Direkt zum Inhalt

Konjunktur: Österreich wächst, USA verliert an Schwung

13.09.2010

Wachstumsschübe zeigt die heimische Wirtschaft. Das WIFO gibt für das zweite Quartal ein Wachstum von 1,2 Prozent bekannt.

Belebt wurde die Produktion durch die starke Expansion des Welthandels und der Auslandsnachfrage. Die Weltwirtschaft verliert aber an Schwung. Das Wirtschaftswachstum beschleunigte sich in Österreich im zweitenQuartal erheblich, das BIP nahm gegenüber dem Vorquartal real um 1,2 Prozent zu (I. Quartal: Nullwachstum). Davon profitierte insbesondere die Sachgütererzeugung, ihre Wertschöpfung nahm um 6,3 Prozent zu. DerExportaufschwung beginnt auf die Investitionstätigkeit überzugreifen:Im zweiten Quartal erhöhten sich die Ausrüstungsinvestitionen erstmalsseit zwei Jahren gegenüber dem Vorquartal (real +5,3 Prozent). DieBauinvestitionen sanken hingegen leicht um 2,3 Prozent. Die mäßige, aber stetige Ausweitung der privaten Konsumausgaben setzte sich fort (+0,2 Prozent).

Die Importe wurden um 3,4 Prozent gesteigert. Weltwirtschaft verliert an SchwungDas kräftige Wachstum der österreichischen Wirtschaft im zweitenQuartal war durch die starke Nachfrage aus dem Ausland bedingt. Nunmehren sich allerdings die Anzeichen, dass die Konjunktur in den USAund in Asien an Schwung verliert. Dies verlangsamt die weitereExpansion des Welthandels. In Europa nahm die Wirtschaft hingegenerst zeitverzögert am internationalen Aufschwung teil und gewann imII. Quartal an Dynamik. Insbesondere Deutschland profitierte starkvon der Zunahme der Nachfrage aus Übersee und wurde zumKonjunkturmotor in der EU.

In Österreich ging die Industrieproduktion (ohne Baugewerbe) imJuni gegenüber dem Vormonat wieder leicht zurück, nachdem sie seitJahresbeginn stetig gestiegen war. Sie lag um 11 Prozent über ihremTiefstwert vom Mai 2009. Die Kapazitätsauslastung erhöhte sichzuletzt deutlich. In der Sachgütererzeugung lag sie laut Konjunkturtest der Europäischen Kommission für das III. Quartal mit82,6 Prozent erstmals wieder über dem langjährigen Durchschnitt, derallerdings durch die jüngste Krise deutlich nach unten gedrücktwurde.  Positive Grundstimmung bleibtDer WIFO-Konjunkturtest zeigt im August eine anhaltendoptimistische Einschätzung der aktuellen Entwicklung. Die Beurteilungder Geschäftslage in den nächsten sechs Monaten und dieProduktionserwartungen liegen in der Sachgütererzeugung über demlangjährigen Durchschnitt, verbesserten sich jedoch seit März nichtweiter.

Das lässt darauf schließen, dass der Aufschwung zwar anhält,sich aber nicht beschleunigt. Inflation bleibt konstantDie Verbraucherpreise erhöhten sich in Österreich im Juligegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent. Seit März ist die Inflationsrate damit konstant. Die wichtigste Ursache der Preissteigerungen war dieVerteuerung von Mineralölprodukten, die sich in den Bereichen Wohnenund Verkehr niederschlug. Weitere Erholung am ArbeitsmarktAuf dem Arbeitsmarkt setzt sich die Erholung fort. Im August wardie Zahl der gemeldeten Arbeitslosen um 20.400 niedriger als imVorjahr. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote betrug nachtraditioneller österreichischer Berechnungsmethode 6,8 Prozent, sie bliebgegenüber dem Vormonat stabil. Die unselbständige Aktivbeschäftigungnahm im August gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt nicht zu, lagjedoch um 51.500 über dem Vorjahresniveau (+1,6 Prozent).

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
Werbung

Weiterführende Themen

Wifo-Chef Christoph Badelt
Interviews
08.10.2019

Wifo-Chef Christoph Badelt glaubt zwar nicht, dass die Wirtschaft wachsen muss, aber dass sie weiterwachsen wird. Wie das gelingt, ohne den Klimawandel ...

Stories
15.05.2019

Der Wirtschaftsstandort Österreich kann sich durchaus sehen lassen. Ein Überblick zu Konjunkturentwicklung, Energiepreisen und altbekannten Problemfeldern.

Meldungen
02.05.2019

Gemäß der aktuellen Schnellschätzung des WIFO wuchs die österreichische Wirtschaft im I. Quartal 2019 gegenüber dem Vorquartal um 0,3% (nach +0,4% im IV. ...

"Die nächste Rezession ist keineswegs vorgezeichnet“, stellt IV-Generalsekretär Christoph Neumayer klar.
Meldungen
18.04.2019

Die Industriellenvereinigung hat die Ergebnisse ihrer Konjunkturerhebungen präsentiert und Generalsekretär Christoph Neumayer formuliert eine klare Botschaft an die Politik: Die ...

Stories
13.11.2018

Die Lehman-Pleite, die zur Finanzkrise geführt hat, ist mittlerweile zehn Jahre her. Groß waren Schock und Empörung. Doch was hat sich geändert? Wir haben bei Experten nachgefragt und die Fakten ...

Werbung