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Anpacken, selber machen, ausprobieren: Unsere Gehirnzellen sind aktiver, wenn wir Bewegungsabläufe selbst durchführen, als nur davon zu lesen.

Veränderungen spielerisch erleben

24.08.2016

Viele Unternehmen verpassen die Chance, die die digitale Vernetzung bietet. Grund sind oft die Vorbehalte gegen die Digitalisierung der Supply Chain. Da man sich bisher erfolgreich auf die eigenen Erfahrungen verlassen konnte, ist es nun schwer sich auf digitalisierte Prozesse einzustellen. Ein kundenindividuelles Planspiel kann aber bei der Umstellung helfen.

Eine Gruppe erwachsener Männer und Frauen stehen an mehreren Tischen verteilt, bewegen – fast wie in Legoland – kleine Maschinen, Kästchen, Laufkarten und andere Utensilien. Dabei rufen und laufen sie hektisch hin und her. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein Elternabend im Kindergarten, hat einen ernsten Hintergrund. Wir befinden uns in einer sogenannten Lernfabrik. Hier können die Teilnehmer an einer Praxissimulation erleben, wie standardisierte Prozesse und Digitalisierung die Abläufe in einem Unternehmen vereinfachen und die Effizienz steigern können. So werden Ängste gegenüber den Veränderungen genommen und bereits vorab die Umsetzung bis ins Detail praktisch erprobt.

Praxis statt Powerpoint

Kerkhoff Consulting hat dazu in seiner Wiener Zweigstelle im ersten Bezirk eine mobile Lernfabrik, „Performance Center“ genannt, eingerichtet. Dort können die notwendigen prozessualen und digitalen Schritte dargestellt und nachvollzogen sowie optimiert werden. Der Hintergrund: Praktisch Ausgeführtes bleibt zu 90% im Gedächtnis, Gelesenes lediglich zu 10%. Die Effekte von Lean Management im Rahmen der Lernfabrik sollen einen langfristig bleibenden Eindruck hinterlassen. Kundenindividuelle Planspiele und Simulationen machen die Effizienzsteigerung begreifbar. Dazu wird die gesamte Wertschöpfungskette veranschaulicht, die täglichen Prozesse eines produzierenden Unternehmens vereinfacht dargestellt und in der Praxissimulation Veränderungen entlang der Wertschöpfungskette betrachtet. Bei diesem Planspiel tagt aber nicht nur die erste Führungsebene hinter verschlossenen Türen, sondern dutzende Mitarbeiter aus den verschiedensten Abteilungen einer Firma mischen mit. Am Modell werden dann Schritt für Schritt mögliche Veränderungen erarbeitet, digitale Lösungen eingebunden und neue Arbeitsabläufe getestet. Zum Abschluss gibt es dann weiter den Bericht mit allen relevanten Kennzahlen. Ziel der Übung: Durch die Lernfabrik sollen die Teilnehmer etwa erkennen, wie sie hohe Energiekosten, volatile Rohstoffpreise, zu wenig Transparenz im Produktionsprozess, zu hohen Ausschuss aber auch ineffiziente Produktionsstraßen und gestresste, unzufriedene Mitarbeiter; in den Griff bekommen. Profitieren können von dem System generell KMU sowie produzierende Unternehme und Betriebe aus dem Bereich Anlagen-, Maschinen- und Fahrzeugbau.

Hintergrund: Eine Lernfabrik ist ein Labor, das im Aufbau und in der Ausstattung industrielle Automatisierungslösungen simuliert (von Produktionsplanung, Einkauf, Lager, Versand, Produktion, etc.) und in dem Grundlagen für anwendungsnahe Prozesse erlernt werden können.

Eine Lernfabrik:
- bereitet auf den mit der Einrichtung von Industrie-4.0-Prozessen einhergehenden Wandel in der Arbeitswelt vor,
- ermöglicht die Qualifizierung in einer praxisnahen Lernumgebung mit intelligenten Maschinen und digital vernetzten Prozessen,
- macht das abstrakte Konzept von Industrie 4. 0 fassbar.

Positive Effekte der Lernfabrik:

  • Abbildung der gesamten Wertschöpfungskette für alle Mitarbeiter eines Unternehmens bevor man kostspielige Änderungen im Unternehmen tätigt
  • Neue Arbeits- und Produktionsabläufe können getestet werden
  • Komplexität wird reduziert
  • Transparenz aller Produktionsabläufe in Echtzeit – man zeigt, was es bedeutet, wenn Maschinen bzw. Abteilungen miteinander vernetzt sind
  • Ängste und Verunsicherungen gegenüber Veränderungen (zB. durch Digitalisierung) können genommen werden
  • Höhere Produktivität, Planungsgenauigkeit
  • Weniger Ressourcen werden benötigt, kleinerer Headcount, weniger Lagerbestände notwendig, verringerte Durchlaufzeiten
  • In jedem Produktionsschritt werden Verbesserungspotentiale für die MA direkt sichtbar 

www.kerkhoff-consulting.com

 

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