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Die Gründer der Initiative PF19 gemeinsam mit der Payment Peer Group beim Payment Festival 2019 am 26.11.2019 im Semperdepot Wien.

PF19: reger Andrang beim ersten Payment Festival Österreichs

05.12.2019

Am vergangenen Dienstag, den 26.11.2019, eröffneten die Initiatoren des Payment Festival 2019, Martin Sprengseis, Max Jürschik und Gerald Gruber, gemeinsam mit Organisatorin Birgit Kraft-Kinz das erste Payment Festival Österreichs im Wiener Semperdepot.

„Es gibt in Österreich – und teilweise auch in Europa – nicht genügend Kollaboration. Das ist uns Initiatoren aufgefallen und wir haben dann den Ball aufgenommen und das Payment Festival gegründet. Wir hoffen, dass wir hier einen Meilenstein gesetzt haben, um in Zukunft die Thema Payment, Kollaboration und Innovation besser miteinander zu vernetzen“, erklärt Max Jürschik, den Hintergrund des Events.

Schluss mit dem Silodenken

Eine Idee, die Anklang gefunden hat. Etwa 150 namhafte Vertreter aus den Sektoren Handel, Banken, Startups und Regulatoren kamen in das Semperdepot. Sie beteiligten sich an Diskussion und Ideenaustausch zu allem, was sich ums Thema Payment drehte – und welche Veränderungen die Digitalisierung in diesem Bereich mit sich bringt. Das Programm war zweigeteilt: Am Vormittag gab es Diskussionsrunden zu ausgewählten Themen. Davor gab Igor Pejic seine Keynote zum Thema „Innovation & Kollaboration“. Seine Kernaussage war: „Payment wurde bisher nur in Silos behandelt. Das heißt, Banken haben mit Banken gesprochen und Payment-Service-Provider mit Payment-Service-Providern.“ Das ist auch die Kernaussage und einer der Hauptgründe für Gerald Gruber, sich an dieser Initiative zu beteiligen: „Payment erfordert vor allem eine gesamteuropäische Lösung. Wir tun uns in Europa sehr schwer, in einzelnen Ländern einzelne Standards zu implementieren. Es fehlt die branchen- und grenzübergreifende Kollaboration!“

Drei Talks, drei Panels

Genau diese branchenübergreifenden Gespräche fanden dann nach der Keynote statt. Zuerst sprachen Mirko Kinigadner von Transpaygo und Michael Hysek (FMA) zum Thema „Regulatorien – stärkt das Europa?“. Auf jeden Talk folgte ein Panel, moderiert von Maggie Childs. Im ersten Panel diskutierten Stefan Augustin (OeNB), Paul Pöltner (CONDA), Iris Thalbauer (WKO Handel), Rainer Will (Handelsverband), Christian Bruck (BearingPoint) und Andrea Gritsch (Wolf Theiss) zu dem Thema.

Der zweite Talk beschäftigte sich mit der Frage nach Chancen und Risiken beim Kampf „Groß gegen Klein“. Eröffnet wurde die Runde von Björn Schättgen (Match Maker Ventures) und Andreas Kranabitl (Spar). „Big vs. small – Chance oder Bedrohung?” hieß das Gesprächsthema, zu dem im anschließenden Panel Petra Grell-Kunzinger (Post AG System Logistic), Barbara Haiden (aiONfire), Christian Pirkner von Bluecode, Elke Pichler (impactory), Paul Kaiser (RLB OÖ) und Sabine Walch von Avocard ihre Einschätzungen mit dem Publikum teilten.

Zum Thema „Banken & Handel – Kollaboration 4.0?” gaben dann Robert Herzig von Metro Deutschland und Georg Schramm von der Erste Bank Group ihre Einschätzungen ab. Auch hier gab es wieder ein anschließendes Panel, in dem Ertan Piskin (Erste Bank), Roland Toch (Wirecard), Michaela Reitterer  (ÖHV), Sebastian Maus (Roland Berger), Klaus Kalthoff (BearingPoint) und Martin Jekl (win2day) teils sehr intensiv diskutierten.

Fishbowls zur tieferen Vernetzung und Diskussion

Zur Vertiefung der Inhalte und zur Steigerung der Kollaboration und Vernetzung untereinander wurde der Nachmittag noch interaktiver gestaltet. Bei sogenannten „Fishbowls“ tauschten sich Teilnehmer einem Sesselkreis aus, wobei einer der Sessel vom Publikum abwechselnd besetzt wurde. Zweck des Formats ist der interaktive Austausch und die nachhaltige Vernetzung zum Thema, nicht nur von den Gesprächsleitern, sondern von allen. Abgeschlossen wurde der Nachmittag nach zwei Sessions der Fishbowls mit einem Memorandum für Österreich zur Stärkung von Kollaboration & Payment:

„Payment ist zentrales Element für jede Volkswirtschaft und aktuell fundamentalen Veränderungen aufgrund der Digitalisierung unterworfen. Das zwingt zum Umdenken und eröffnet neue Möglichkeiten. Die Europäische Union erlässt Regularien, die den Wirtschaftsraum stärken sollen. Diese Aktivitäten werden unzureichend kommuniziert und der Zweck und die Stoßrichtungen der Regelungen werden öffentlich nicht ausreichend dargestellt. Im Sinne der gesellschaftlichen Verantwortung ruft die PF19 Peer Group dazu auf, dass die Politik und die Interessenvertretungen sich verstärkt den Kommunikations- und Gestaltungsaufgaben aus Regelungen der Europäischen Union widmen und so den Wirtschaftsraum stärken. Die Payment Peer Group ihrerseits wird dazu beitragen, dass die entstehenden Chancen rascher erkannt und neue Geschäftsmodelle umgesetzt werden.“

„Uns war es wichtig, gemeinsam Forderungen für einen starken Payment-Standort Wien und Österreich zu formulieren und als Peer Group zu tragen. Es freut uns besonders, dass dieses Memorandum neben den Initiatoren schlussendlich auch von so vielen Besuchern des Festivals unterzeichnet wurde“, freute sich Birgit Kraft-Kinz. Das erste Resümee, kurz nach Ende des offiziellen Teils, fiel sehr positiv aus. Martin Sprengseis zeigte sich erleichtert: „Es ist überwältigend. Ich freue mich irrsinnig, dass so viele Menschen gekommen sind. Die Menschen sind wirklich den ganzen Tag geblieben und haben sich die Inhalte angehört und aktiv mitgemacht. Also mein Resümee fällt sehr, sehr positiv aus.“ Eine zweite Auflage ist dementsprechend schon geplant – im nächsten Jahr wird die Peer Group erweitert; außerdem wird es nächstes Jahr einzelne Workshops, Fishbowls und separate Streams geben. Das wirklich alles gepasst hat, beweist der Schlusssatz von Martin Sprengseis: „Zusätzlich gibt es natürlich wieder das Payment Festival, das kann ich jetzt schon sagen“.

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