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Hat Palfinger mit einer Organisationsstruktur noch effizienter aufgestellt: Andreas Klauser, Vorstandsvorsitz.

Richtungsentscheidungen bei Palfinger

20.02.2020

Rekordmarken bei Umsatz, EBIT und Konzernergebnis, der operative Break Even im 2. Halbjahr 2019 im Segment SEA, die Implementierung der neuen globalen Organisationsstruktur (GPO) und eine Reihe von Investitionen in die Zukunft – die Palfinger AG zieht eine erfolgreiche Bilanz für das Geschäftsjahr 2019.

Mit 1.753,8 Mio EUR erreichte der Umsatz einen neuen Höchstwert. Im Vergleich zum Vorjahr (1.615,6 Mio EUR) entspricht das einer Steigerung um 8,6 Prozent. Diese Verbesserung beruhte auf der verstärkten Nachfrage in den wichtigen Märkten Europa, Nordamerika, Russland und China. So konnte trotz einer Verschiebung der Umsätze innerhalb der Produktgruppen und Regionen sowie zusätzliche Aufwendungen in zukunftssichere Strukturen – GPO-Implementierung, Start des Rollouts eines einheitlichen ERP-Systems, Paflinger 21st – die Profitabilität gegenüber dem Vorjahr verbessert werden. Das EBITDA erhöhte sich von 196,7 Mio EUR um 13,7 Prozent auf 223,6 Mio EUR, die EBITDA-Marge lag bei 12,8 Prozent nach 12,2 Prozent im Geschäftsjahr 2018. Das EBIT erreichte mit 149,0 Mio EUR und einem Plus von 17,4 Prozent einen Höchstwert in der Geschichte von Paflinger. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 7,9 Prozent im Jahr 2018 auf 8,5 Prozent im Jahr 2019.

Das Konzernergebnis für das Jahr 2019 stellte mit 80,0 Mio EUR und einem Plus von 38,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 58,0 Mio EUR ebenfalls einen Rekord in der Geschichte von Paflinger dar. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich dadurch von 1,54 EUR im Vorjahr auf 2,13 EUR im Berichtszeitraum.

Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 36,4 Prozent auf 38,3 Prozent zum Bilanzstichtag. Das Gearing verbesserte sich von 92,8 Prozent im Vorjahr auf 83,6 Prozent. Beim Net Debt/EBITDA zeigte sich ebenfalls eine klar positive Entwicklung von 2,62 auf 2,35. Diese deutliche Verbesserung bei den Bilanzkennzahlen konnte trotz der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 erzielt werden. Der Free Cashflow erhöhte sich von 46,8 Mio EUR auf 112,4 Mio EUR. Der Return on Capital Employed lag mit 9,9 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert von 8,5 Prozent.

Weichenstellungen
Die erhöhte Komplexität aufgrund der weltweiten Expansion durch Zukäufe erforderte eine grundsätzliche Neustrukturierung von Paflinger. 2019 wurde die Global Paflinger Organization (GPO) erfolgreich implementiert. Dank der neuen Struktur agiert Paflinger effizienter als bisher und als Lösungsanbieter in noch engerer Zusammenarbeit mit seinen Kunden und Partnern. Durch die GPO wird die Transparenz und Schlagkraft der Gruppe deutlich erhöht.

Paflinger hat 2019 erheblich in zukunftsgerichtete Maßnahmen wie die Verbesserung des Vertriebsnetzes, konzernweite Initiativen wie Paflinger Process Excellence und Paflinger 21st investiert.

Nach tiefgreifenden Restrukturierungsmaßnahmen und der Diversifizierung der Geschäftsfelder schloss das Segment SEA im 2. Halbjahr 2019 operativ positiv ab. Über das Neptune Joint Venture (das Closing erfolgt voraussichtlich im 1. Halbjahr 2020) erlangt Paflinger zudem die führende Position im aufstrebenden chinesischen Kreuzfahrt-Rettungsausrüstungsmarkt.

Segmententwicklung
Im Segment Sales & Service LAND wurde ein hervorragender Umsatz in Höhe von 1.448,4 Mio EUR mit einem Plus von 12,7 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode (2018: 1.285,6 Mio EUR) erzielt. Das Segment-EBIT stieg um 6,9 Prozent auf 155,0 Mio EUR. Aufgrund einer Verschiebung im Produktmix innerhalb der Produktlinien und Regionen fiel die Entwicklung der EBIT-Marge im Vergleich zum Vorjahr jedoch mit 10,7 Prozent (2018: 11,3 Prozent) geringer aus. Der externe Umsatz im Segment Operations LAND lag im Jahr 2019 mit 113,0 Mio EUR in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (2018: 113,8 Mio EUR) so wie auch das Segment-EBIT mit 31,7 Mio EUR (2018: 32,9 Mio EUR). Der Umsatz des Segments SEA ging im Geschäftsjahr 2019 auf 192,5 Mio EUR zurück, das Segment war jedoch ab dem zweiten Halbjahr 2019 operativ positiv und das Segment-EBITDA verzeichnete eine Verbesserung von –9,3 Mio EUR in 2018 auf 6,7 Mio EUR im Jahr 2019. Das Segment-EBIT verbesserte sich von
–29,1 Mio EUR auf –8,2 Mio EUR im Berichtszeitraum. Der gute Auftragseingang 2019 wird ab 2020 umsatzwirksam. Im Bereich HOLDING bilden sich die Investitionen in die Zukunft von PALFINGER ab. Das Segment-EBIT lag bei –29,5 Mio EUR nach –21,8 Mio EUR in der Berichtsperiode des Vorjahres. Die zusätzlichen Aufwendungen standen im Zusammenhang mit den Investitionen in die neue GLOBAL PALFINGER ORGANIZATION und die konzernweiten Initiativen Paflinger Process Excellence und Paflinger 21st.

Dividendenvorschlag
Aufgrund des sehr guten Ergebnis je Aktie von 2,13 EUR im Berichtszeitraum, schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung gemäß der Dividendenpolitik von Paflinger vor, für das Geschäftsjahr 2019 eine Dividende in Höhe von 0,71 EUR (2018: 0,51 EUR) auszuschütten.

Ausblick
2020 und in den Folgejahren wird die GPO die Schlagkraft von Paflinger deutlich erhöhen. Auch das Segment SEA wird im laufenden Geschäftsjahr einen positiven Beitrag zum Ergebnis liefern. Durch eine Reihe innovativer Produktlösungen, die 2020 lanciert werden, wird Paflinger seine globale Marktposition als kundennaher Lösungsanbieter ausbauen. Trotz der abgeschwächten weltweiten Konjunkturentwicklung, dem schwierigeren Marktumfeld in Europa sowie Verschiebungen im Produktmix geht Paflinger von einem soliden Geschäftsjahr 2020 aus, wenngleich für das 1. Quartal 2020 eine deutlich geringere Profitabilität als im hervorragenden 1. Quartal 2019 erwartet wird. Mit der Stärkung der Marke, der weiteren Ausrollung des globalen ERP-Systems und Paflinger 21st wird Paflinger auch 2020 weiter in die Zukunft des Unternehmens investieren. Dank seiner globalen Präsenz und der GPO ist Paflinger in der Lage, schnell auf wirtschaftliche Entwicklungen zu reagieren. Daher hält das Management an seinen Zielen für 2022 fest: einem Gesamtumsatz von 2,0 Mrd EUR sowie einer durchschnittlichen EBIT-Marge und einem durchschnittlichen ROCE von 10 Prozent über den Wirtschaftszyklus hinweg.

Zum integrierten Geschäftsberichts 2019

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