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Patrick Sagmeister, Wirtschaftsdelegierter

Kommentar: Slowakei - ein kleines Land als großer Wirtschaftspartner

07.03.2013

Die Slowakei gehörte schon vor der Finanzkrise im Jahr 2008 zu den Topperformern in Europa. Nach dem schwachen Jahr 2009 hat sich die Slowakei  mit am besten von der Krise erholt. In den letzten Jahren wurden wieder Wachstumszahlen erreicht die im europäischen Spitzenfeld lagen. Heuer sollen es immerhin +1,6% werden.

Das slowakische Wirtschaftswachstum ist ausschließlich vom Export getragen, was bei einem Exportanteil von 85% nicht weiter überraschend ist. Kritisch ist aber die starke Abhängigkeit von einer kleinen Zahl an Unternehmen vor allem von der Automobilbranche, die in den letzten Jahren das Wachstum generiert hat, aber jetzt beginnt ein wenig zu schwächeln. Die Bauwirtschaft, der Einzelhandel sowie andere Branchen, die von der Inlandskonjunktur abhängig sind, haben es schwer. Mit ein Grund ist die Sparpolitik der Regierung und die schwache Kaufkraft in der Slowakei, wo das durchschnittliche Einkommen 2012 bei 804 EUR brutto (12x) und die Arbeitslosigkeit bei über 14% lag.

Die Stimmung in der Slowakei ist aufgrund von Steuererhöhungen (Abschaffung der Flat Tax) und gesetzlicher Änderungen, z.B. im Arbeitsrecht, gedämpft. Mit Sicherheit werden die neuen EU Strukturfonds (2014-2020: 13 Mrd. EUR) ein Impuls für das Land sein, vor allem wenn der Ausschöpfungsgrad gesteigert werden kann.

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und der Slowakei sind exzellent. Das Handelsvolumen lag 2012 auf dem Rekordniveau von 5,7 Mrd. EUR. Unser kleiner Nachbar, mit knapp 5,4 Mio. Einwohner ist ein großer Wirtschaftspartner: weltweit unser 11.-wichtigster!

 

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
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