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Die Vereinten Nationen haben sich auf 17 große Ziele geeinigt, die auch für Unternehmen immer relevanter werden.

SDGs: Ignorieren wird teuer

12.06.2019

Die Un-Nachhaltigkeitsziele können als Motor für ein neues Verantwortungsbewusstsein fungieren, meint Jochen Ressel vom Senat der Wirtschaft. Warum es schon bald unmoralisch sein wird, so zu agieren, als gäbe es die SDGs nicht und welche Chancen in dem Thema stecken, erklärt er in einem Gastbeitrag.

Sieht Unternehmen als gestalterische Kraft für Wirtschaft und Gesellschaft in der Verantwortung: Jochen Ressel, Executive Director – Operations & Chefredakteur Wirtschaftsmagazin Senate.

Die UN-Nachhaltigkeitsziele wurden von der Weltgemeinschaft 2015 verabschiedet und haben die bis dahin aktuellen „Millenium Development Goals“ ersetzt. Im Zuge dessen wurde eine weltweit kommunizierte „Marke“, die SDGs, entwickelt, die mit einem starken Wiedererkennungswert und einer klaren, verständlichen Struktur als ethische Leitlinie für das eigene Handeln fungieren – unabhängig von anderen Faktoren, die den singulären Ethik-Begriff prägen. Während unsere ethischen Vorstellungen stark von religiösen Vorstellungen, sozialen Prägungen, Kulturkreisen und Ethnien beeinflusst sind, hat es die UNO mit den SDGs geschafft, 17 Ziele plakativ in die Auslage der Weltgemeinschaft zu stellen, die für alle – unabhängig der vorgenannten Aspekte – Gültigkeit haben. Alle Staaten haben dazu einhellig „Ja“ gesagt. Das ist eine große Chance für eine weltweite Transformation von Prozessen, die nun mit einem neuen Bewusstsein untermauert werden. Unternehmen haben dabei als gestalterische Kraft für Wirtschaft und Gesellschaft eine besondere Verantwortung!

OPPORTUNITÄTSKOSTEN VERMEIDEN

Die SDG-Thematik ist für Unternehmen jedoch nicht nur auf einer ideellen Ebene relevant. Sie betrifft auch die Absicherung des eigenen Geschäftsmodells. Dazu ein vergleichbares Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: Wer vor fünf Jahren – wie der Senat der Wirtschaft – vehement darauf hingewiesen hat, dass Klimaneutralität und Energieeffizienz wesentliche Entscheidungskriterien für KonsumentInnen und AuftraggeberInnen sein werden, wurde vielfach nicht sehr ernst genommen. Mittlerweile ist allerdings allen klar geworden: Ein Tischlereibetrieb kann den Turnsaal der Volksschule nicht mehr renovieren, wenn er seine Klimaneutralität nicht nachweisen kann. Das wird in den Ausschreibungsunterlagen schlichtweg gefordert. Kann er das nicht, kostet das dem Betrieb Aufträge. Man spricht dabei von „Opportunitätskosten“. Bei den SDGs ist der gleiche Weg vorgezeichnet. Firmen, die diese 17 Ziele ignorieren, sie nicht in ihre unternehmerischen Entscheidungen und Produktentwicklungen inkludieren und ihre Verantwortung nicht wahrnehmen, werden sehr schnell als LieferantInnen nicht mehr in Frage kommen. Es wird unmoralisch sein so zu agieren, als gäbe es die SDGs nicht. Daher ergeht an die Unternehmen ein ganz klarer Appell: Jetzt ist es das Gebot der Stunde, sich mit den SDGs intensiv zu beschäftigen.

VORBILDER AUF DIE BÜHNE

Zur Orientierung, was das konkret bedeuten kann, helfen Best-Practice-Beispiele, die der Senat der Wirtschaft bereits seit 2017 vor den Vorhang bittet, indem er den prestigeträchtigen SDG-Award vergibt. Unternehmen dokumentieren im Zuge der Einreichung, wie sie verschiedene SDGs in ihren Prozessen und ihrem Geschäftsmodel besonders berücksichtigen. Dieses Jahr verleiht der Senat dieser Unternehmensauszeichnung noch mehr Gewicht. Dazu der Vorstandsvorsitzende Hans Harrer: „Unter Miteinbeziehung aller Institutionen der Öffentlichen Verwaltung, die diese Themen voranbringen möchten – zu allererst, wenn es um UN-Nachhaltigkeitsziele geht, natürlich das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, aber auch weitere damit befasste Ressorts und Institutionen –  wird der Senat die treibende Kraft für die Bekanntmachung herausragender Best-Practice-Beispiele.“ Er ergänzt: „Außerdem werden wir neben beispielhaften Unternehmen den SDG-Award auch in den Kategorien ‚Jugend’, ‚Medien’ und ‚Gemeinden’ vergeben. In all diesen Stakeholder-Gruppen gibt es beeindruckende Beispiele dafür, wie die SDGs in der Praxis gelebt und kommuniziert werden können.“ Hans Harrer fordert abschließend alle verantwortungsvollen UnternehmerInnen auf: „Es ist wichtig, jetzt aktiv zu werden und das zukunftsrelevante Thema SDGs gemeinsam zu nutzen, um einen Wettbewerbsvorteil im Markt zu generieren und gleichzeitig den Change-Prozess unserer Weltgemeinschaft aktiv voranzutreiben und mitzugestalten!“

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