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Neuzulassungen von E-Fahrzeugen steigen

04.08.2020

Die Nachfrage der heimischen Kunden nach Autos mit E-Antrieb übertrifft die Lieferkapazität der Hersteller. Nur eine der Erkenntnisse aus einer aktuellen Studie der Strategieberatung PwC.

Zunehmende Auslieferungen von E-Autos und steigendes Kaufinteresse der Autofahrer an Elektrofahrzeugen sorgen trotz der wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 für eine positive Entwicklung am heimischen E-Mobilitäts-Markt: So stieg die Zahl neuzugelassener Elektrofahrzeuge im April, Mai und Juni 2020 in Österreich um 36 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge an der Gesamtzahl der Neuzulassungen erreichte hierzulande im kompletten ersten Halbjahr 2020 mit 15 % einen neuen Rekord. Besonders ins Gewicht fielen im zweiten Quartal die Plug-In-Hybride mit einem massiven Zuwachs von 234 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Das sind zentrale Ergebnisse der aktuellen Ausgabe des „E-Mobility Sales Review Q3 2020“ von PwC Autofacts und Strategy&, der Strategieberatung von PwC.

„Die Entwicklung der E-Mobilität beweist in der Krise, dass der Weg in Richtung eines strategisch wichtigen Marktsegments nicht nur weiterverfolgt, sondern sogar beschleunigt wird. Setzt sich der Absatzerfolg elektrifizierter Fahrzeuge fort, so erreichen die europäischen Automobilhersteller voraussichtlich in diesem Jahr die neuen CO2-Grenzwerte der EU“, fasst Günther Reiter, Automotive Leader bei PwC Österreich, die Q2-Zahlen zusammen. „Aktuell trifft die starke Nachfrage der Verbraucher auf ein noch begrenztes Angebot bzw. lange Lieferzeiten, weshalb die Effekte der staatlichen Fördermaßnahmen in Österreich erst im kommenden Jahr deutlicher zu spüren sein werden.“

COVID-19-Krise: Konventionelle Verbrenner leiden, E-Mobilität unbeeindruckt

In Europa verzeichneten konventionelle Antriebstechnologien mit Diesel und Benzin in der Krise ein erhebliches Absatzminus von 57,9 % (Q2-2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Das europäische E-Mobilitätssegment blieb hingegen vergleichsweise unberührt von den Auswirkungen von Covid-19 und den entsprechenden Lockdown-Maßnahmen: Im ersten Halbjahr stieg die Anzahl der neu zugelassenen Elektrofahrzeuge in den zehn untersuchten europäischen Märkten um 25,6 %. Im zweiten Quartal 2020 waren Neuzulassungen wegen vorübergehender Schließungen von Autohäusern und Zulassungsstellen zwar teilweise nur eingeschränkt möglich, dennoch sanken die Absatzzahlen in den europäischen Kernmärkten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien) um lediglich 1 % gegenüber dem zweiten Quartal 2019. Plug-In-Hybride legten mit +121 % bei den Neuzulassungen stark zu und auch batterieelektrische Fahrzeuge erlebten in Europa einen Zuwachs von +35 %.

„Führten Elektroautos zunächst ein Schattendasein in der europäischen Zulassungsstatistik, so erweisen sie sich in Zeiten der Corona-Krise mit einem Marktanteil von 18,9 % im ersten Halbjahr 2020 als Insel der Stabilität bzw. des Wachstums in einem ansonsten rückläufigen Absatzmarkt der Automobilindustrie“, kommentiert Peter Trögel, Automobilexperte und Director bei Strategy& Österreich. „2020 könnte aus unserer Sicht den Wendepunkt für Elektromobilität in Europa darstellen, da die europäischen Regierungen jetzt koordiniert mit Fördermaßnahmen wie steuerlichen Vorteilen und Kaufprämien vorgehen. Das hohe Interesse und die Nachfrage der Verbraucher nach E-Autos wird aktuell noch durch mangelndes Angebot und Lieferkapazitäten gebremst.“

E-Auto-Märkte in China und den USA mit Kriseneffekten

Anders stellt sich das Bild der Q2-Zulassungszahlen für E-Fahrzeuge in den Märkten China und USA dar. Im Reich der Mitte sank die Zahl der Neuzulassungen krisenbedingt um 22 %, in den USA um 33 %. In beiden Regionen stiegen die Zulassungen von Hybridfahrzeugen im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat aber bereits wieder an (China: +11 %, USA: +6 %). Zudem ist zu erwarten, dass zusätzliche Förderprogramme weitere Nachfrage schaffen.

 

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