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„Mit dem Lehrgang haben LehrerInnen österreichweit einzigartig die Chance, sich Berufsorientierungs-Expertise auf Masterebene anzueignen", erklärt WK Niederösterreich-Präsidentin Sonja Zwazl

Lehrer und Schüler fit machen

09.03.2017

Mit dem Master-Lehrgang für Berufsorientierung wird ein erfolgreiches Pilotprojekt der Sozialpartner AK NÖ und WK NÖ fortgesetzt. Das Ziel der Sozialpartner: Pädagoginnen so fit machen, dass sie Schülerinnen und Schülern jene Informationen zukommen lassen können, die für die Wahl ihrer beruflichen Laufbahnen wirklich relevant sind.

Der Startschuss für den nächsten Meilenstein in der LehrerInnen-Ausbildung ist erfolgt: An der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich (PH NÖ) in Baden wird der im Vorjahr gestartete Master-Lehrgang für Berufsorientierung nun etabliert. Das österreichweite Vorzeigeprojekt der Sozialpartner Arbeiterkammer NÖ und Wirtschaftskammer NÖ startet nach dem erfolgreichen Testlauf nun in ein neues Unterrichtsjahr. „Wir leisten damit einen enormen Beitrag, damit Schülerinnen und Schüler jene beruflichen Laufbahnen einschlagen, die punktgenau zu ihren Stärken und Interessen passen“, so AK Niederösterreich-Präsident Markus Wieser und WK Niederösterreich-Präsidentin Sonja Zwazl. Über 200 Lehrberufe, dutzende weiterführende Schulen und Lehrgänge verschiedenster Fachrichtungen: Die Palette an Möglichkeiten nach der Pflichtschule ist enorm. Umso wichtiger ist es daher, dass schon während der Schulzeit die vielfältigen Möglichkeiten der Berufswelt aufgezeigt werden. Mit dem Masterlehrgang an der PH NÖ wird nun ein Meilenstein realisiert, indem PädagogInnen punktgenaue und zugleich umfassende Informationen zur Arbeitswelt erhalten. Das garantiert, dass die ausgebildeten Lehrkräfte ihre SchülerInnen bestmöglich auf die Zukunft vorbereiten können.

Rechtzeitig und profund informieren

Finanziert wird der Lehrgang samt Begleitforschung zur Berufsorientierung von Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer Niederösterreich. Für die Sozialpartner hat dieses Thema oberste Priorität. „Wir können es uns nicht leisten, auf die persönlichen Stärken und Talente eines jeden Einzelnen zu verzichten“, sagt AK-Präsident Markus Wieser. „Durch rechtzeitige und professionelle Berufsorientierung entsteht eine Win-Win-Situation. Es werden die Ausfall-Raten in weiterführenden Schulen oder der Lehrlings-Ausbildung reduziert. Die Unternehmen wiederum können mit motivierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rechnen“, so Wieser.  Weil der erste Master-Lehrgang („Pilotprojekt“) im Unterrichtsjahr 2015/2016 derart positive Resonanz und zusätzliche Nachfrage der PädagogInnen mit sich brachte, erfolgt nun die Weiterführung.

26 LehrerInnen ausgewählt

„Mit dem Lehrgang haben LehrerInnen österreichweit einzigartig die Chance, sich Berufsorientierungs-Expertise auf Masterebene anzueignen - hochqualifiziert und mit höchstem, von den Sozialpartnern eingebrachten Bezug zur beruflichen Praxis“, betont WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl. Der Weg zur passenden Berufswahl für unsere Jugend werde damit „ein ganzes Stück breiter“. Insgesamt wurden 26 LehrerInnen aus verschiedenen Schultypen wie AHS, NMS oder Polytechnischen Schulen in einem Assessment-Verfahren für den zweiten Master-Lehrgang ausgewählt. In einer Studie des Instituts für Jugendkulturforschung sprechen sich übrigens auch SchülerInnen klar für mehr Infos über Berufs- und Ausbildungswege aus. Zwazl: „Der Wunsch nach mehr Berufsorientierung kommt also auch von den Jugendlichen selbst.“ Wieser und Zwazl fordern eine verpflichtende Umsetzung von Berufsorientierung ab der 7. Schulstufe in allen Schultypen als eigenen Gegenstand. Bereits jetzt setzen Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer viele Maßnahmen gemeinsam um: Regionale Drehscheiben zur Vernetzung von Betrieben und SchülerInnen, Gratis-Nachhilfe in Polytechnischen Schulen sowie Vorträge in den Klassen. Die Arbeiterkammer führt zusätzlich eigene Bewerbungstrainings durch, veranstaltet die große Berufsinfo-Messe „Zukunft. Arbeit. Leben“ und bietet verschiedene Workshops und zielgerichtete Maßnahmen der Jugendmarke „AK Young“ an. Die Wirtschaftskammer unterstützt Jugendliche darüber hinaus mit Initiativen wie dem gemeinsam mit dem Land umgesetzten NÖ Begabungskompass, der Berufs-Plattform www.frag-jimmy.at, dem Schul-Besuchsprogramm „Jimmy on Tour“ oder eigenen Lehrstellenberatern. „Wir lassen junge Menschen bei so wichtigen Fragen der persönlichen Zukunft nicht alleine und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite“, betonen Zwazl und Wieser.

83 Prozent der Jugendlichen entscheiden selbst

Norbert Kraker, Vizerektor der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich: „Die Sozialpartner AKNÖ und WKNÖ haben durch ihre gemeinsame Initiative mit der Pädagogischen Hochschule NÖ das Themenfeld Berufsorientierung neu positioniert. Dies erfolgt einerseits durch einen Masterlehrgang für LehrerInnen und andererseits durch den Aufbau einer grundlegenden Forschung. Die Forschung an 15 Neuen Mittelschulen in NÖ zeigt, dass die Zukunftsentscheidung der Jugendlichen zu 83 Prozent von ihnen selbst, der jeweiligen Familie und den Freunden abhängig ist. Der Anteil der Unentschlossenen bei den Befragten liegt zwischen 6 Prozent und 29 Prozent und wird beeinflusst von geschlechtsspezifischen, standortspezifischen und klassenspezifischen Gegebenheiten. Damit wird die Wichtigkeit dieser gemeinsamen Initiative für eine verstärkte Berufsorientierung in NÖ im Interesse der jungen Menschen klar unterstrichen.“

www.ph-noe.ac.at

 

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