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Männer wollen Frauenquoten

04.11.2019

Eine aktuelle Umfrage unter 1.000 Unternehmern in Österreich belegt: Mehr als 90 % sind mit dem Unternehmerdasein zufrieden. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick. 

Die Volksbank UnternehmerInnen-Studie beleuchtet dieses Jahr zum zweiten Mal die persönliche Lebenswelt von Selbstständigen in Österreich. Gemeinsam mit dem Österreichischen Gallup-Institut wurden heuer erneut bundesweit 1.000 Selbstständige für diese statistisch repräsentative Studie zu Themen Merkmale & Unterschiede, Leben & Herausforderungen, Antrieb & Erfolg sowie Bilanz & Vision befragt. In der aktuellen Auflage stehen die Unternehmerinnen im Mittelpunkt. „Der Einfluss von Frauen auf die Gesellschaft ist aktuell so stark wie noch nie. Von Ost nach West, von Vorarlberg bis Wien, erfolgreiche Unternehmerinnen sind quer durch das Land zu finden,“ so Gerald Fleischmann, Generaldirektor der Volksbank Wien AG.

Aufholjagd: Immer mehr Frauen gründen ein Unternehmen

Familie, Beruf, Selbständigkeit – vor allem Unternehmerinnen stehen beim Zeitmanagement vor Herausforderungen. Dennoch scheint dies Unternehmerinnen nicht abzuschrecken. Im letzten Jahr wurden bereits rund 45 % der Unternehmen von Frauen gegründet. In welchen Branchen wagen sich Frauen in die Selbstständigkeit? Über die Hälfte der Befragten waren der Meinung, dass Frauen ihr Unternehmen vor allem in „klassischen Frauenbranchen“ wie Mode, Beauty, Textil, Styling und Handel gründen. Dies entspricht jedoch nicht der Realität, da rund ein Drittel im Industriesektor selbständig ist.

Unternehmerinnen sind für Haushalt zuständig

Obwohl immer mehr Frauen ihr eigenes Unternehmen gründen, bestätigt sich in puncto Haushalt und Kindern das Klischee: Laut eigenen Angaben übernehmen Frauen immer noch zwei Drittel der Aufgaben von Haushalt und Kindererziehung. Die Männer geben an zu 33 % dafür verantwortlich zu sein. Zumindest 70 % der Unternehmerinnen denken, dass Kinder und Unternehmertum schwer zu vereinbaren sind. Für 22 % davon war es sogar sehr schwierig zu schaffen. Interessant ist zudem, dass Befragte zufriedener sind, wenn Familienmitglieder im Unternehmen tätig sind.

Frauenquote? Ja unbedingt.

Das sensible Thema der Chancen- und Geschlechtergleichheit wird von Unternehmerinnen und Unternehmern unterschiedlich beurteilt. Rund zwei Drittel der Männer geben, dass im Berufsalltag keine Chancengleichheit für Frauen gegeben ist. Frauen sehen das noch etwas kritischer. Dennoch sind Männer andererseits der Meinung, dass sie selbst im Unternehmerleben mehr Hürden zu überwinden hätten als Frauen. Die weiblichen Befragten sehen tatsächlich weniger Hürden. Klaudia Bachinger, Start-up Gründerin von WisR, glaubt zu wissen wieso die Meinungen hier so auseinander gehen: „Das ganze Unternehmerleben hat man Hürden und Probleme, die es zu lösen gibt. Frauen reden oder jammern nicht so viel darüber. Wir haben genau die gleichen Hürden, geben aber nicht zu, dass es eine war.“
Bei der Frage nach Frauenquoten in Politik und Wirtschaft waren sich die Geschlechter jedoch einig: Zwei Drittel der befragten Frauen sprechen sich dafür aus. Bei den Männern hält zumindest jeder Zweite eine Frauenquote für sinnvoll.

Work-Life-Balance: Urlaub eine Generationenfrage?

Wie sieht es bei den österreichischen Unternehmerinnen und Unternehmern mit ihrer Freizeit aus? Ist die Work-Life-Balance ausgewogen? Tendenziell gaben vor allem die jüngeren Befragten an, dass ihnen die Ausgewogenheit sehr wichtig ist. Je jünger die Teilnehmer desto eher achten sie auf eine ausgewogene Work-Life-Balance und darauf sich ausreichend Urlaub zu nehmen. Im Schnitt konsumieren Befragte der Generation Y (24 – 38 Jahre) vier Tage mehr Urlaub im Jahr als UnternehmerInnen der Generation Babyboomer (54 – 63 Jahre).

MitarbeiterInnen das A und O für das Unternehmen

Neben Umsatz, Flexibilität und Selbstverwirklichung sind für Unternehmen die MitarbeiterInnen besonders wichtig. Vor allem Befragte der Generation Y, gaben mit immerhin 83 % an, dass die Wertschätzung ihrer MitarbeiterInnen an oberster Stelle steht. Dies lässt sich möglicherweise dadurch erklären, dass jüngere UnternehmerInnen mehr auf Teamwork anstatt auf starre Hierarchien wertlegen.

Große Zufriedenheit trotz Herausforderungen

Die Zahlen sprechen für sich, 92 % der Unternehmerinnen sind mit ihrer Entscheidung sich selbständig gemacht zu haben sehr zufrieden. Lediglich 7 % bereuen den Schritt und immerhin 76 % würden diese Entscheidung noch mal treffen. „Die diesjährige Studie zeigt erneut, dass
Unternehmer und Unternehmerinnen der Selbstständigkeit gegenüber sehr positiv eingestellt sind. Besonders freuen mich die Zahlen zu den Entwicklungen der Neugründungen von Unternehmerinnen“, so Gerald Fleischmann  

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