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Nachhaltig performen

13.02.2017

Die verantwortungsvolle Veranlagung stellt einen wesentlichen Hebel dar, um ökolgische oder gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen. Das Schöne dabei: Es winken auch noch satte Renditen. Im Interview erklärt Günther Schiendl, Mitglied des Vorstandes der VBV-Gruppe, die Strategie seines Unternehmens.  

Nachhaltigkeit und gute Finanzergebnisse schließen sich für Günther Schiendl, Mitglied des Vorstandes der VBV-Gruppe, nicht aus.

Die VBV, Anbieter betrieblicher Altersvorsorge in Österreich, ist im abgelaufenen Geschäftsjahr in allen Bereichen gewachsen. Welche Rolle hat dabei die nachhaltige Ausrichtung gespielt?

Wir setzen in der Pensions- und Vorsorgekasse, aber auch in unseren Dienstleistungsunternehmen seit Jahren konsequent auf Innovation und Nachhaltigkeit. Der Erfolg zeigt sich in unserem Wachstum in Verbindung mit hoher Qualität und sehr guten Veranlagungsergebnissen. Für die Pensionskassen-Kunden sind insbesondere unsere mittel- und langfristigen Veranlagungsergebnisse besonders wichtig. Genau hier haben wir im Vergleich zum Markt überdurchschnittliche gute Ergebnisse erzielt. In Sachen Nachhaltigkeit setzen wir vor allem auf entsprechende Dekarbonisierungs-Strategien bei unseren Kapitalanlagen. Sprich: Wir achten auf den CO2-Fußabdruck unserer Investments. Das ist aus unserer Sicht als Marktführer ein richtungsweisendes Thema - weit über die Pensionskassen-Branche hinaus; und es rechnet sich für unsere Kunden.

Wie spiegelt sich die Nachhaltigkeit noch in der Veranlagung?

Ein Beispiel ist unser Investment in nachhaltige Immobilien: Die VBV-Pensionskasse investiert seit 2010 in so genannte „Green Buildings“, also Gebäude, bei welchen die zulässigen Verbrauchsziele um 25 Prozent unterschritten werden. Zudem investieren wir im Zuge unserer nachhaltigen Immobilienstrategie in Pflegeheime. Hier haben wir zum Beispiel nachhaltiges Reporting - Stichwort "aktive Governance" - initiiert. Jüngstes sichtbares Zeichen unserer Nachhaltigkeits-Bemühungen: Die VBV-Pensionskasse hat den größten österreichischen Aktien-Spezialfonds - den VBV Passive World Equities Fond - ganz auf „Low Carbon“ umgestellt. Der Fonds umfasst ein Volumen von aktuell rund 850 Millionen EUR bzw. ca. 1.600 Einzeltitel und macht rund 40% des gesamten VBV-Aktienportfolios aus. Durch die Umstellung auf „Low Carbon“ investiert die VBV-Pensionskasse nun in ein Portfolio von Unternehmen, deren CO2-Intensität von zuvor 221 tCO2 auf 100 tCO2 pro einer Million Umsatz reduziert wurde. Das entspricht einer Reduktion um 55 Prozent oder um ca. 100.000 Tonnen CO2 pro Jahr, oder dem jährlichen Verkehr einer mittelgroßen Stadt wie beispielsweise Wels. Auch die Vorsorgekasse der VBV-Gruppe geht den Weg der Nachhaltigkeit seit vielen Jahren. Die VBV-Vorsorgekasse traf 2015 die Entscheidung, aus der Veranlagung rund um das Geschäft mit Kohle gänzlich auszusteigen und jährlich den CO2-Fußabdruck der Veranlagung zu messen, um weitere umweltschonende Entscheidungen herbeiführen zu können.

Wie sieht die Erfahrung der VBV aus: Fahren nachhaltige Investments die gleichen Renditen ein wie konventionelle Produkte?

Nachhaltigkeit und gute Finanzergebnisse schließen sich nicht aus, sie gehen vielmehr Hand in Hand. Seit dem Start der Abfertigung Neu erzielte die VBV-Vorsorgekasse eine durchschnittliche Nettorendite von über 3% pro Jahr und ist damit in der Branche führend. Wir haben im Schnitt der letzten drei, fünf und sieben Jahre im Vergleich zum Marktumfeld überdurchschnittliche gute Veranlagungsergebnisse erzielt. Das haben wir uns auch für 2017 vorgenommen. Nachhaltigkeit richtig eingesetzt kann sogar eine sehr gute Performance bringen. Ein Beispiel ist unser Spezialfonds mit Momentum-Ansatz. Mit diesem investieren wir in Unternehmen, die Verbesserungsmaßnahmen im Governance- und Nachhaltigkeitsbereich setzen. Diese werden dann auch von uns bewertet. Dieser Fonds hatte 2016 zum Beispiel eine super Outperformance.

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