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Nachhaltigkeit trotz Corona für Führungskräfte wichtig

01.12.2020

Wie nachhaltig agieren Österreichs Führungskräfte? Das beleuchtet eine aktuelle Studie des Wirtschaftsforums für Führungskräfte (WdF) in Kooperation mit dem Nachhaltigkeits-Pionier VBV-Gruppe. Zentrales Ergebnis: Die heimischen Führungskräfte setzen trotz Corona-Krise auf das Thema Nachhaltigkeit. Gleichzeitig gibt es in einer Mehrheit der heimischen Unternehmen noch Hausaufgaben in Sachen nachhaltiger Zukunft zu erledigen.

„Das Thema Nachhaltigkeit ist derzeit neben Corona in aller Munde. Deshalb wollten wir wissen, wie die heimischen Führungskräfte dazu stehen. Unsere Umfrage zeigt: Nachhaltigkeit ist in den Führungsetagen angekommen und trotz Wirtschafts-Krise ein zentrales Thema. Die heimischen Führungskräfte sehen mehrheitlich ihre Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft“, erklärt der WdF-Bundesvorsitzende Mag. Andreas Zakostelsky.

Die befragten 270 Führungskräfte sehen beim Thema Nachhaltigkeit eine Reihe von Vorteilen. 81% der Befragten geben Auswirkungen auf ein positives Image als Arbeitgeber an. 80% sehen eine positive Wahrnehmung des Unternehmens bei Kunden. Noch eher gering beurteilen ManagerInnen die Vorteile für stabilere Lieferketten (51%) oder die Durchsetzbarkeit höherer Preise (30%). Produktion und Handel empfinden stärkere Vorteile aus nachhaltiger Unternehmenspolitik als der Dienstleistungssektor. Auffällig ist ein deutliches West-/Ost-Gefälle. Je weiter im Westen die Befragten beheimatet sind, desto vorteilhafter wird nachhaltige Unternehmenspolitik gewertet.

Führungskräfte haben Einfluss hinsichtlich nachhaltiger Ziele erkannt

Bei Nachhaltigkeit denken die heimischen Führungskräfte vor allem an Umwelt- und Klimaziele (90%), an die Verantwortung für langfristige Unternehmensentwicklung (85%) und an die Verantwortung gegenüber MitarbeiterInnen (80%). Drei Viertel der befragten 270 ManagerInnen geben an, hohen Einfluss darauf zu haben, im Unternehmen nachhaltige Prinzipien durchzusetzen. Allerdings sehen die Führungskräfte auch noch genug Handlungsbedarf: Erst in weniger als einem Viertel der Unternehmen sehen die ManagerInnen nachhaltige Verantwortung als sehr stark umgesetzt.

Soziale Verantwortung als wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit

Die Verantwortung für ihre Mitarbeitenden sehen die heimischen Führungskräfte sehr hoch. Sicherlich Corona-bedingt steht dabei die Umsetzung des Home Office Betriebs mit 71% ganz oben. Die Gestaltung des Arbeitsplatzes (70%) sowie ergänzende Schulungsangebote (67%) folgen gleich dahinter. Auch die Themen Gehaltsfairness (59%) und Gesundheitsvorsorge (55%) sind den heimischen Führungskräften für ihre Mitarbeitenden wichtig. Seltener finden sich Ernährungsangebote am Arbeitsplatz (36%) sowie Vorsorgefairness, sprich ergänzende betriebliche Angebote zur Altersvorsorge (33%).

Ökologische Verantwortung wird bereits gelebt

Im Bereich der ökologischen Verantwortung sind es drei Bereiche die im Fokus der Bemühungen stehen: das Abwasser- und Abfallmanagement ist mit 64% schon umgesetzt und weitere 24% planen die Umsetzung, sparsamer Ressourceneinsatz ist mit 56% realisiert und regionale Beschaffung mit immerhin 47%, wobei hier weitere 35% zukünftig darauf achten wollen.

Die Optimierung des Reiseverhaltens und damit auch die Vermeidung von Reisen durch digitale Alternativen haben, wohl aber auch Covid-19-bedingt, 66% eingeführt und weitere 27% planen dies verstärkt. Umwelt- und Energiemanagement haben 51% etabliert und 34% sehen das vor.

CO2-Emissionen werden noch kaum gemessen

Geht es aber um zentrale Aspekte des Klimaschutzes, so haben heimische Führungskräfte noch einige Hausaufgaben in ihren Unternehmen zu erledigen. Nur 21% der befragten Führungskräfte geben aktuell an, die CO2-Emissionen zu messen. 7% stellen zusätzlich dazu einen Vergleich mit ähnlich strukturierten Betrieben und 14% definieren Ziele und leiten die entsprechenden Maßnahmen ab. Auf der anderen Seite geben 48% der Befragten an, dass sie keine Schritte setzen, eine derartige CO2-Bilanz zu erstellen und 11% wissen nicht, ob derartige Aktivitäten im Unternehmen gesetzt werden oder nicht. Knapp mehr als ein Drittel nutzen außerdem externe Audits als Orientierungsrahmen für nachhaltiges Wirtschaften.

Über das WdF

Das Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WdF) wurde 1979 gegründet und vertritt knapp 3.000 Manager und Entscheidungsträger aus allen Ebenen und ist somit Österreichs größtes parteipolitisch unabhängiges Führungskräftenetzwerk. Das WdF bietet branchenübergreifenden Austausch und ein tragfähiges Netzwerk zur fachlichen Unterstützung von Führungskräften, Nachwuchsführungskräften und Leader-Persönlichkeiten. Neben zahlreichen Umfragen, wie u.a. der Einkommensstudie, werden ein Reihe von Veranstaltungen und Aktivitäten zur Arbeitswelt der Führungskräfte durchgeführt.

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