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"Wir müssen dafür sorgen, dass die Informatikbildung früh ansetzt und Qualität hat", fordert Ubit-Obmann, Alfred Harl.

Studienanfänger gut, Absolventen besser

09.03.2020

Das Bildungsministerium meldet Zuwachs unter den Informatik-StudienbeginnerInnen. Doch: IT-AbsolventInnen wären noch wichtiger als je zuvor, um Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung meldet bei der Studienrichtung Informatik an öffentlichen Universitäten einen Zuwachs unter den StudienbeginnerInnen. Rund 2.000 Personen begannen im Wintersemester 2019 ein Informatik-Bachelorstudium; verglichen zum Vorjahr ist das ein Plus von 45 % (+620). 800 Personen haben sich im selben Semester für ein Informatik-Masterstudium eingeschrieben; ebenfalls eine Steigerung von 45 % (+260).
Der Fachverband Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) begrüßt einen solchen Zuwachs an StudienbeginnerInnen, doch dieser allein reicht nicht. Weiterhin wesentlich sind IT-AbsolventInnen. „Der IT-Sektor ist wesentlich für unsere Wirtschaft und es ist erfreulich, dass sich mehr junge Menschen dafür interessieren. Doch es fehlt uns an qualifizierten IT-Fachkräften. Österreich braucht mehr IT-Absolventen“, sagt Alfred Harl, Obmann des Fachverbands. „Daher ist ein neues Gesamtkonzept für die IT-Bildung notwendig, das Absolventen garantiert.“

IT-Fachkräftemangel beginnt in der Schule
Es gilt weiterhin, den hohen Drop-out-Quoten entgegen zu wirken. Der 5. IKT-Statusreport des Fachverbands bestätigt dies: In Informatik- und Kommunikationstechnologiestudien in Österreichs Universitäten liegt sie bei 50,6% für Bachelor- und 54,0% für Masterstudien 2017/18. Das liegt deutlich über dem Schnitt aller sonstigen belegten Studien (Bachelor: 45,5 % / Master: 28,4%). Der Report dokumentiert den Hochschulsektor Österreichs hinsichtlich StudienbeginnerInnen, AbsolventInnen und Drop-outs sowie deren Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Österreich. Um mehr Begeisterung für den IT-Sektor generieren zu können, muss die Informatikbildung früh beginnen. Der Fachverband fordert daher den verpflichtenden Informatikunterricht ab der Volksschule. Dieser hat in seiner aktuellen Form wenig mit Informatik zu tun.

1,6 Milliarden Euro Wertschöpfungsverlust pro Jahr
Mehr als 10.000 IT-Fachkräfte fehlen der heimischen Wirtschaft jährlich. „Seit Jahren sucht die IT-Branche nach geeigneten Fachkräften, und wir warnen schon seit Jahren vor diesen Entwicklungen. Die Zugangsbeschränkungen bei IT-Studienrichtungen verstärken diesen Mangel“, sagt Martin Zandonella, UBIT-Fachgruppenobmann Kärnten und Berufsgruppensprecher der IT. Die dringend benötigten IT-Fachkräfte können nachhaltig nur durch zusätzliche Ausbildungsplätze und geringere Dropout-Quoten generiert werden. „Gesamtwirtschaftlich betrachtet sind die Kosten für eine Hochschulausbildung nur ein Bruchteil des Wertschöpfungsverlustes unbesetzter IT-Stellen. Dieser Verlust beträgt für Österreich aktuell 1,6 Milliarden Euro pro Jahr“, führt Zandonella weiter aus.

Gesamtkonzept für IT-Ausbildung wichtiger als je zuvor
„Es ist erfreulich, dass sich mehr Menschen für Informatikstudien einschreiben. Wir müssen jedoch dafür sorgen, dass diese auch zu Absolventen und Absolventinnen werden. Wir müssen dafür sorgen, dass die Informatikbildung früh ansetzt und Qualität hat. Wir brauchen jetzt mehr junge Leute als je zuvor, die als hochqualifizierte IT-Fachkräfte die Universitäten und FHs verlassen und der Wirtschaft zur Verfügung stehen“, so Harl. In seinem digiNATION Masterplan nennt der Fachverband Maßnahmen für Fachkräfte, Infrastruktur und Unternehmergeist, um Österreich an die Spitze bringen – und auch internationale Höchstleistung zu bringen. Deswegen muss es für unsere Wirtschaft das oberste Ziel sein, diesem Masterplan zu folgen. Abschließend sagt Harl: „Ein wesentlicher Bestandteil dieses Plans ist ein flächendeckendes und langfristiges Gesamtkonzept für IT-Bildung, das junge Menschen nicht nur lockt, sondern auch nachhaltig für sich gewinnt.“

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