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Logistik-Markt: Mehr und rationeller

28.04.2006

Interne und ausgelagerte Logistik ist ein Wachstumsbereich quer über die europäische Industrie- und Handelslandschaft. Einige Zahlen aus Deutschland bestätigen: Der Markt wächst und es ist noch einiges Rationalisierungspotenzial drin.

Die deutsche Wirtschaft gab 2004 für Logistik-Dienste an die 170 Milliarden Euro aus, davon erbrachten 79 Milliarden gewerbliche Spezialisten, der große Rest waren Eigenleistungen der Unternehmen. Damit wäre die Logistik nach dem Fahrzeugbau und der Gesundheitsbranche der drittgrößte Zweig der deutschen Volkswirtschaft und läge gleichauf mit dem Maschinenbau. In Europa (die 15 alten EU-Staaten, Schweiz, Norwegen) lag 2004 der geschätzte Logistik-Umsatz bei 730 Milliarden Euro. Das ergab eine Studie der Arbeitsgruppe für Technologien der Logistik-Dienstleistungswirtschaft des deutschen Fraunhofer Instituts für integrierte Schaltungen. Der Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau schätzt das Umsatzvolumen für unternehmensinterne Logistik der Branche (Intralogistik) auf 14 Milliarden Euro im Jahr 2005, erwirtschaftet von etwa 91.000 Mitarbeitern. Deutschland liegt in diesem Marktsegment an der europäischen Spitze: Wegen der zentralen Lage auf dem Kontinent entstehen hier besonders viele Distributionszentren und Vertriebslager.

Wachstum in Deutschland
Pro Bürger (Deutschland) werden jährlich 45 Tonnen Güter bewegt. Von den 170 Milliarden deutschem Logistik-Umsatz entfallen 44 Prozent auf Transport, 26 Prozent auf Lagerwirtschaft/ Umschlag, 20 Prozent auf Beständehaltung und 10 Prozent auf Auftragsabwicklung, Planung und Administration. Die Situation ist in Österreich vermutlich ähnlich, da Branchen- und Exportstruktur vergleichbar sind.
Der deutsche Markt wuchs zwischen 2001 und 2004 jährlich im Schnitt um 2,1 Prozent, besonders schnell wächst dabei der grenzüberschreitende Transport: weltweite Container-Seeverkehre, internationale Land- und Lufttransport-Logistik-Systeme, Kontraktlogistik. Globalisierungsverlierer ist hingegen laut der Studie der klassische Massengutverkehr. Der "Outsourcing"-Anteil im Bereich Logistik ist noch lange nicht ausgeschöpft, wächst aber auch: von 44,6 (2001) auf 46,1 Prozent 2004. Das heißt, spezialisierte Logistik-Dienstleister wachsen mit durchschnittlich 3,5 Prozent pro Jahr schneller als die Gesamtbranche.
Das stärkste Wachstum soll in den nächsten Jahren in der Kontraktlogistik liegen (längerfristige, vertraglich abgesicherte Versorgung von Großkunden mit Logistik-Leistungen - ein Dienstleister wird sozusagen Generalunternehmer für die Logistik eines Industrie- oder Handelsbetriebes) - dieses Segment setzte 2004 in Deutschland 15,6 Milliarden Euro um, das Potenzial für einschlägige Auslagerungen beziffern die Fraunhofer-Forscher jedoch mit 67 Milliarden.
(5/06)

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
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