Senat der Wirtschaft präsentiert Mittelstandsallianz | Die Wirtschaft Direkt zum Inhalt
Dr. Erhard Busek (Präsident -Senat der Wirtschaft) & Hans Harrer (Vorstandsvorsitzender -Senat der Wirtschaft)

Senat der Wirtschaft präsentiert Mittelstandsallianz

06.07.2017

Die Mittelstandsallianz vom Senat der Wirtschaft steht unter dem Motto „Selbstbestimmt statt Fremdbestimmt“. Im Rahmen der Präsentation dieser neuen Initiative diskutierten Unternehmer als auch Vertreter der Politik wie der Mittelstand zukunftsfähig bleiben kann. 

v.n.l.r.: NAbg L. Steinbichler (Team Stronach), NAbg. Ing. W. Klinger (FPÖ), W. Lusak (Lobby der Mitte), Mag. M. Strolz (NEOS), NAbg. Dr. R. Lichtenecker (Grüne)

 „Der Mittelstand muss gehört werden und jene Aufmerksamkeit erhalten, die ihm als Stabilitätsfaktor der Gesellschaft zukommen sollte. Denn diese Stabilität ist in Gefahr“, warnt Dr. Erhard Busek, Präsident vom Senat der Wirtschat.  Der Senat ist Think- aber vor allem ein Do-Tank. Es geht um die Realisierung von konkreten Maßnahmen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und der Gesellschaft. Das betrifft die Bereiche Wirtschaft, Ökologie, Bildung und Gesundheit.  Die kürzlich gegründete Mittestandallianz will ein Sprachrohr dieser Unternehmer werden, sowie eine Knowhow- und Wissensplattform bieten.

Die Herausforderungen des Mittelstands

In Österreich stellt der Mittelstand 99,7 Prozent aller Unternehmen und 68 Prozent aller Arbeitsplätze. Insgesamt erwirtschaften er in etwa 64 Prozent aller Umsätze. Trotzdem befinden sich diese Betriebe in Gefahr, meint Dr. Johannes Linhart, Geschäftsführer der Mittelstandallianz, denn heutzutage ist die Gestaltungsfreiheit der Unternehmen massiv eingeschränkt.

Auch die anwesenden Geschäftsführer bekannter Mittelstandsbetriebe, wie Josef Resch (Resch & Frisch Backwaren) und Josef Kranawetter (Weidemüller GmbH)  fühlen sich durch die mangelnden Freiräume eingeschränkt. Beide setzten sich besonders für die Arbeitszeitflexiblisierung ein, die ein wichtiger Fortschritt für die wirtschaftliche Entwicklung des Mittelstandes wäre. Weiterer Kritikpunkte der Unternehmer sind die Steuerlast und das Ausmaß der Bürokratie in Österreichs. Hierzulande wurde eine „Bürokratur“ geschaffen, wie Hans Harrer, Vorstandsvorsitzender des Senats der Wirtschaft, formuliert. Denn die meisten Unternehmen können die Gesetzesflut nicht mehr verarbeiten .

Die Meinungen der Politik

Die anwesenden Vertreter der Politik, NAbg. Dr.in Ruperta Lichtenecker (Grüne) Mag. Matthias Strolz (NEOS) NAbg. Leo Steinbichler (Team Stronach) und NAbg. Ing. Wolfgang Klinger (FPÖ) waren sich ebenfalls darin einig, dass die Beseitigung der bürokratischen Hürden dringend notwendig ist. Für Lichtenecker müssen die Rahmenbedingungen der Betriebe modern gestaltet werden. Vor allem spiele die Digitalisierung eine wichtige Rolle. Leo Steinbichler sieht das allerdings anders: Er wünscht sich einen sparsamen Einsatz der Digitalisierung, um Personaleinsparungen zu verhindern. Matthias Strolz, Parteichef der NEOS, will in seinem neuen Programm gemeinsam mit der ÖVP und FPÖ Steuerabgaben über 8 Jahre hinweg senken. Strolz steht mit seiner Partei für die Arbeitszeitflexibilisierung und die Abschaffung der kalten Progression. Wolfgang Klinger sieht vor allem in der Verwaltung große Einsparungsmöglichkeiten. Die Politiker räumen der Mittelstands-Allianz gute Chancen ein und forderten sie auf, sich hier verstärkt in den politischen Diskurs einzubringen.

Ziele der Mittelstands-Allianz

Die  Allianz hat sich zum Ziel gesetzt, Dialogpartner zwischen Mittelstand und Politik zu werden. Die Mitglieder wollen kreative Finanzierungsmodelle schaffen um Innovation zu fördern. Dazu stellte Hans Harrer das Konzept zum ökologischen Steuerumbau vor. Die Klimaallianz, eine weitere Initiative des Senats, setzt sich für eine Energie-, sowie eine CO2-Steuer ein. Durch die zusätzlichen Mehreinnahmen der Klimasteuern könnten Lohnnebenkosten und Lohnsteuern gesenkt werden. Außerdem wären Transferzahlungen für sensible Bereiche der Wirtschaft und die Finanzierung einkommensschwacher Bevölkerungsgruppen möglich. Vorbild für dieses Modell war die Reform in Schweden. Der Aufruf zur Aufhebung der verfassungsmäßigen Verankerung von Interessenvertretungen, gehört ebenso zu den Anliegen des Senats. Unternehmer sollen nicht mehr zu Kammermitgliedschaften und Beitragszahlungen verpflichtet sein.

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