Direkt zum Inhalt
Aus effektiven Mikroorganismen können Produkte für Haushalt, Garten und Landwirtschaft hergestellt werden.

So nützlich können Mikroorganismen sein

29.03.2018

Effektive Mikroorganismen wurden früher belächelt. Der heimische Marktführer Multikraft zeigt, wie sie zum Aufbau von Ackerböden, als Putzmittel oder in der Biokosmetik eingesetzt werden können.

„Schlechter Geruch kann ein Indiz für Fäulnis sein, und diese ist nicht gut für uns Menschen“, sagt Lukas Hader, Geschäftsführer der Firma Multikraft. „Dass wir derartige Gerüche überhaupt wahrnehmen, hat die Evolution in uns angelegt. Es handelt sich dabei sozusagen um eine Art körpereigenes Alarmsystem.“ Derartige Gerüche kommen in unserer Umwelt leider relativ häufig vor. Der Bio-Mistkübel stinkt, die Gülle stinkt, der Misthaufen stinkt. Doch das muss nicht so sein. Das Familienunternehmen Multikraft beschäftigt sich unter anderem mit der Bekämpfung von Fäulnis. Gelingt dies, wird aus der Gülle oder dem Biomüll plötzlich ein wertvoller Rohstoff, der vielfältigen Einsatz findet. Zu diesem Zweck setzt Multikraft die sogenannten „Effektiven Mikroorganismen“, kurz EM, ein, mit deren Hilfe Produkte für Haushalt und Garten, für Tierhaltung sowie Landwirtschaft, aber auch Biokosmetik hergestellt werden.

DURCH ZUFALL ZUR LÖSUNG

Eigentlich hat der damalige Spezialfuttermittelbetrieb Alternativen zu antibiotikalastigen Futtermitteln gesucht, 20 Jahre, bevor diese in Österreich verboten wurden. Multikraft wollte Möglichkeiten finden, um das ökologische Gleichgewicht wiederherzustellen und stieß dabei in den 90er Jahren auf die EM-Technologie.

Einen guten Ruf hatten die Mikroorganismen damals nicht. Sie wurden vornehmlich als Krankheitserreger oder als unhygienisch eingestuft. Heute, auch dank der unermüdlichen Arbeit von Multikraft, hat sich das Blatt gewendet. Die Gesamtheit der Mikroben in einem Organismus oder Lebensraum wird als Grundvoraussetzung für gesundes Leben erkannt. Neueste Erkenntnisse gehen davon aus, dass Mikroorganismen seit bereits vier Milliarden Jahren diesen Planeten besiedeln, 500 Millionen Jahre früher als bis dato angenommen. In dieser Zeit wurden sämtliche Lebensräume – auch die extremsten – von der Mikrobiologie nicht nur besiedelt, sondern auch gestaltet. Unsere Böden sind das Resultat reger mikrobiologischer Aktivität über die letzten Jahrmillionen hinweg. Auch für die Entstehung sämtlicher Organismen wie Pflanzen, Tiere und Menschen war die Mikrobiologie Grundvoraussetzung.

GESUNDHEIT UND WACHSTUM FÖRDERN

Umweltbewusste Landwirte, Hobby- und Profigärtner, Obst- und Weinbauern vertrauen seit Jahrzehnten auf den heilsamen Effekt der Effektiven Mikroorganismen und haben Multikraft zum Marktführer in diesem Bereich gemacht. Durch konsequente Anwendung der EM-Technologie über das Gießverfahren und über Blattspritzungen sollen Pflanzengesundheit und Wachstum gefördert werden. Die universell vorkommenden aeroben und anaeroben Mikroorganismen beeinflussen Boden und Pflanze positiv und verdrängen pathogene Keime. Das gilt auch für die menschliche Haut, für die es von Multikraft zertifizierte Biokosmetik gibt, aber auch für Oberflächen im Haushalt, wo die EM als Putzmittel eingesetzt werden können. Die Umsetzung von organischem Material wird durch die EM beschleunigt und somit Fäulnis und Geruch verhindert. „Das ist nichts Esoterisches“, lacht Hader und verweist auf mittlerweile unzählige wissenschaftliche Studien, welche die Wirkung Effektiver Mikroorganismen bestätigen. Das beste Qualitätsmerkmal: „Wir werden weltweit kopiert.“

