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Verhaltener Optimismus

15.09.2015

Für WU-Professor Arnold Schuh gibt es in CEE noch einige Probleme zu lösen. KMU könnten dort Produktionskosten zu sparen.

Arnold Schuh ist Assistenz- Professor am Competence Center  for Central and Eastern Europe

Kommt Osteuropa wieder als Wachstumsmotor zurück?
Der Catching-up-Prozess ist im Gange. Die elf Länder wachsen durchschnittlich heuer um 2,7 Prozent, das ist doch um ein Prozent mehr als der EU-Schnitt. Von den Wachstumsraten vor der Krise sind wir aber noch weit entfernt. Damals lag das regionale Wachstum in den meisten Ländern aus CEE drei Prozent über dem Europa-Schnitt. Es sieht nicht mehr ganz so pessimistisch aus, aber den großen Schub sehe ich noch nicht. 

Manche Regionen wie Polen, das Baltikum oder zuletzt Rumänien entwickeln sich besser. Warum?
Es ist schwer zu beurteilen, woran das genau liegt. Mir kommt vor, dass die Investoren allgemein auch in diesen Ländern noch zurückhaltend sind.  

Es sind also noch Probleme zu lösen, um Investoren anzuziehen. Welche?
Wichtigster Punkt ist die Reform der Institutionen. Es geht um Bürokratie, Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsbekämpfung. Das Beispiel Ungarn zeigt, dass unvorhersehbare Gesetze und Regelungen Unternehmen nicht gerade anlo-cken. 

Wie sieht die Perspektive für österreichische KMU aus, die in CEE engagiert sind oder sich engagieren wollen? 
KMU sind schon in der Vergangenheit Konzernen gefolgt. Viele bieten ihre Produkte und Dienstleistungen in den Branchen Energie, Bankwesen oder Automotive an. Es gibt keine Indizien, dass der Konsum in den Ländern sprunghaft ansteigen wird. Derzeit stellt sich für Unternehmen eher die Frage, Kostenvorteile zu nützen und Teile der Produktion nach CEE auszulagern.

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