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UBIT-Fachverbandsobmann Mag. Alfred Harl und Mag. Iris Fischl, KMU Forschung Austria.

Rekordumsatz für hochqualifizierte IT- und Unternehmensberatung in Österreich

27.06.2018

Unternehmensberatungs-, Buchhaltungs- und Informationstechnologiebetriebe konnten ihre Umsätze im vergangenen Jahr auf 31,23 Mrd. Euro in die Höhe schrauben. Das stärkste Wachstum verzeichnet die IT – Digitalisierung als Pusher. Gleichzeitig ist die Zufriedenheit mit den BeraterInnen gestiegen, weshalb die Kundenbindung steigt.

Das UBIT Radar des WKO Fachverbands Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT (UBIT), das jährlich von der KMU Forschung Austria erhoben wird, veranschaulicht das Wachstum der Branche. „Die Mitgliedsbetriebe der UBIT boomen, weil Kunden österreichische Beratung stark nachfragen, vor allem die IT-Berufe explodieren. Seit 2008 verzeichnet unsere Branche steigende Umsatzzahlen, diese haben sich mehr als verdoppelt. 8.223 Arbeitgeberbetriebe und 81.922 Beschäftigte, was einen erneuten Anstieg bedeutet, machen deutlich, dass wissensbasierte Dienstleistung eine der Wachstumsbranchen der Zukunft ist. Der Fachverband UBIT ist die dynamischste Branche in der Wirtschaft und hat einen wesentlichen Anteil am österreichischen Konjunkturmotor“, erklärt Fachverbandsobmann Alfred Harl. Dass die Beratungsbranche eine der Konjunktur-Lokomotiven in Österreich ist beweisen die Zahlen aus dem UBIT Radar: Dem nominellen österreichischen Wirtschaftswachstum von 4,6 Prozent für das Jahr 2017 steht ein Umsatzwachstum von 13 Prozent beim Fachverband UBIT gegenüber.

Rekordumsatz - Erfolgsgeschichte seit Jahren ungebrochen

Schon 2014 nahm der Branchengesamtumsatz im Vergleich zu 2013 um 7,2 Prozent auf 23,6 Mrd. Euro zu, 2015 stieg er um weitere 6,9 Prozent auf 25,24 Mrd. Euro. 2016 zeigte sich ein noch größerer Wachstumssprung von 9,5 Prozent auf 27,64 Mrd. Euro. Doch 2017 übertrifft die Jahre zuvor bei weitem, zeigt das aktuelle UBIT Radar: der Branchenumsatz stieg um 13 Prozent auf 31,23 Mrd. Euro an – das ist Rekord. Das stärkste Wachstum verzeichnen die Informationstechnologiebetriebe (IT) mit einem Umsatzanstieg von 13,4 Prozent auf 23,98 Mrd. Euro, gefolgt von den UnternehmensberaterInnen (UB) mit einem Plus von 12,3 Prozent auf 5,03 Mrd. Euro und den Buchhaltungsberufen (BH) mit einem Wachstum von 9,9 Prozent auf 2,22 Mrd. Euro. Damit wurden die Erwartungen des letzten Jahres laut UBIT Radar in allen drei Berufsgruppen deutlich übertroffen (IT: 8,1% / UB 6,3% / BH 3,3%).

Österreichisches IT- und Beratungs-Know-how als Exportschlager

„Die österreichischen wissensbasierten Dienstleister sind nicht nur im Inland gefragt. Wir sind stolz darauf, dass österreichisches Know-how auch über die Landesgrenzen hinaus von Kunden stark nachgefragt wird“, zeigt sich Harl begeistert. Die höchste Exportquote erreichen die Informationstechnologen mit 24,9 Prozent (2016: 18,9%). Auf Platz zwei beim Exportanteil liegt die Berufsgruppe der Unternehmensberatung mit 22,8 Prozent (2016: 20,7%). In der Berufsgruppe Buchhaltung spielen Exporte mit 0,2 Prozent dagegen eine eher kleine Rolle. Das „Exportprodukt“ wissensbasierte Dienstleistung aus Österreich erfreut sich aber insgesamt ungebrochener Beliebtheit. „Im Vergleich zu 2016 sind die Exporterlöse der UBIT-Mitglieder im Bereich Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT im Jahr 2017 in Summe um 70,4 Prozent (3,64 Mrd. Euro) von 5,17 Mrd. Euro auf 8,81 Mrd. Euro gestiegen“, ergänzt Iris Fischl von der KMU Forschung Austria.

