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Schwäche oder Stärke?

23.04.2019

Wer fünfzig Kollegen fragt, ob er ein guter Kommunikator ist, wird vermutlich fünfzig verschiedene Antworten erhalten. Tatsächlich hat wohl jeder noch Spielraum für die Verbesserung seiner Kommunikationsfähigkeiten. 

Über die Autorin

Anita Lukenda Mlinac betreibt das vor sechs Jahren gegründete Unternehmen CONSULTING Plus.

In der modernen Berufswelt kommunizieren wir persönlich, am Telefon, über E-Mails, Briefe und verbale Kommunikation. Um gute und effektive Kommunikatoren zu sein, müssen wir unsere Einschränkungen erkennen und raffiniert das Medium wählen, über das wir am besten unsere Botschaft senden können. Sowohl der Redner als auch der Zuhörer teilen die Verantwortung, dass eine klare Botschaft tatsächlich auch klar ist bzw. müssen sie herausfinden, wie sie am besten eine verständliche Botschaft an den Gesprächspartner richten können. Wortauswahl, Körpersprache und Stimmton können einen wesentlichen Unterschied zwischen einem Erfolg und Misserfolg in der zwischenmenschlichen Interaktion ausmachen. Einige von uns sind hervorragende Redner, müssen jedoch nicht gleichzeitig auch gut in der schriftlichen Korrespondenz sein. Wiederum andere können sich hervorragend schriftlich ausdrücken, während sie wiederum ein Problem mit der Verbalisierung haben.

 

Wie können wir unsere Kommunikation erfolgreicher gestalten?

Hier sind dazu einige praktische Beispiele:

Um zu hören, müssen Sie zuerst zuhören

Seien Sie offen genug, und hören Sie sich das Feedback von anderer Seite an, damit sie über dieses nachdenken können und in der Lage sind, eine Lösung zu finden, die beidseitige Interessen vereint.

Die Kommunikation ist manchmal schwierig, gerade deswegen, weil sie so wichtig ist

Es muss Ihnen bewusst sein, dass Kommunikation nicht die Verschiedenheiten zwischen den Gesprächspartnern beseitigt, sie erlaubt Ihnen anders zu sein. Das Ziel der Kommunikation ist es, an der Findung einer gegenseitig akzeptablen Lösung mit der Überzeugung, dass Änderungen möglich sind, zu arbeiten.

Zwingen Sie Ihre Lösungen anderen nicht auf

Fangen Sie ein Gespräch nie mit dem Aufdrängen Ihrer Lösungen an. Hören Sie zu während Ihr Gesprächspartner spricht, denken Sie nicht darüber nach, wie Sie darauf antworten sollen und unterbrechen Sie ihn nicht, bevor er fertig ist. 

Gut gewählter Ort und Augenblick für das Gespräch

Wenn Sie glauben, dass Sie mit einer Person schlecht kommunizieren können, nehmen Sie sich genug Zeit für das Gespräch und wählen Sie einen ruhigen Ort.

Ohne Vorurteile

Hatten Sie bisher schlechte Erfahrungen mit Ihrem Gesprächspartner, helfen Sie sich selbst, indem Sie sich von Vorurteilen befreien, dass sie sich wiederholen. Auf diese Art und Weise können Sie die Anfangsspannungen, die zusätzliche falsche Auslegungen des Gesagten hervorrufen und zu unnötigen Missverständnissen führen können, vermeiden. Es muss Ihnen bewusst sein, dass Sie die Stärkung der Beziehung mit ihrer positiven Einstellung beeinflussen können.

Manchmal haben Sie nur eine Chance, also seien Sie deutlich

Nutzen Sie die Gelegenheit, sich und Ihre Idee vorzustellen, weil Sie vielleicht keine zweite Chance kriegen. Vergewissern Sie sich, dass Ihre Angaben richtig sind, damit Ihre Informationen nicht falsch verstanden werden.

Stellen Sie ruhig Fragen

Wenn Sie nicht sicher sind, stellen Sie einfach Fragen. Auf diese Art und Weise werden Sie falsche Interpretationen eigener und fremder Aussagen vermeiden und der anderen Seite gleichzeitig zeigen, dass Sie ihr zuhören.

Berücksichtigen Sie nonverbale Signale

Es ist schwer eine offene Kommunikation mit dem Gesprächspartner herzustellen, wenn die gesagten Worte nicht im Einklang mit nonverbalen Signalen (verschränkte Arme, kein Augenkontakt, gedrückte Faust etc.), die jemand schickt, sind. Unabhängig vom Fall, behalten Sie eine offene Einstellung und geben Sie dem Gesprächspartner das Gefühl, dass Ihnen sehr daran liegt, worüber er spricht.

Zusätzliche Erklärung

Gute Kommunikation zeichnet sich dadurch aus, dass man sich keine Gedanken darüber macht, ob der Gesprächspartner die gleiche Meinung teilt oder über gleiche Informationen verfügt, sodass aus diesem Grund keine zusätzliche Erklärung notwendig ist. Somit werden voreilige Schlussfolgerung und Entscheidungsfindung aufgrund von momentanen Tatsachen vermieden, indem das Problem oder das Gesprächsthema aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden.

 

Was ist denn dann eigentlich wichtig? Es ist wichtig sich dessen bewusst zu sein, dass die Kommunikation der Schlüssel jeder Beziehung ist. Alles andere hängt von uns ab bzw. unserem Wunsch und unserer Bereitschaft zur Verbesserung zusätzlicher Kenntnisse und Fähigkeiten, die wir als wichtig für die Qualität unseres Berufs- und Privatlebens halten.

 

Autorin: Anita Lukenda Mlinac

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