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Upcycling

17.03.2019

Der schonende Umgang mit Ressourcen ist nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine ökologische Frage. Worauf Unternehmen achten sollten und wie aus wertlosem Abfall hippe Designerstücke entstehen, erklärt Erwin Trinkl- Sebald, Geschäftsführung von gabarage upcycling design.

Erwin Trinkl- Sebald, Geschäftsführung von gabarage upcycling design

Das Abfallaufkommen Österreichs lag im Jahr 2016 bei rund 62 Millionen Tonnen. Wie kommen wir langfristig aus der Wegwerfgesellschaft raus?
Für die Politik gilt es, die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der UNO voranzutreiben. Dabei geht es nämlich auch um nachhaltige Produktion und nachhaltigen Konsum. Ein ganz wichtiger erster Schritt wäre, Nachhaltigkeitskriterien in die öffentliche Beschaffung aufzunehmen, denn dort werden große Mengen eingekauft und der Staat hat Vorbildwirkung. Auch Steueranreize können sinnvoll sein, um Reuse, Recycling und Upcycling zu forcieren, ebenso wie Pay-per-use-Konzepte.

Welche Rolle kann Upcycling dabei spielen?
Produkte werden oft bereits entsorgt, obwohl sie noch funktionstüchtig oder verwendbar sind. Grund ist zum Beispiel eine Änderung im Corporate Design. Vor der Entsorgung ist zu überlegen, ob die Materialien nicht für Geschenke für Kunden oder Mitarbeiter wiederverwendet werden können, anstatt Billigstprodukte aus China einzukaufen.

Was können Unternehmen noch tun?
Unternehmen sollten Überlegungen zu Reuse-, Recycling-, Upcyclingprodukten vor der Entsorgung anstellen, um neue Produkte entwickeln zu lassen. Aus einer alten Ampel wird zum Beispiel ein Designer-Lampenschirm, aus einem alten Roll-up werden Schlüsselanhänger. In Kooperation mit entsprechenden sozial- integrativen Unternehmen können vorbildhafte neue Produkte entstehen, die auch helfen, Abfälle zu reduzieren. Produzenten sollten auch intensiv über die Reduktion bzw. Wiederverwendung von Verpackungsmaterialien nachdenken, auch hier ist manchmal weniger mehr!

Gabarage fertigt aus Materialien, die sonst im Müll landen würden, neue Produkte. Welche Rohstoffe sind begehrt, welche nicht?
Materialien können nur in Übereinstimmung mit dem Abfallwirtschaftsgesetz von Betrieben weiterverarbeitet werden. Prinzipiell sind viele Materialien wiederverwendbar, zum Beispiel fast alles, was in einer Näherei, Tischlerei oder im Bereich Schmuck verarbeitet werden kann.

Welche Rolle spielt das Design, damit aus Alt Neu werden kann?
Durch die Kooperation mit Designern – je renommierter, umso cooler – erhalten die neuen Produkte einen zusätzlichen Mehrwert, der auch höhere Preise durchaus rechtfertigt. Und wer möchte nicht ein spannendes Designerstück in seiner Wohnung, seinem Garten oder seinem Kleiderschrank haben? Auch für Unternehmen gilt: soziales Engagement und spannende Designstücke passen wunderbar zusammen und unterstreichen die Nachhaltigkeitsaktivitäten des Hauses.

Autor/in:
Mag. Stephan Strzyzowski
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