Die Nachfrage nach nachhaltigen Investment-Möglichkeiten wurde also vor allem von der Generation der Millennials vorangetrieben.[1]

Mit gutem Gewissen investieren

Unternehmen müssen gegenüber der Gesellschaft Verantwortung zeigen. Betriebe sind sich der Dringlichkeit bewusst, ihre schädlichen Auswirkungen auf die Natur zu reduzieren. Ebenso ist mittlerweile klar, dass ethisch und ökologisch vertretbares Handeln eine enorme Rolle für den Wert einer Marke spielt. In sogenannten ESG-Ratings fließen so nicht nur Umwelt und soziale Themen mit ein, sondern es werden auch Faktoren zu der Unternehmensführung berücksichtigt. Da es keine einheitliche Definition von Nachhaltigkeit gibt, unterscheiden sich auch einige der Bewertungen der unterschiedlichen Rating-Agenturen. Je nach Branche gibt es demnach verschiedene Kriterien, die für das jeweilige Ranking berücksichtigt werden. Zudem haben Studien gezeigt, dass Unternehmen mit höheren ESG-Ratings auch insgesamt höhere Unternehmensbewertungen erhalten. Insofern wird eine hohe ESG-Bewertung – egal für welche Branchen – in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen. Schließlich erzeugen Unternehmen als auch Anlegerinnen und Anleger selbst mit nachhaltigem Investment einen Mehrwert für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt. Unternehmen sind gut damit beraten, sich auf die Wünsche und Werte der jüngeren Generation einzustellen. Denn auch Millennials werden älter, verdienen besser und sparen ein größeres Vermögen an. Die Finanzwelt ändert sich von einer passiven Anlegerpopulation hin zu einer, die sich über ihre beitragsorientierten Pläne selbst finanziert. Somit wird es künftig notwendig sein, bestehende Prozesse, Technologien etc. auf die Bedürfnisse dieser Investoren auszurichten. Auch die Zukunft bringt keine Entspannung: Den Millennials folgt die Generation Z und diese Alterskohorte ist ein Stück entschlossener, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Der Wirtschafts- und Finanzwelt bleibt somit nichts übrig, als sich auf die verändernde Nachfrage rasch einzustellen.

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