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Elvira Pöschko, Gerhard Hofer

Weltmarktführer in 72 Stunden

12.10.2017

Am diesjährigen Kongress der Weltmarktführer wird versucht, live und innerhalb von nur 72 Stunden ein komplettes Unternehmen zu gründen. Wir haben die Initiatoren gefragt, wie das gehen soll.

VIENNA START-UP MOONSHOT

27. – 30. 11. 2017 im Apothekertrakt, Schloss Schönbrunn Ca. 150 hochmotivierte, inspirierte Menschen arbeiten 72 Stunden lang schwarmintelligent organisiert an der Realisierung der bis dato unbekannten Siegeridee. Dabei fällt eine Arbeitsleistung im Wert von etwa 1.000.000 Euro an, die dem Econauten und seinem künftigen Unternehmen zum Geschenk gemacht werden. Die Siegeridee stammt aus einer der Kategorien Energy, Mobility, Life Science oder Industrial Solutions und muss einen gesellschaftlichen Mehrwert erbringen. Den Rahmen bildet der Kongress der Weltmarktführer des Österreichischen Wirtschaftsverlages. www.startupmoonshot.com www.weltmartfuehrer.net

Der Mensch wächst mit seinen Herausforderungen. Dieser Spruch hängt garantiert irgendwo im Wohnzimmer von Gerhard Hofer und Elvira Pöschko, wahrscheinlich neben einem Bild von Steve Jobs oder Mick Jagger. Die beiden beginnen sich genau dann für Projekte zu interessieren, wenn andere sagen, okay, es ist zu hoch, das Wasser ist zu kalt, die Zeit ist zu knapp, es kann nicht funktionieren. Der erste „Vienna Start Up Moonshot“ ist so ein Projekt.

Was wollt ihr mit dem Start-Up Moonshot beweisen?
Elvira Pöschko: Zunächst geht es darum, das Format der ganzen Start-up-Pitches endlich weiterzuentwickeln. Jungunternehmer auf die Kongressbühne zu holen, um ihnen einen Scheck zu überreichen, war uns schlicht zu langweilig. Der Moonshot mag kühn und verwegen sein, er könnte aber ein neues Paradigma im Umgang mit Start-ups werden.

Gerhard Hofer: Der momentan grassierende Start-up-Hype wird langsam aber sicher zu einer selbstgefälligen, kontraproduktiven Schattenwirtschaft mit viel Scheinwerfern und wenigen echten Innovationen mit internationalem Potenzial. Auf der Strecke bleiben dabei viel zu oft junge Menschen und ihre Ideen, die die Welt tatsächlich nach vorne bringen könnten.

Was wird sich beim Moon-shot abspielen?
Elvira Pöschko: Wir versammeln mehr als 150 Profis und Experten, die gemeinsam mehrere tausend Arbeitsstunden ableisten werden, um eine Idee zum fertigen Unternehmen aufzubauen. Vom Rechtsanwalt bis zur Werbeagentur, es sind alle da. Mehr als 170 Ideen aus 23 Ländern wurden eingereicht, eine davon wird als Econaut in den Moonshot gehen und ab dem Tag danach in Richtung Weltmarktführerschaft marschieren.

Warum der Zeitdruck? Ist Geschwindigkeit heute ein derart wichtiger Faktor in der Wirtschaft?
Gerhard Hofer: Innovation hat etwas mit dem Erweitern von Grenzen zu tun. Das betrifft auch den Faktor Zeit, der Erfolg oder Scheitern entscheidend mitdefiniert. Mehr noch als die Verdichtung der Zeit interessiert uns an dem Projekt aber die Verdichtung der intellektuellen Kapazitäten, also des Hirnschmalzes von so vielen Leuten.

Erfolg um jeden Preis? Mit allen Mitteln? Das klingt etwas brachial.
Elvira Pöschko: Der Moonshot soll kein turbokapitalistisches Labor sein, im Gegenteil. Im Call wurden Ideen gesucht, die einen positiven Impact auf die Gesellschaft haben und nachhaltig sind, um in die engere Auswahl zu kommen. Der Moonshot will zeigen, dass gesellschaftsrelevante Visionen die Welt erobern können.

Gerhard Hofer: Wir gehen mit einem dynamischen, schwarmintelligentem und soziokratisch inspirierten Organisationsmodell vor, das Potenziale zur Entfaltung bringt. Mit einer genialen Idee, entschlossenen Investoren, herausragenden Dienstleistern und einem Leaderboard, das im Blitztempo Management-Entscheidungen treffen kann und dem Econauten beratend zur Seite steht.

Wird der Moonshot gelingen?
Gerhard Hofer: Failure is not an option!

Autor/in:
Stefan Böck
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