Direkt zum Inhalt

SPACs: Neue Finanzierungsform erreicht Europa

24.03.2021

Special Purpose Acquisition Companies (SPACs) haben im letzten Jahr ein enormes Wachstum erfahren. Alleine in den USA wurden 2020 insgesamt 248 SPACs an die Börse gebracht – ein Wachstum von 320 % im Vergleich zum Vorjahr. Die aktuellen Entwicklungen in 2021 deuten laut dem Beratungsunternehmen Deloitte auf einen weiteren Rekord hin. Denn seit Jahresbeginn haben 268 SPACs bereits Bruttoeinnahmen von 88 Milliarden US-Dollar aufgenommen. Im gesamten Vorjahr waren es 83 Milliarden US-Dollar. Das führt dazu, dass SPACs in den nächsten 24 Monaten intensiv nach Zielunternehmen suchen werden – auch in Europa.

Laut Albert Hannak, Partner bei Deloitte Österreich, bleibt diese Finanzierungsform auch heuer auf Erfolgskurs.

Eine neue Finanzierungsform gewinnt am Markt an Bedeutung: Special Purpose Acquisition Companies. Die sogenannten SPACs erlebten 2020 einen regelrechten Boom. In den USA wurden 248 IPOs von SPACs verzeichnet, im Jahr davor waren es nur 59. Das entspricht einem Wachstum von rund 320 %. Dementsprechend hat sich auch das eingesammelte Kapital der US-amerikanischen SPACs von 14 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019 auf 83 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 deutlich erhöht. In den ersten drei Monaten von 2021 wurde das gesamte Jahr 2020 jedoch schon übertroffen. Bis zum 18. März 2021 gab es 268 SPAC-IPOs mit insgesamt 88 Milliarden US-Dollar Kapital.
Unter einer SPAC versteht man eine leere Mantelgesellschaft, die im Rahmen eines Börsengangs Kapital aufnimmt, um ein oder mehrere operative Unternehmen zu akquirieren. Branche und Region werden dabei vordefiniert und bis zum Kauf eines Zielunternehmens haben SPACs keinen Geschäftsbetrieb.

Laut Albert Hannak, Partner bei Deloitte Österreich, bleibt diese Finanzierungsform auch heuer auf Erfolgskurs. „Die Anzahl der SPACs wird weiterhin schnell wachsen. Die Entwicklung in den USA zeigt, dass bis Mitte März bereits über 268 SPAC-IPOs mit Bruttoeinnahmen von 88 Milliarden US-Dollar stattgefunden haben. Damit haben SPACs schon jetzt das Rekordjahr 2020 übertroffen“, analysiert der Experte.

SPACs suchen nach Zielunternehmen

Mit Stand Mitte März waren in den USA 417 SPACs mit insgesamt 135 Milliarden US-Dollar an Kapital noch auf der Suche nach passenden Akquisitionen. Der daraus resultierende Wettbewerb um Zielunternehmen führt dazu, dass Unternehmensbewertungen nach oben getrieben werden. Die Manager und Sponsoren der SPACs wollen rasch Transaktionen abschließen und könnten dadurch verleitet sein, auch risikoreichere Deals einzugehen. „In der Regel sollte eine SPAC innerhalb von 18 bis 24 Monaten ab Gründung eine Akquisition tätigen. Aktuell sind SPACs mit 135 Milliarden US-Dollar an Kapital auf der Suche nach Transaktionen. Wenn eine SPAC bis zum Ende ihrer Laufzeit keine Akquisition durchführt, wird sie aufgelöst. Das beschaffte Kapital fließt dann an die Aktionäre zurück. Das erhöht den Druck“, betont Albert Hannak.

Europäische SPACs mit namhaften Sponsoren

Die SPAC-Welle erfasst nun auch den europäischen Markt, wo SPACs bisher hauptsächlich in Amsterdam oder Frankfurt gelistet wurden. Bis Ende Februar wurden bereits 4 SPAC-IPOs an europäischen Börsen verzeichnet, die insgesamt über eine Milliarde Euro von Investoren eingesammelt haben. Das deutet auf ein starkes Wachstum im Vergleich zum Vorjahr hin. 2020 gab es im gesamten Jahr 8 SPAC-IPOs mit einem aggregierten Kapital von rund 1,8 Milliarden Euro.

Gleichzeitig sind auch US-amerikanische SPACs zunehmend an europäischen Zielunternehmen insbesondere im Technologiebereich interessiert. Eine Akquisition durch eine SPAC stellt neben Venture Capital, Private Equity oder strategischen Partnerschaften eine neue alternative Finanzierungsform für Unternehmen dar. Auch für österreichische Unternehmen kann eine solche Transaktion interessant sein.

„Das Marktumfeld zeigt aktuell viel Liquidität in den Märkten und ein hohes Bewertungsniveau. Daher sind in Europa weitere SPAC-Gründungen von namhaften Sponsoren zu erwarten. Österreichische Unternehmen bekommen dadurch die Chance auf den Zugang zu internationalen Kapitalmärkten und die Zusammenarbeit mit erfahrenen Sponsoren“, so Andreas Hampel, Senior Manager bei Deloitte, abschließend.

Werbung

Weiterführende Themen

Stories
19.11.2020

Crowdfunding oder besser Crowdfinancing hat sich in Österreich längst etabliert. Auch wenn der Markt mittlerweile von Immobilienfinanzierungen dominiert wird, bietet diese alternative ...

Kursverluste im Transportgewerbe als konjunktureller Frühindikator zeigen, wie dramatisch die aktuelle Situation ist: 9/11 war im Vergleich nicht der Rede wert.
Aktuelles
14.04.2020

Zugegeben, dieser Sieg schmeckt gar nicht süß. Dennoch, die Aktienkurse zeigen, wer die Grundversorgung am Laufen hält: Lkw-Spediteure halten sich wacker.

Stories
26.03.2020

Die Corona-Krise hat den Märkten heftige Kursturbulenzen beschert. Selbst der Goldpreis blieb davon nicht unberührt. Dennoch spricht für – langfristig orientierte – Investoren derzeit einiges ...

Meldungen
20.03.2020

Die umfassenden Hilfspakete der Regierung für die heimische Wirtschaft rund um die COVID-19-Krise sind wichtig und notwendig. Noch ist aber nicht klar, welche Einnahmenausfälle tatsächlich ...

.l.n.r. DI Jakobus Schlager, Arnold Immobilien, Christof Schremmer, ÖIR (Österreichisches Institut für Raumplanung), Markus Arnold, Arnold Immobilien
Meldungen
29.01.2020

Die Immobilienmärkte boomen und die Preise erleben ein neuerliches All-Time-High. Dieser Umstand veranlasst immer mehr private Immobilienbesitzer an den Verkauf ihrer Liegenschaften zu denken. ...

Werbung