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Verschwendung - auf die Perspektive kommt es an!

01.12.2020

Verschwendung von Potential findet auf allen Ebenen statt: strategisch und organisational einerseits sowie operativ andererseits. Wie man sie verhindern kann? Eina Analyse von Ursula Oberhollenze von ECCOStandards & More.

Unternehmen sind seit jeher darauf fokussiert, ihre Betriebsabläufe zu optimieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, indem sie den übermäßigen Verbrauch oder die ineffiziente Verwendung von Ressourcen – also ihre operative Verschwendung - zu minimeren. Ziel ist es, alle Aktivitäten bestmöglich in Nutzleistung umzusetzen und somit die Wertschöpfung zu erhöhen. Aus dieser Grundphilosophie des Effizienten lässt sich die Definition von Verschwendung eindeutig ableiten, eine Analysemethode im Lean Management Ansatz.

Strategische Verschwendung findet statt, wenn Vision, Mission, Werte und Ziele nicht klar sind und wenn das Wertschöpfungsnetzwerk, die strategischen Prozesse  bzw. Supportbereiche des Unternehmens diese nicht unterstützen. Oder wenn das Leistungsspektrum unklar definiert ist und Schlüsselkräfte mehr für verwaltende Funktionen/Rollen eingeteilt werden, als für gestaltende. Ein auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Strategieprojekt ist oft nicht aufwändiger als ein Lean-Projekt im Unternehmen (auch wenn vielleicht zum Teil andere Personenkreise involviert sind). Für die Strategie stehen die drei Dimensionen Wachstum, Rendite und Risiko im Mittelpunkt. Aus unserer Sicht darf keiner der drei Parameter übermäßig ausgeprägt sein, keiner darf vernachlässigt werden. Die richtige Balance dieser drei Zieldimensionen ist sehr anspruchsvoll und höchst individuell, hilfreich sind dafür unterschiedliche Instrumente, z.B. die OKR-Systematik (Objectives and Key Results) oder Balanced Scorecard.

Die klare Vereinbarung von

  • richtungsweisenden Zielen für ein Jahr (Objectives)
  • anzustrebenden Ergebnissen (Key Results) sowie den dafür erforderlichen
  • Projekten und Maßnahmen (Initiatives)

sorgt für klare Priorisierungen und macht die Strategieumsetzung verbindlich und transparent.

Damit kommen wir zur organisationalen Verschwendung. Die Organisationsform muss zur gewählten Strategie passen, sprich „structure follows strategy“. In Zeiten sich immer schneller verändernder Rahmenbedingungen ist das eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe. Reorganisationsprojekte und viel Aufwand für Change Management sollen häufig Abhilfe schaffen. Die grundlegende Philosophie von klar definierten Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten bleibt jedoch oft bestehen. Das wird zukünftig nicht mehr ausreichen, denn Aufgaben im Unternehmen, die eben nicht häufig wiederkehrend, sondern sehr sprunghaft und ohne großen Vorlauf erledigt werden müssen, werden weiter zunehmen.

Modelle der Selbstführung und der Selbstorganisation sollten eingesetzt werden, z.B. wo es um Aufgaben geht, die mit Prinzipien der Agilität und Anpassungsfähigkeit bearbeitet werden sollten. Das setzt bei Mitarbeitenden eine andere Offenheit und ein hohes Vertrauen in die eigenen Problemlösungsfähigkeiten voraus. Wir sind der Überzeugung, dass Unternehmen künftig diese Ambivalenz annehmen und für sich nutzen sollten, um die Anforderungen von morgen bestmöglich zu erfüllen und weiterhin Wettbewerbsvorteile zu schaffen.

Original erschienen am 01.12.2020: Die Wirtschaft.
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