Neue Kollektivverträge schaffen Anreize zur betrieblichen Altersvorsorge | Die Wirtschaft Direkt zum Inhalt

Neue Kollektivverträge schaffen Anreize zur betrieblichen Altersvorsorge

01.12.2015

Einige neue geförderte Instrumente erweitern nun das Instrumentarium an Anreizen zur Altersvorsorge. Die wichtigsten sind die Betriebliche Kollektivversicherung, die Pensionszusage und die im Rahmen der Rentenreform eingeführte Entgeltumwandlung. 

„Arbeitgeber können durch die Entgeltumwandlung Lohnnebenkosten sparen“, Werner Braun, Geschäftsführer bei Moore Stephens City Treuhand.

Die letztgenannte ist jedoch nur von der Lohnsteuer und Sozialversicherung befreit, wenn sie im Kollektivvertrag als lohngestaltende Maßnahme vorgesehen ist. Dies ist derzeit bei fünf Kollektivverträgen der Fall. In den Genuss kommen Baugewerbe und Bauindustrie, automatische Datenverarbeitung und Informationstechnik, Versicherungsunternehmen, Speditionen sowie holzverarbeitende Industrie.

 

Beiderseitige Vorteile

"Das Gewähren von Zahlungen zur steuerfreien Zukunftssicherung der Mitarbeiter kann ein Unternehmen als Arbeitgeber attraktiver machen und die Zufriedenheit der Mitarbeiter erhöhen“, erklärt Werner Braun, Geschäftsführer bei Moore Stephens City Treuhand. Dies motiviert dazu, dem Betrieb treu zu bleiben – ein wichtiges Kriterium, nachdem der Anspruch auf Abfertigung Neu nun auch bei Selbstkündigung besteht. Ein weiterer Vorteil: Der Arbeitgeber kann durch die Entgeltumwandlung Lohnnebenkosten sparen. Bei einem steuerfreien monatlichen Höchstbetrag von 25 Euro (bis zu 300  Euro pro Jahr) beträgt die Ersparnis für privatwirtschaftliche Betriebe rund 7,9 Prozent pro Mitarbeiter. Diese ergeben sich aus der Ersparnis von 4,5 Prozent FLAF (Familienlastenausgleichsfonds), drei Prozent Kommunalsteuer und 0,4 Prozent Dienstgeberzuschlag (unterschiedlich pro Bundesland). Der umgewandelte Gehaltsteil ist weiterhin voll als Betriebsausgabe absetzbar.

 

Keine Sparprodukte

Voraussetzung zur Nutzung einer solchen Entgeltumwandlung ist, dass der Arbeitgeber diese Möglichkeit allen Arbeitnehmern oder bestimmten Gruppen anbietet. Dafür steht die Lohnsteuerbefreiung auch dann zu, wenn nur wenige Arbeitnehmer das Angebot annehmen. Weiters muss es sich um Aufwendungen für die Zukunftssicherung handeln. Das sind Zahlungen des Arbeitgebers an Versicherungen oder Vorsorgeeinrichtungen, um Arbeitnehmer oder deren Angehörige abzusichern – für den Fall der Krankheit, Invalidität bzw. Berufsunfähigkeit, des Alters oder Todes. Reine Sparprodukte fallen nicht darunter. Wird die Grenze von 300 Euro pro Jahr und Dienstverhältnis überschritten, verliert nicht die gesamte Zuwendung die Begünstigung – nur der darüber hinausgehende Teil wird beitragspflichtig.

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
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