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Weiterbildungs trends 2018

28.02.2018

Jetzt ist sie bei uns angekommen, die Digitalisierung – auch in vielen Ausbildungsangeboten. Ein Überblick.

TEXT MARA LEICHT

Das Bewusstsein ist da: Ich muss etwas tun, um mein Unternehmen fit zu machen. Ein Bedürfnis, dem immer mehr Fortbildungsinstitute mit kurzen, kompakten Formaten entgegenkommen. Kein Wunder: Die Zeit reicht nicht für mehr. Die Anbieter haben verstanden, dass sie unmittelbare Praxistauglichkeit bieten müssen. So lockt die WU Executive Academy in ihrem dreimoduligen Kurzlehrgang „Data Science“ (zwölf Tage, 11.400 Euro) damit, dass man an realen Projekten aus dem eigenen Unternehmen arbeitet: Bring dein spezielles Thema, erarbeite im Kurs dein Konzept, und setze es sofort um. Zielgruppe sind nicht etwa IT-Spezialisten, sondern Geschäftsführer, Marketing-, Produkt- und Supply Chain-Manager sowie Finanzexperten. Denn, so Dekanin Barbara Stöttinger, „wer die Daten nicht versteht, entscheidet gegen den Erfolg“.

Es geht auch ausführlicher, aber günstiger: An der FH Kufstein Tirol arbeitet der neue berufsbegleitende Masterstudiengang „Data Science & Intelligent Analytics“ vier Semester lang mit realen Daten von Unternehmen aus der Umgebung – um heiße 363,36 Euro pro Semester plus 19,20 Euro ÖH-Beitrag.

Ganz im Trend des Moments tut sich viel rund um die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Allerorts sprießen Kurse aus dem Boden, die eilig ernannte Unternehmensbeauftragte rechtlich fit machen. Beispiele: WIFI (alle Bundesländer, 5 Tage, 1950 Euro), TÜV Austria Akademie (1 Tag, Brunn/Geb., 565 Euro), tecTrain (Graz, 1 Tag, 450 Euro). Es geht noch kürzer: Die WKO veranstaltet wöchentlich zweistündige Workshops. Bald anmelden, die Termine sind schnell ausgebucht!

DIGITALISIERUNG EINGEBAUT

Oft ist Digitalisierung drin, auch wenn sie nicht draufsteht. Wer sich ab April am Controller Institut zum „Certified Controller“ ausbilden lässt, hat ganz selbstverständlich auch die „Anforderungen von Digitalisierung und Big Data“ dabei. Auch im Rennen um die Studienplätze in „Financial Management“ der FHWien der WKW heißt es sich sputen: Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 14. Mai. Übrigens: Ebendort wird der Master- Studiengang „Executive Management“ ab Herbst erstmals ausschließlich in englischer Sprache unterrichtet.

Robotik ist zwar in aller Munde, lässt sich aber kaum in einem Kurzlehrgang lernen. Nur das Linzer WIFI bietet gleich mehrere Ausbildungen für die Programmierung der gängigsten Robotermarken (laufend, ab 35 Unterrichtsstunden, ab 2100 Euro). Da haben es die großen OÖ Industriekonzerne nicht weit, sich die frischgebackenen Roboterprogrammierer unter den Nagel zu reißen. Oder ihre eigenen Leute zur Ausbildung hinzuschicken.

Erstaunlich wenige Angebote finden sich zum Thema „Bitcoin und die Blockchain“ – jedenfalls in Österreich. In Wien veranstaltet imh am 13. und 14. März ein zweitägiges Seminar (1895 Euro) und die FH Campus Wien widmete der Blockchain im Oktober eine Campus Lecture. Die FH Campus Wien zeigt hier übrigens ein gutes Gespür für aktuelle ITThemen. Ab März stehen „IT-Security-Awareness im IoT-Zeitalter“ (Wie sensibilisiere ich meine Mitarbeiter?), „ Authentifizierung im Internet“, „ZigBee Security“ und „(Un)Usable Security“ auf dem Programm.

HR BEKOMMT WIEDER MEHR GEWICHT

Personalabteilungen bekommen wieder mehr Gewicht – und Budget. Ihnen obliegt die Sisyphus-Aufgabe, dem Unternehmen die kostbaren Jungtalente und Experten zuzutreiben. Um Human Resources diesen Job schmackhaft zu machen, werden sie aufgewertet – und bekommen selbst Weiterbildung gesponsert. In der ist natürlich auch Zeitgeistiges eingebaut. So wie im Business Circle Kompakt Lehrgang „HR Business-Partner“, der zwei seiner sieben Tage dem Thema „Führung, Kultur und Change in der Organisation der Zukunft“ widmet (ab 17. April, Wien, 3.999 Euro). Noch einmal die FHWien der WKW: Deren Institut für Personal und Organisation bietet ab September einen Bachelor in „Personalmanagement“ und einen Master in „Organisations- und Personalentwicklung“ an (363,36 Euro pro Semester + 19,20 Euro ÖH-Beitrag).

Auch die Akademie der Wirtschaftstreuhänder bietet ab Frühjahr erstmals einen zweisemestrigen akademischen Lehrgang für „Arbeits- und Personalmanagement“ an. Der ist allerdings zahlen- und gesetzeslastig – von Digitalisierung noch keine Rede.

WIE FÜHRT MAN HEUTE?

Viele Führungskräfte machen sich aktuell Gedanken, wie sie sich, ihr Team und ihre Organisation neu erfinden können. Das Kurzprogramm „ Pioneers oft he 21th century“ der WU Executive Academy macht „aus Managern Leader“. In fünf berufsbegleitenden Modulen entwickelt es „Persönlichkeiten, die inspirieren, Selbstverantwortung vorleben und ihr Unternehmen in Welten führen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat“ (ab Herbst, 11.400 Euro). Dem Schlagwort „Agilität“ hat sich das Wiener MDI (Management Development International) verschrieben. Der fünfteilige Lehrgang heißt „Agile Führung“, startet im September und dauert bis Februar 2019 (Early Bird Tarif 2240 Euro).

Leadership in allen Facetten ist das Thema des Hernstein Institutes. Die Palette reicht von „Gamification – spielerisch führen“ (12.–13. März, 1250 Euro) bis „Selbstcoaching“ ( 9.–10. April, 1500 Euro). Hernstein-Chefin Michaela Kreitmayer stellte ein interessantes Phänomen fest. Zwar wünschten sich Unternehmen verstärkt E-Learning-Seminare, sagt sie, „aber die meisten Seminarteilnehmer bevorzugen nach wie vor das Präsenztraining“. Nichts gegen die Digitalisierung – aber ein bisserl Mensch-zu-Mensch soll schon noch sein.

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