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Neues aus dem Fuhrpark

23.11.2015

Wenige Themen gehen Dienstwagennutzern so sehr ans Herz wie die Wahl ihres nächsten Firmenautos. Für sie geht es um ein Statussymbol, für den Fuhrparkmanager um einen beachtlichen Kostenblock.

Text: Mara Leicht

Alles wird anders. Zumindest wenn es nach Christian Morawa, Commercial Director des Fuhrparkdienstleisters Arval, geht. Künftig wird es keine Rivalitäten mehr zwischen den Kollegen geben. Wagenklasse, Marke, Modell, Ausstattung und Zubehör werden kein Thema mehr sein. Stattdessen bekommt jeder Berechtigte monatlich ein sogenanntes „Mobilitätsbudget“ zugewiesen und teilt es sich selbst ein. Der Dienstwagen mit Sachbezug ist dann nur mehr eine von mehreren Optionen. Nach Lust und Laune verteilt man sein Budget auf Poolauto, Carsharing, U-Bahn-Ticket und Taxi, wie es gerade beliebt. Sparsamkeit ist plötzlich wieder eine Tugend: Wer sein Budget unterschreitet, bekommt den offenen Betrag monatlich auf sein Gehalt aufgeschlagen. Klingt gut. Doch leider: „Zukunftsmusik“, holt uns Morawa wieder auf den Boden zurück, „für Österreich müssen wir noch eine steuerliche Lösung finden.“ Für die Niederlande gebe es die schon.

Scheinersparnisse
Hierzulande mühen sich Fuhrparkmanager noch immer, den Kostenblock ihrer Flotte im Zaum zu halten. Nach dem Ansatz des Total Cost of Ownership (TCO) rechnen sie Leasingrate, Wartung, Reifenservice, Versicherung, Kraftstoffverbrauch und vieles mehr zusammen und suchen dann nach Einsparungspotenzialen.

Doch Achtung, die halten nicht immer, was sie versprechen. Morawa gibt ein Beispiel: Aktuell gehen vorsteuerabzugsfähige Siebensitzer sehr gut, gerade wegen ihres Arguments der Vorsteuerabzugsfähigkeit. Kennt man aber die Gesamtkosten für den laufenden Betrieb, wird die Steuerersparnis rasch von Mehrverbrauch, teuren Reifen und anderen Kostentreibern aufgewogen. Bloß wie soll man das im Vorhinein wissen?

Das Internet weiß alles
Je mehr Informationen nötig sind, desto mehr kommt das Web ins Spiel. Wenig überraschend ergänzen die großen Dienstleister ihre Real-Life-Angebote mit immer neuen Onlinemodulen und unvermeidlich-zeitgeistigen Apps. Kaum ein Dienstleister, der noch keine hat oder nicht zumindest an einer bastelt.

Grünmobilität mit Luft nach oben
Als „Frage der Haltung“ bezeichnet Lease-Plan-Geschäftsführer Nigel Storny die Elektromobilität. Für sie sprechen Nachhaltigkeit und Klimaschutz, gegen sie die geringen Reichweiten und das fehlende Vertrauen in die Ladeinfrastruktur. Und natürlich die Kosten, allen voran die hohen Anschaffungskosten der E-Modelle. Weil nach TCO der Wertverlust mehr als 60 Prozent der Kosten ausmacht, werden Elektroautos noch lange nicht mit Benzinern und Dieselautos mithalten können.
Storny wünscht sich Förderungen, praktische (wie die Benutzung der Busspur für E-Autos) und monetäre, die über die neue Sachbezugsregel hinausgehen. Immerhin: Mit 1. Jänner 2016 fällt der Sachbezug für Elektroautos, die als Dienstfahrzeuge genutzt werden. Das gilt allerdings nur für reine Elektroautos und nicht für Hybrid- und Range-Extender-Modelle. Gerade die lösen aber das Reichweitenproblem. Lease-Plan antwortet mit dem 48/4-Modell: 48 Wochen im Jahr nutzt man das Elektroauto, vier Wochen steht ein konventionelles zur Verfügung.

Zum Schluss noch eine gute Nachricht: Elektroautos sind künftig vorsteuerabzugsfähig. Der Tesla fällt leider nicht darunter: Ab 40.000 Euro gilt die Luxustangente.


Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
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