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Tina Deutsch, Klaiton Advisory GmbH

Projekt zu vergeben!

23.07.2015

Egal wie gut das Unternehmen aufgestellt ist - man kann nicht alles selber können. Doch wie finden KMU einen Berater, bei dem Preis und Leistung passen? Über die Plattform Klaiton, wenn es nach Tina Deutsch geht. Wir haben bei der Gründerin nachgefragt.

Sie haben gerade eine Vermittlungsplattform für selbstständige Unternehmensberater gegründet. Ihre These: Österreichs KMU brauchen zwar Beratung, sind aber oft mit dem gängigen Angebot oft unzufrieden. Wie kommen Sie darauf?
Durch zig Gespräche mit Geschäftsführern mittelständischer Unternehmen. Auf die großen, traditionellen Beratungshäuser würden sie nie zugehen, weil sie sich die enormen Tagsätze nicht leisten können bzw. wollen und auch keine Übereinstimmung in Bezug auf die Kultur sehen. Für sie sind die Berater aus diesen Firmen „junge Männer im Anzug, die schöne Folien malen, aber keine Ahnung vom Geschäft haben“. Die Alternative: die Arbeit mit selbständigen Einzelberatern bzw. kleinen Boutique-Beratungshäusern. Das Problem: Jedes Mal, wenn sie ein Thema haben, wo sie externe Beratung brauchen, müssen sie neu zu suchen beginnen. Wenn sie Beratung suchen, gibt es meist zwei Wege: via Google oder über’s Netzwerk. Beides ist ineffizient und garantiert keine Qualität.

 

Können einzelne Berater überhaupt auch größere Projekte stemmen? Prinzipiell ja – aber sicher themenabhängig. Gute Berater sind meistens auch gut vernetzt und können die nötigen Ressourcen situationsabhängig hinzuziehen.

 

Ihre Plattform soll das ändern. Welche Vorteile bringt sie dem suchenden Unternehmen?

Hier die 3 wichtigsten: Erstens geht es schnell. In 5-10 Minuten schreibe ich ein Projekt aus. Zweitens: Es ist effizient – ich erstelle eine Ausschreibung und die passenden Berater melden sich bei mir. Drittens: Die Qualität ist gesichert – alle Berater sind intensiv geprüft.

 

Wie garantieren Sie, dass die Berater im System auch wirklich Ahnung von Ihrem Job haben?

Durch einen mehrstufigen Auswahlprozess: CV-Check, telefonisches Erstgespräch, Online Assessment, strukturiertes persönliches Interview, sowie das Einholen konkreter Kundenreferenzen. Die Anforderungen sind jahrelange Erfahrung, echte Fachexpertise, Beratungsmethodenkompetenz, Technologieaffinität, hohe Eigenverantwortung und die Fähigkeit, als Vertrauter des Kunden zu agieren.

 

Was kostet der Service?

Für den Kunden kostet die Nutzung unserer Plattform nichts. Der Berater zahlt bei Zustandekommen eines Projektes einen Prozentsatz seines Tagsatzes als Vermittlungsgebühr – spart sich dadurch aber viel Akquisitionsarbeit. Das Beratungshonorar selbst kann der Berater wählen – abhängig von den Rahmenfaktoren des Projektes.

 

Wie sieht Ihr persönlicher Hintergrund aus?

Sowohl mein Gründungspartner als auch ich haben sowohl Erfahrung im Business und in der Beauftragung von Beratern, als auch in der Beratung selbst. Kennengelernt haben wir uns bei unserem letzten Job in einem großen Beratungsunternehmen, wo wir sehr viel in der Kundenbetreuung tätig waren.

 

In welchen Bereichen orten Sie wachsenden Bedarf an Beratungsleistungen?

Das variiert je nach Größe und Branche des Unternehmens und je nach der Region, in der es angesiedelt ist. Viel Nachfrage sehen wir zurzeit in allen Bereichen der Digitalisierung – von Online Marketing bis hin zur entsprechenden Weiterentwicklung der Geschäftsstrategie; ganz generell im Projektmanagement, im Prozessmanagement sowie im Vertrieb.

 

In welche Fallen tappen KMU beim Thema Beratung besonders häufig?

Sie glauben den besten Verkäufern – weil sie die fachliche Expertise oft selbst nicht einschätzen können. Sie denken oft kurzfristig und agieren spontan, ohne mittel- und langfristige Zusammenhänge und Implikationen zu berücksichtigen. Und viele denken noch immer, dass die Inanspruchnahme von Beratung eine Schwäche in der eigenen Organisation aufzeigt – anstatt stolz darauf zu sein, gezielt und intelligent mit einer Kombination aus internen und externen Ressourcen zu handhaben, um dadurch den größten Wert für’s Unternehmen zu stiften.

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
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