UBIT-Betriebe werfen den Job-Turbo an

Auch 2017 haben die Arbeitgeberbetriebe, wie die letzten Jahre über, wieder ordentlich zugelegt. Ihre Zahl ist im Jahresvergleich um 5,6 Prozent von 7.790 auf 8.223 Betriebe angestiegen. Rund 16 Prozent davon beschäftigen 10 oder mehr Arbeitskräfte in ihren Unternehmen. Die größte Anzahl an Arbeitgeberbetrieben stellten 2017 die Informationstechnologen mit 4.931 Betrieben, gefolgt von den Unternehmensberatern mit 2.601 Betrieben. Der Großteil der Mitglieder des Fachverbands UBIT, nämlich mehr als 80 Prozent, gehört aber weiterhin zur Gruppe der Ein-Personen-Unternehmen (EPU). Und rund 84 Prozent der Arbeitgeberbetriebe, konkret 6.871, beschäftigen weniger als 10 MitarbeiterInnen. Mehr als die Hälfte dieser Betriebe, nämlich 3.876, gehört zur IT-Sparte.

Besonders erfreulich ist, dass die Mitglieder des Fachverbands UBIT einen deutlichen Zuwachs an Mitarbeitern verzeichnen. Mit einem Plus von 9,2 Prozent oder plus 6.913 Personen hat sich die Zahl der unselbstständig Beschäftigten von 75.009 auf 81.922 erhöht. Zusätzlich sehen alle Berufsgruppen die weiteren Personalplanungen für 2018 sehr positiv. Im Durchschnitt ergibt sich in der Informationstechnologie eine geplante Erhöhung des Personalstandes um 13,6 Prozent und in der Unternehmensberatung um 8,7 Prozent. UBIT-Mitgliedsbetriebe sind daher wichtige Arbeitgeber.

Investitionen pushen das Wachstum

Bei den Investitionen zeigen sich ebenfalls starke Zahlen: Die Investitionsquote, also das Verhältnis von Investitionen gegenüber dem Umsatz, ist im Berufsfeld Informationstechnologie mit 8,8 Prozent am höchsten. Bei den UnternehmensberaterInnen beliefen sich die Investitionen auf 6,6 Prozent, bei der Buchhaltung auf 2,5 Prozent der Umsatzerlöse. Für das Jahr 2018 wird in den Berufsgruppen IT (26,6 Prozent) und in der Unternehmensberatung (21,1 Prozent) wieder mit steigenden Investitionen gerechnet. 2017 wurden von der Berufsgruppe Buchhaltung im Durchschnitt 1,6 Prozent des Jahresumsatzes für Aus- und Weiterbildung aufgewendet. In der Berufsgruppe Unternehmensberatung waren es 1,5 Prozent und in der Informationstechnologie 1,3 Prozent. Setzt man das in Relation zu den unselbstständig Beschäftigten der Branche, so sind das ca. 3.800 Euro pro Jahr und Mitarbeiter. „Die wissensbasierten Dienstleistungen der UBIT leben von Qualität. Wir bieten mit unserer Qualitätsakademie incite zahlreiche Programme für UnternehmensberaterInnen und IT-ExpertenInnen in den verschiedensten Spezialbereichen an. Auch das Interesse an den beiden akademischen Programmen zum MBA of Management Consultancy und MBA in IT Consultancy ist groß. UBIT-Mitgliedsbetriebe nutzen das incite Angebot mit steigender Tendenz“, so Harl.

Umsatzerwartungen für 2018 weiterhin positiv

Das beachtliche Wachstum scheint sich auch heuer fortzusetzen. Die Auftragslage im 1. Quartal 2018 wurde im Branchendurchschnitt mit „eher gut“ beurteilt, und alle Berufsgruppen rechnen mit einem Umsatzplus im Jahr 2018. Der Anteil der Unternehmen mit einer sehr guten Auftragslage ist in der Berufsgruppe Informationstechnologie mit 38,7 Prozent am höchsten. Die Informationstechnologie erwartet sogar ein Umsatzplus von 10 Prozent, die Unternehmensberatung plus 7,5 Prozent, die Buchhaltung immerhin ein Umsatzplus von 2,9 Prozent. „Die aktuellen Zahlen unterstreichen die große standort- und wirtschaftspolitische Bedeutung der österreichischen Beratungsbranche. Unsere wissensbasierten DienstleisterInnen sind mit jährlichen Umsatzwachstumsraten von durchschnittlich ca. 8,8 Prozent seit 2008 Innovationsvorreiter und kurbeln Wachstum und Beschäftigung an. Digitalisierung und die Umsetzung unseres digiNATION Masterplans für Österreich zusammen mit der Bundesregierung sind die wichtigsten Ziele. Um Unternehmen rasch durch den Digitalisierungsdschungel zu lotsen, bietet die UBIT für jeden Betrieb die richtigen IT-ExpertInnen, UnternehmensberaterInnen oder BuchhalterInnen an“, freut sich Fachverbandsobmann Alfred Harl.

Original erschienen am 27.06.2018: Die Wirtschaft.
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