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Teil 9: Gesunde Arbeitsplätze sind gut fürs Geschäft

16.06.2015

Neue Herausforderungen brauchen neue Antworten und neue Formeln. Ein österreichisches Unternehmen versucht’s.

Die Begriffe Innovation und Nachhaltigkeit haben zumindest eine Gemeinsamkeit:

sie werden ständig verwendet und ich vermute, nur wenige haben eine genaue Vorstellung davon, was sie bedeuten – geschweige denn, wie sie zu erreichen sind.

Innovation, also Neues, in welcher Form auch immer, impliziert Veränderung: neue Produkte, noch nie dagewesene Services, Dienst an der Gesellschaft – egal, um welche Art Innovation es sich handelt: es braucht dazu neue Verfahren, neue Anwendungen, neue Verhaltensweisen. Nachhaltigkeit dagegen impliziert Dauerhaftigkeit, Stabilität – auch oder gerade, was die Verfügbarkeit der Ressourcen betrifft. Unser derzeitiger Lebensstil, die derzeitigen Geschäftsmodelle und Finanzdienstleistungen – sie lassen sich fast ausschließlich als nicht nachhaltig bezeichnen. Also ist der Weg in Richtung Nachhaltigkeit ebenfalls ein Weg der Veränderung - mit dem Ziel, Stabilität auch für nachfolgende Generationen zu erreichen.

 

Veränderung ist aber etwas, das die meisten Menschen nicht mögen und oft  sogar verängstigt, weil es sie aus ihrer Komfortzone holt. Veränderung wird uns kaum jemals vorgelebt und scheint auch politisch unerwünscht. Wie also schaffen wir es, der Veränderung hin zu einer Kultur der Nachhaltigkeit ihren Schrecken zu nehmen – sowohl in Unternehmen  als auch in der  Gesellschaft? Welche Eigenschaften und Fähigkeiten werden dafür benötigt? Welche Strukturen braucht es dafür?

 

Das mittelgroße Unternehmen Tele Haase versucht, darauf Antworten zu finden und hat seine Organisation komplett hierarchiefrei umgestaltet. Als Mittel zum Zweck. Auf dem Weg zum Unternehmen der Zukunft. Ein Klima der Eigeninitiative und Verantwortung bringt mehr Freude an der Arbeit und bereitet den Boden für Innovatives aller Art. Gepaart mit der Prämisse der Nachhaltigkeit ist Profitabilität das Ergebnis. Innovation + Nachhaltigkeit = Profitabilität, so lautet die neue Formel.

 

Unternehmen und Gesellschaft können immer weniger Sicherheit bieten, dafür aber Gestaltungsfreiheit. Vielleicht fallen Veränderungen ja leichter, wenn man sie selbst einleitet und gestaltet?

 

Und noch etwas erscheint mir wichtig: Nachhaltigkeit unabdingbar mit Innovation zu verknüpfen – so, wie es bei dem genannten Unternehmen passiert. Denn, als ein Studierender auf der letztjährigen CSR-Konferenz in Berlin fragte, wie man denn sicherstellen könne, dass Innovation nachhaltig (im Sinne der Definition von nachhaltiger Entwicklung) ist, bekam er zur Antwort, das könne man nicht. In einer Welt der Vielfalt müsse man alles zulassen. Ich bin überzeugt, auf Dauer werden sich nur die nachhaltigen Innovationen bewähren.

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
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