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v.l.n.r.: Hans Harrer, Josef Plank, Lukas Kasalo, Manfred Haimbuchner, Josef Obergantschnig, Michaela Reitterer, Günther Herndlhofer, Gabriele Stowasser, Alix Frank                                     Thomasser, Dr. Johannes Linhart

Warum Unternehmen SDGs umsetzen sollten

28.03.2019

Der Senat der Wirtschaft hat zu einer Veranstaltung geladen, auf der die Nachhaltigkeitsziele der UN im Zentrum standen. Ausgangspunkt von Vorträgen und einer intensiven Diskussion war eine Erhebung, wie es um die Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDG) in Österreich steht. Der Befund fiel positiv aus, wenn auch noch viel zu tun bleibt.

„SDGs in die Unternehmensstrategie einfließen zu lassen, kann die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen erhöhen“, ist Hans Harrer, Vorstandsvorsitzender des Senats der Wirtschaft, überzeugt. Denn „es kann nicht sein, dass man den Umweltschutz allein an die Politik delegiert“. Dass Österreich bei der Umsetzung der SDGs innerhalb der EU an 5. Stelle steht und somit gut unterwegs ist, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir noch Aufholpotential haben. Denn wenn wir auch bei 47 Prozent der SDGs im absoluten Spitzenfeld zu finden sind, bleiben wir immer noch bei rund 35 Prozent im Hintertreffen“, deponiert Josef Obergantschnig, Präsident von Ethico - Verein für Wirtschaft und Ethik, der auf Eurostat-Basis die SDG-Bewertung für Österreich erstellt hat. In Zukunft sollten ökonomische Grundsätze mit ökologischen und sozialen im Einklang stehen, waren sich die Teilnehmer der Senats/Ethico Veranstaltung zum Thema: „Warum SDGs für Unternehmen relevant sind“ einig.

Allerdings forderte der oberösterreichische Landeshauptmann Manfred Haimbuchner, eine viel intensivere öffentliche Diskussion darüber ein. „Denn das Wort Nachhaltigkeit ist in der Bevölkerung schon ganz gut angekommen, mit den SDGs kann aber kaum jemand etwas anfangen. So lange aber darüber kein Wissen aufgebaut wird, kann man von den Menschen nicht verlangen, sich damit zu identifizieren.“ Da seien die Politik, aber auch die Unternehmen gefordert. Er selbst so, deponierte er, versuche die SDGs bei seinen Entscheidungen zu berücksichtigen, allerdings „ist es immer ein Kompromiss. Denn was auf einer Seite gut sein kann, kann auf einer anderen Seite negative Auswirkungen haben.“ Hier sei stets Augenmaß gefordert, ist der Politiker überzeugt.

Renditenbringer Nachhaltigkeit

„Unternehmer müssen sich die Frage stellen, welchen Beitrag sie zu den SDGs leisten können, denn diese decken die Grundbedürfnisse der Menschen ab. Impact ist dabei ein wichtiger Gradmesser“, ist Günther Herndlhofer, Leiter Veranlagung der VBV Kasse, überzeugt. Jede Investition wird hier danach überprüft, ob sie ethischen Grundsätzen und den SDGs entspricht. Nachhaltigkeit ist ein wesentliches Kriterium. „Und damit erzielen wir eine ausgezeichnete Rendite“, so Herndlhofer. Die VBV war europaweit die erste Pensionskasse, die ihren CO2-Fußabdruck veröffentlicht hat.

Dass man SDGs auch als Erfolgsfaktor nutzen kann, beweist Michaela Reitterer. So plant die Präsidentin der ÖHV und Geschäftsführerin des ersten Umwelthotels in Österreich, 17 ihrer Zimmer je einem SDG zu widmen. „Das ist natürlich sehr herausfordernd, weil wir nicht mit erhobenem Zeigefinger unterwegs sein wollen, denn der Gast soll sich natürlich bei uns wohlfühlen“. So wurde ein Upcycling-Konzept entwickelt. Dabei wurde z.B. eine Sprossenwand zu einem Bett-Kopfteil verarbeitet, eine Wasserpumpe zum Fuß einer Stehlampe. Zudem wurde auch die Lieferantenkette auf Nachhaltigkeit überprüft. „Auf diese Weise ermöglichen wir nicht nur nachhaltiges Wirtschaften, sondern können unsere MitarbeiterInnen, wie auch unsere Gäste optimal ‚mitnehmen‘“, so Reitterer. Denn genau diese Transparenz sei nötig, um Erfolg zu haben.

Mit der Verbesserung des Kundennutzens im öffentlichen Verkehr beschäftigt sich wiederum Lukas Kasalo, Generalsekretär von ATTC. Technologien und neue Entwicklungen stehen hier im Mittelpunkt, etwa verschiedene Antriebsstoffe und Telematik, um den Verkehr besser steuern zu können und so den CO2-Ausstoß zu mindern.

Messbare Ziele setzen

Josef Plank, Generalsekretär des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus, ist sich der Wichtigkeit seines Ministeriums bewusst. „Die Ansprüche an die Politik sind groß, aber nur gemeinsam mit den Unternehmen wird es uns gelingen, Erfolge zu erzielen.“ Noch sucht man einen optimalen Weg, der nicht nur Maßnahmen vorgibt, sondern diese als Ziele definiert und mit genauem Terminplan versieht, womit sie messbar werden. Er ist allerdings optimistisch, dass Österreich seiner Rolle als Umweltland gerecht werden wird.

„Wir fordern die Unternehmen auf, beim SDG-Award des Senats einzureichen und so ihren Einsatz für nachhaltiges, soziales und ökologisches Unternehmertum unter Beweis zu stellen“, so Dr. Alix Frank-Thomasser, Gründerin der Alix Frank Rechtsanwälte GmbH und Mitglied im Ethikbeirat des Senats, sowie Vorsitzende des Komitees zum Thema CSR für KMUs und Konzerne im CCBE, dem Rat der europäischen Anwaltschaften. Der SDG-Award wird im November übergeben werden. Einreichungen sind ab sofort möglich. 

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