Es bräuchte aber gar kein heimliches Kopieren der Multikraft- Rezepturen. Die Firma lässt gerne hinter die Kulissen blicken und zeigt her, was sie macht. Der Mitbewerb kauft Konzentrate ein und kann sich jederzeit bei Herrn Hader und seinem Team Know-how abholen. „Solange man alleine ist, ist man ohnehin unglaubwürdig“, erklärt Hader seine Offenherzigkeit. „Es geht schließlich um gesunde Lebensmittel für uns alle!“ Warum aber eine „Technologie“, wenn die EM doch natürlich vorkommen? „Leider muss man fast alles, was wir Menschen machen, steuern“, sagt Hader, „früher hatte man immer gutes Milieu in den Abfällen. Aber seit in den letzten Jahrzehnten vieles abgetötet wurde, vor allem durch Antibiotika, muss man das wieder aktiv aufbauen.“ Acker und Pflanzen haben ihre eigene mikrobielle Gemeinschaft, die durch die EM wiederhergestellt werden soll.

„​Schlechter Geruch kann ein Indiz für Fäulnis sein, und diese ist nicht gut für uns Menschen.“ Lukas Hader, GF Multikraft

VERSTÄNDNIS SCHAFFEN

Die Firma Multikraft ist in der Nähe von Wels, auf einem alten Bauernhof, dem Stumpflhof, angesiedelt. Neben der idyllischen Lage war vor allem die ausgezeichnete Wasserqualität ein entscheidendes Kriterium bei der Standortwahl, denn Wasser ist ein Hauptbestandteil der EM-Lösungen. Im letzten halben Jahr sind ein 1000 m² großes Logistikzentrum sowie ein eigenes Veranstaltungszentrum – der Multikraft Garten Pavillon – entstanden, wo künftig noch wesentlich mehr Informationsveranstaltungen angeboten werden sollen, als dies bereits jetzt der Fall ist. Damit möchte Multikraft noch mehr Menschen erreichen, auf der Mission zurück zu einem natürlichen Umgang mit der Natur.

Autor/in:
Harald Koisser
Werbung

Weiterführende Themen

Stories
01.08.2018

Am 10. Oktober ist es wieder so weit. Der CSR-Tag geht in St. Pölten über die Bühne. Der eintägige Unternehmenskongress hat sich in der heimischen Bewegung rund um Nachhaltiges Wirtschaften zum ...

Das Unternehmen im "Ringturm" ist seit Jahrzehnten im gemeinnützigen Wohnbau tätig.
Unternehmen
27.07.2018

Um die Klima- und Energieziele bis 2030 zu erreichen, werden laut EU-Kommission pro Jahr 180 Milliarden Euro an nachhaltigen Investitionen benötigt. Ein wesentlicher Teil soll von privaten, ...

Stories
03.07.2018

Erste Benchmark-Emission einer österreichischen Bank

 

Elektrische Lieferwägen, Lastendreiräder und Pedelcs sollen die Umweltverträglichkeit auf der "letzten Meile" vor dem Empfänger verbessern.
Unternehmen
21.06.2018

DPD Austria beförderte 2017 rund 46,5 Millionen Pakete in über 1.000 Zustell-Fahrzeugen. Deshalb spielt für das Unternehmen die Verantwortung gegenüber Umwelt, MitarbeiterInnen und Gesellschaft ...

v.l.n.r.: Annemarie Schallhart, Michael Bauer-Leeb, Doris Ploner, Manfred Schieber, Theresa Steininger, Heinz Sares, Alexandra Adler,  Evelyne Huber, Domenica Tscherne
15.06.2018

Wie Sie Ihr Unternehmen zukunftstauglich machen! ExpertInnen und BranchenvertreterInnen trafen sich am 30. Mai 2018 zum Erfahrungsaustausch.

Werbung