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War for Talent 4.0

09.10.2019

Ohne Innovation ist wirtschaftlicher Erfolg kaum noch vorstellbar. Doch dafür brauchen Unternehmen mehr denn je die entsprechenden Fachkräfte. Vor allem um IT-Fachkräfte herrscht ein internationaler Wettkampf. Eine neue Initiative soll Österreich nun bei den begehrten Experten ins rechte Licht rücken.

Laut einer Studie von Ernst & Young finden 83 Prozent der österreichischen Mittelstandsunternehmen keine geeigneten Fachkräfte, und 40 Prozent beklagen deswegen Umsatzeinbußen. Die WKO bezifferte den Fachkräftebedarf österreichweit mit 162.000 Personen. Allein in der IT fehlen rund 10.000 hochqualifizierte Fachkräfte. Ähnlich, teilweise noch zugespitzter, ist die Situation in anderen europäischen Ländern. Umso wichtiger wäre es, rechtzeitig Maßnahmen zu setzten. Einige davon bündelt nun eine neue Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Digitalisierung. „Österreich kann diesen Bedarf nicht allein aus dem Inland decken, deshalb brauchen wir hier einen qualifizierten Zuzug“, stellte Ministerin Elisabeth Udolf-Strobl bei der Präsentation der Initiative der Austrian Business Agency (ABA), die unter dem Namen Work in Austria läuft, klar. „Wir stehen hier im europäischen Wettbewerb um die besten Fachkräfte. In Zukunft werden wir nicht nur für den Investitionsstandort, sondern auch für den Arbeitsmarkt Österreich werben.“ Als eigene Abteilung der ABA, die so zu einer modernen Standortagentur weiterentwickelt wird, unterstützt die Initiative österreichische Unternehmen beim Recruiting gefragter Schlüsselkräfte im Ausland. Durch Kommunikationsarbeit für den Arbeitsstandort Österreich soll das Land außerdem noch stärker als attraktive Destination für internationale High Potentials etabliert werden.

HOCHQUALIFIZIERTE IT-FACHKRÄFTE REKRUTIEREN

„In einer ersten Phase werden wir uns auf Länder innerhalb der EU, etwa Polen, Rumänien, Bulgarien, Kroatien und Griechenland, fokussieren“, erklärt Aleksandra Izdebska, Director für ICT bei der ABA. „In diesen Ländern gibt es eine sehr lebendige IT-Szene, und dem Decoding-Global-Talents- Bericht der Boston Consulting Group zufolge ist Österreich bei Fachkräften aus Südosteuropa bereits jetzt sehr beliebt.“ Die aus Polen stammende DiTech-Gründerin mit ehemals 350 Mitarbeitern spricht hier aus eigener Erfahrung. „Wichtig ist es zu erwähnen, dass Österreich nicht mehr nur mit einem höheren Lohnniveau punkten kann. Osteuropa hat diesbezüglich in den vergangenen Jahren stark zugelegt, und natürlich sind hochqualifizierte Schlüsselkräfte auch dort äußerst gefragt. Wir müssen uns bewusstmachen, dass sich bei Bewerbungsverfahren die klassische Rollenverteilung teilweise umgedreht hat. Heute sind es vielfach die Unternehmen, die sich um die besten Köpfe bewerben und auf kreative Art und Weise auf sich aufmerksam machen müssen.“

HANDS-ON-UNTERSTÜTZUNG

Sich der Tatsache bewusst, dass österreichische Unternehmen mit dem Recruiting im Ausland oft Neuland betreten und nicht die Mittel und personellen Möglichkeiten haben, sich dem Thema eingehend zu widmen, will Work in Austria einen Großteil der Organisations- und Koordinationsarbeit für sie übernehmen und auch einen Teil der entstehenden Kosten abdecken.

Auf dem Programm steht eine ganze Reihe von Veranstaltungen in Ländern wie Kroatien, Polen oder Rumänien, die sich gezielt an IT-Fachkräfte richten, sowie Kooperationen mit ausgewählten technischen Universitäten. Zu den ersten Programmpunkten gehört etwa der DefCamp in Bukarest Anfang November. Dabei handelt es sich um eine Konferenz zu Hacking und Datensicherheit. Eine der wesentlichsten Maßnahmen der Initiative ist jedoch eine umfassende Online-Jobplattform für internationale hochqualifizierte Arbeitskräfte, die Anfang kommenden Jahres unter www.workinaustria.at starten wird und auf der österreichische Unternehmen offenen Stellen ausschreiben können. Nähere Informationen zur Teilnahme an Work in Austria können unter workinaustria@aba.gv.at angefordert werden.

Autor/in:
Mag. Stephan Strzyzowski
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