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Stabile Entwicklung der heimischen Wirtschaft trotz anhaltender Schuldenkrise

10.05.2012

Die jüngsten Daten zur internationalen Wirtschaftslage deuten insgesamt auf ein Anhalten des Aufschwunges hin, sind aber etwas uneinheitlich. In den USA, in Lateinamerika und Südostasien bleibt das Wachstum robust.

Die Entwicklung im Euro-Raum ist hingegen nach wie vor von der Schuldenkrise geprägt. In Österreich sind die Konjunkturaussichten unabhängig davon weiterhin stabil. Die Inflation war im März leicht rückläufig, und die Zahl der unselbständig aktiv Beschäftigten stieg im April weiter.

Die Erholung der Weltwirtschaft hält an, vor allem in den asiatischen und lateinamerikanischen Schwellenländern sowie in den USA expandierte die Wertschöpfung im Frühjahr. Der weltweite Konjunkturaufschwung ist jedoch sehr fragil. Die zentralen Risiken stammen zum einen aus geopolitischen Spannungen, die eine neue Erdölpreishausse auslösen könnten, zum anderen aus der anhaltenden Staatsschuldenkrise, welche vor allem im Euro-Raum die realwirtschaftliche Erholung schwächt. Die Versorgung der Banken mit Liquidität durch die Europäische Zentralbank reichte nicht aus, um die Krisenländer auch nur für ein halbes Jahr zu stabilisieren. Ein hoher Bestand an Problemkrediten in Verbindung mit steigender Arbeitslosigkeit dämpft in mehreren Ländern an der EU-Peripherie den Ausblick. Darüber hinaus trägt die strikte Konsolidierungspolitik im Euro-Raum wesentlich zu den verhaltenen Konjunkturaussichten bei.

Die aktuelle Entwicklung der österreichischen Wirtschaft unterscheidet sich vom Durchschnitt des Euro-Raumes. Zum einen verringerten sich die Finanzmarktrisiken vor allem in den letzten drei Monaten. Zum anderen ist der Konjunkturausblick günstiger. Zwar stieg im aktuellen WIFOKonjunkturtest der Indikator der aktuellen Lagebeurteilungen in der Sachgütererzeugung nur geringfügig, er lag jedoch weiterhin im positiven Bereich. Auch die Erwartungen zur Entwicklung von Produktionstätigkeit und Verkaufspreisen in den kommenden Monaten bleiben trotz des Rückgangs gegenüber dem Vormonat positiv. In der Bauwirtschaft meldeten erstmals seit fast vier Jahren mehr Unternehmen eine gute als eine schlechte Geschäftslage.

Die Inflation schwächte sich im März 2012 gegenüber dem Vormonat leicht ab und erreichte mit 2,4% (gemäß Statistik Austria) die niedrigste Rate seit Jänner 2011. Die stärksten Preiserhöhungen wurden im Jahresabstand in den Ausgabengruppen "Wohnung, Wasser und Energie", "Verkehr" und "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" festgestellt. Im April waren 252.000 Arbeitslose beim Arbeitsmarktservice vorgemerkt. Die Arbeitslosenquote betrug im April saisonbereinigt nahezu unverändert 7,0% (gemäß österreichischer Definition).

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
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