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Teil 7: Gesunde Arbeitsplätze sind gut fürs Geschäft

23.04.2015

Über eine EU-weite Kampagne zum Thema Arbeitsschutz "Gesunde Arbeitsplätze - den Stress managen" und deren Hintergründe
 

In meinem letzten Blog habe ich für den respektvollen Umgang mit den MitarbeiterInnen und für einen qualitativ hochwertigen Arbeitsplatz plädiert. Diesmal möchte ich noch ins Detail gehen, anlässlich des Tages des Arbeitsschutzes am 28. April und einer EU-weiten Kampagne zum Thema Stress-Management, die am 5. Juni ihre österreichische Auftaktveranstaltung haben wird.

 

Stress ist in Europa die häufigste Ursache für Krankenstandstage. So gesehen ist es ein Thema, mit dem sich jede/r ArbeitgeberIn beschäftigen sollte, seit 2013 in Österreich auch beschäftigen muss (Psychosoziale Evaluierung des Arbeitsplatzes).

Und einige wichtige Erkenntnisse sollte man/frau auch noch haben: dass etwa psychosoziale Risiken kein individuelles Problem des/der Arbeitnehmers/in sind, sondern Folge von mangelhafter Arbeitsplatzgestaltung, Organisation und Management und/oder schlechter sozialer Bedingungen am Arbeitsplatz. So sind typische Stressfaktoren nicht nur Arbeitsüberlastung, sondern auch ungelöste Konflikte, fehlende Klarheit über die Rolle des Einzelnen oder ineffiziente Kommunikation. Oder fehlende Unterstützung durch KollegInnen und Vorgesetzte; unzureichende zwischenmenschliche Beziehungen; Belästigung und Aggression am Arbeitsplatz; um nur einige zu nennen.

 

Die gute Nachricht ist, dass psychosoziale Risiken, genauso wie andere Sicherheits- und Gesundheitsaspekte, bewertet und gemanagt werden können. Dazu gibt es Tools und PartnerInnen, in Österreich zum Beispiel das Arbeitsinspektorat.

 

Was hat das jetzt mit CSR zu tun?

Im internationalen CSR-Leitfaden ISO 26000 ist unter dem Kernthema „Arbeitspraktiken“ das Handlungsfeld „Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz“ aufgelistet. „6.4.6.2 Eine Organisation sollte (...) bemüht sein, psychosoziale Gefährdung am Arbeitsplatz, die zu Stress und Krankheiten beitragen oder dazu führen könne, zu beseitigen. (...)“ [1] Ich finde es erfreulich, dass wir in Österreich nicht (mehr) auf Freiwilligkeit dieser Maßnahme setzen müssen. Dabei gäbe es noch viele andere Punkte, bei denen Verbindlichkeit einen wesentlichen, der Gesellschaft UND den Unternehmen zu Gute kommenden Impact haben würden. Dies würde auch das Ansehen von CSR im Allgemeinen verbessern. Also mehr Verbindlichkeit statt Freiwilligkeit und Deregulierung. Womit ich wieder an meinen letzten Blogbeitrag anschließen kann.

 

Zum Abschluss noch ein Best-Practice Beispiel zum Thema Arbeitsplatzgestaltung, als Anregung: die brasilianische Firma Semco, die ihren Jahresumsatz innerhalb von sechs Jahren von USD 35 Millionen auf USD 136 Millionen gesteigert hat, gewährt ihren MitarbeiterInnen buchstäblich volle Freiheit – in der Wahl des Arbeitsortes, des Gehalts, der Arbeitszeit, maßgebliche Mitsprache bei neuen Ventures oder Aufteilung des Gewinnes. Und volle Transparenz in den Unternehmensabläufen. Dafür hat sie verbesserte Prozesse, enthusiastische MitarbeiterInnen und nur 1% Fluktuation.

 

Vielleicht ist ja der Abbau von Hierarchien sowie mehr Freiheit und Vertrauen in die MitarbeiterInnen ein Schlüssel zu psychosozialer Gesundheit und indirekt zu wirtschaftlicher Gesundheit der jeweiligen Unternehmen.

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
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