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Vom Ölfilter zur E-Mobilität

09.10.2019

Vor 50 Jahren fand der Spatenstich für das Mahle-Werk in St. Michael ob Bleiburg statt. Heute sind 2.300 Mitarbeiter auf dem 220.000 Quadratmeter großen Firmengelände beschäftigt.

Filter sind seit fünf Jahrzehnten das Erfolgsprodukt des Südkärntner Werks. Die Ölanschraubilfter, mit denen Firmengründer Franz Mlinar das Unternehmen groß gemacht hatte, werden auch heute noch produziert. „Die Nachfrage ist zwar nicht mehr groß, aber es gibt noch immer genug ältere Fahrzeuge, die sie benötigen“, sagt Thomas Berg, der seit 2015 die Geschäfte führt. Die breite Produktpalette gehört zum Erfolgsrezept des Bleiburger Werks: „Weit über 6.000 Artikel“ gehören laut Berg zum aktuellen Portfolio, darunter Ölfiltermodule, Zylinderkopfabdeckungen und Kraftstofffilter. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie werden für die Luftfilterung von Motoren benötigt. Damit blieb man der Gründungsidee aus dem Jahr 1969 treu, wenn auch die Produkte und deren Herstellung sich völlig verändert haben. „Es ist ähnlich wie bei den Motoren: Früher war alles noch einfacher, heute steckt in jedem Teil Hightech.“ Das sieht man auch an der Produktion: Gearbeitet wird an modernsten Maschinen, die auf das Tausendstel genau fertigen. Um den Anforderungen der Automobilindustrie gerecht zu werden, gibt es sogar einen eigenen Reinraum. „Wir passen uns an die Wünsche unserer Kunden an“, erklärt Berg pragmatisch. Was einfach klingt, ist eine der größten Herausforderungen für das Unternehmen: Denn welche Produkte die Automobilindustrie in einigen Jahren benötigen wird, weiß niemand mit Sicherheit. „Es geht alles sehr schnell. Früher dauerten Innovationszyklen fünf bis zehn Jahre, heute sind zwei bis drei Jahre schon eine lange Zeit“, so Berg. Weiter in die Zukunft zu denken sei wie „der Blick in die Glaskugel. Niemand kann mit Sicherheit sagen, wo der Markt in fünf Jahren sein wird.“

WO DIE REISE HINGEHT?

Vor allem die Frage, ob und wie schnell sich Elektroautos durchsetzen werden, ist für Mahle entscheidend. „Es sind hier noch viele Fragen offen, das reicht von der Verfügbarkeit von Rohstoffen für Batterien bis zu einem Ladenetz für die Fahrzeuge. Von einem internationalen Fahrplan für die E-Mobilität ganz zu schweigen“, erklärt der Betriebsleiter. Diese Ungewissheit mache es für Unternehmen schwierig, Investitionsentscheidungen zu treffen. „Das ist sicher unsere wichtigste Aufgabe: die richtigen Entscheidungen treffen. Aber das ist eben unser Job“, sagt er mit einem Lächeln. Und in dem Bleiburger Werk hat man sich entschieden: In den kommenden drei Jahren wird man in die Optimierung des Materialflusses und in Entwicklungsarbeit rund um die E-Mobilität setzen. Während das Ziel beim Materialfluss klar ist – nämlich eine geringere Lagerhaltung und die bessere Abstimmung mit Lieferanten –, setzt man bei der EMobilität auf Forschung und Entwicklung.

SCHNELLE FRESSEN LANGSAME

„Wir konnten bereits zwei Projekte rund um die E-Mobilität für uns gewinnen, bei denen wir mit Partnern an neuen Technologien arbeiten. Und wir arbeiten daran, noch weitere für uns zu gewinnen.“ Obwohl man nicht wisse, wie sich der Elektromarkt entwickeln wird, sei rasches Handeln nötig. „Früher hat man gesagt: Die Großen fressen die Kleinen. Heute fressen die Schnellen die Langsamen. Es passiert immer wieder, dass sich Große ihrer Sache zu sicher waren und sich nicht weiterentwickelt haben. Und das Business ist an ihnen vorbeigezogen. Heute gibt es sie nicht mehr.“ Die Quintessenz sei deshalb: „Stillstand ist Rückschritt. Das gilt heute mehr denn je. Man muss permanent investieren und am Puls der Zeit bleiben, sonst kann es schnell schwierig werden.“

 

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MARKUS MITTERMÜLLER

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