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Verpackung, die nachwächst

07.04.2017

Wenn immer mehr Produkte versandt werden, spielt die Verpackung eine immer größere ökologische Bedeutung. Max Hölbl Sprecher des Forum Wellpappe Österreich und Geschäftsführer von Dunapack Mosburger GmbH erklärt, wie das Material einen Beitrag zum Klimaschutz leistet. 

Das Forum Wellpappe wurde 1991 gegründet, um den Informationsstand zu heben und das Produktimage zu pflegen. Im Gründungsjahr war CSR vermutlich noch niemandem ein Begriff; wie sehr spielt Ihnen die aktuelle Entwicklung in die Hände?

Corporate Social Responsibility (CSR) befand sich bei der Gründung des Forum Wellpappe Austria im Jahr 1991 noch in den Kinderschuhen. Jedoch die ökologische und gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen der österreichischen Wellpappeindustrie wurde bereits damals groß geschrieben. Nicht zuletzt produzieren wir Produkte, die ökologisch nachwachsend sind. Es stimmt, das Thema Umweltverträglichkeit erhält in den letzten Jahren sowohl bei den Konsumenten als auch bei unseren Auftraggebern, den Handels- und Industrie-Unternehmen, einen immer höheren Stellenwert. Die Österreichische Wellpappe-Industrie hat 2016 insgesamt 979 Mio m2 Wellpappe geliefert, das ist ein Absatzplus von 1,8 Prozent gegenüber 2015. Als wichtiger Wachstumstreiber stellt sich für uns weiterhin der Online-Handel heraus.

Haben Sie eine Vorstellung, wie viel Co2 pro Jahr durch den Einsatz dieses Verpackungsmaterials in Österreich eingespart wird?

Der CO2-Fußabdruck von Wellpappe beträgt nach Berechnungen des europäischen Dachverbandes der Wellpappenindustrie (FEFCO) rund 744 kg CO2 pro Tonne Wellpappe. Im Jahr 2012 lag der Wert noch bei 746 kg  - das ist also eine laufende Verbesserung. Wellpappe als Verpackungsmaterial schneidet damit generell sehr gut ab. Wer sich für Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Wellpappe entscheidet, schont nämlich nicht nur die fossilen Ressourcen der Erde, sondern leistet sogar einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Verpackungen aus Wellpappe sind heute die Musterschüler der Kreislaufwirtschaft: Sie bestehen zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen und sind biologisch abbaubar. Viele unserer Auftraggeber nutzen Wellpappe als wirksamen Produktschutz und zeigen mit der Verwendung des natürlichen Materials auch ihre ökologische Verantwortung.

Der E-Commerce wächst und wächst und damit auch der Bedarf an Verpackungsmaterial. Welche Maßnahmen setzt die Industrie, um in Zukunft noch nachhaltiger zu produzieren?

Speziell bezogen auf den wachsenden Online-Handel bieten wir als Industrie unseren Kunden maßgeschneiderte Verpackungen an, die so gut wie möglich auf die Größe des Packguts angepasst sind, sodass so wenig wie möglich Luft transportiert wird. Allgemein arbeitet die Wellpappe Industrie ständig an der Reduktion des Energiebedarfs. Dies betrifft den Einsatz energiesparender Maschinen genauso wie ständig verbesserte Logistiklösungen zur effektiveren Auslastung von LKWs, um letztlich weitere Einsparungen hinsichtlich des co2 footprints zu bewirken.

 Wie gut funktioniert das Recycling in Österreich? 

Österreich ist im Bereich Papier- bzw. Wellpappeverpackungen "Weltmeister" im Recycling. Mit einer Recyclingquote von über 98 Prozent funktioniert das also sehr gut . Nichts desto trotz bemühen wir uns um eine weitere Verbesserung dieser Bilanz. Wellpappe ist ein nachhaltiger Packstoff: Papier, das Ausgangsmaterial des Wellpappe Stoffkreislaufs hat seinen Ursprung in Wäldern, die nachhaltig bewirtschaftet werden. Diese verantwortungsvolle Forstwirtschaft stellt sicher, dass der Baumbestand  in Europa tatsächlich zunimmt. Für Wellpappe werden keine Bäume gefällt. Bei der Pflege bewirtschafteter Wälder fallen Bruch- und Durchforstungsholz an – der Primär-Rohstoff für die Papierherstellung.Auch der Klebstoff, der glatte und gewellte Papierbahnen verbindet, ist natürlichen Ursprungs – es handelt sich um Leim auf Basis von Mais-, Weizen- oder Kartoffelstärke.

www.wellpappe.at

 

 

 

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