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Vermögen in Österreich sehr ungleich verteilt

10.04.2019

Die Vermögensungleichheit in Österreich befindet sich auf südamerikanischem Niveau. Diese Erkenntnis liefert der Allianz Wealth Equity Indicator (AWEI), der erstmals verschiedene Parameter der Wohlstandsverteilung und ihre Veränderungen in 53 Ländern misst und in einem Indexwert bündelt.

Österreich rangiert im internationalen Vergleich lediglich auf Platz 41 und liegt damit hinter Ländern wie Brasilien oder Mexiko. Schwacher Trost: Die Vermögensverteilung in Deutschland (Rang 48) ist sogar noch unausgeglichener. Das mittlere Geldvermögen der Österreicherinnen und Österreicher liegt bei 19.015 Euro pro Kopf (Medianwert), was unserem Land immerhin Platz 17 im globalen Vergleich einbringt. Seit der Jahrtausendwende ist dieser Wert um 3,9 Prozent p.a. und damit um 0,1 Prozentpunkte stärker als der Durchschnittswert gewachsen. Ein Indiz für eine tendenziell erfreuliche, aber nur extrem langsam voran schreitende Verbesserung des Vermögensungleichgewichtes, wie die Autoren der Allianz Studie betonen. Ein weiterer Beleg, dass Österreich in der richtigen Richtung, aber eher im Schneckentempo unterwegs ist: In den letzten 17 Jahren ist der Vermögensanteil des reichsten Bevölkerungszehntels hierzulande um drei Prozentpunkte auf nunmehr 55,3 Prozent zurückgegangen.

Auch wenn Österreich damit – neben Belgien, Schweden und Norwegen – zu den wenigen europäischen Ländern zählt, die in den letzten Jahren überhaupt Fortschritte erzielt haben, ist das Gesamtbild nach wie vor unbefriedigend. Als entscheidende Stellschraube für eine ausgeglichenere Vermögensverteilung erweist sich ein langfristig orientiertes Anlageverhalten, beispielsweise durch die breite Förderung einer kapitalgedeckten Altersvorsorge. Fazit: „Es wird Zeit, dass sich die Österreicher von ihrem geliebten Sparbuch verabschieden. Bei Nullzinsen und steigender Inflation laufen sonst die Sparanstrengungen weiter ins Leere und eine nachhaltige Verbesserung der Vermögenssituation ist nicht zu erreichen“, so Martin Bruckner, Chief Investment Officer der Allianz Gruppe in Österreich und Vorstandsmitglied der Allianz Investmentbank AG.

Deutschland und Skandinavien mit Nachholbedarf

Im internationalen Vergleich haben sich die Unterschiede im Vermögensbesitz zwischen den Ländern in den letzten Jahren deutlich verringert, in erster Linie dank des rasanten Aufstiegs Chinas. Viele andere Ergebnisse des AWEI sind überraschend. Neben den „üblichen Verdächtigen“ USA, Südafrika, Indonesien oder Großbritannien gehören auch Dänemark und Schweden zu den Ländern mit einer stark verzerrten nationalen Vermögensverteilung. Dafür dürfte in erster Linie die hohe Verschuldung weiter Teile der Bevölkerung mit Immobilienkrediten verantwortlich sein. In Deutschland wiederum machen sich die Folgen der Wiedervereinigung und das weitgehende Fehlen einer kapitalgedeckten Altersvorsorge bemerkbar. Auf der anderen Seite finden sich in der Gruppe der Länder mit einer relativ ausgeglichenen Vermögensverteilung viele europäische Länder aus Ost und West – auch Eurokrisenländer wie Italien, Spanien und Griechenland.

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