Direkt zum Inhalt

KI in KMU: Nicht ob, sondern wann

17.07.2019

In den vergangenen Jahren hat sich Künstliche Intelligenz (KI) über den Bereich von Supercomputern hinaus und mit Unterstützung von Alexa, Siri und Co in die Häuser, Autos und Arbeitsplätze von Menschen auf der ganzen Welt ausgebreitet. Wie mittelständische Unternehmen mit dem Thema umgehen sollen? Eine Analyse von Gerhard Raffling, Director Sales EMEA Central Region bei Commvault.

"KMU sollten überstürzte Investments vermeiden", rät Gerhard Raffling, Director Sales EMEA Central Region bei Commvault.

Während sich die KI von einem eher abstrakten Sci-Fi-Konzept zu einem realen, praktischen Teil unseres Alltags entwickelt hat, gibt es immer noch viele Zweifler, die ihre Relevanz und Auswirkungen auf kleine und mittelgroße Unternehmen in Frage stellen - Unternehmen, die für den wirtschaftlichen Wohlstand eine zentrale Rolle spielen.

Es muss nicht immer teuer sein

Eine der ersten und offensichtlichsten Herausforderungen für Unternehmen sind Kosten. Glücklicherweise müssen weder die Investition in noch die Bereitstellung von KI das Budget sprengen. Während die Entwicklung von KI zweifellos ein komplexer und zeitaufwendiger Prozess ist, sind KI-Bemühungen einiger Technologieunternehmen glücklicherweise Open-Source-orientiert, um sie für große Teile der Gesellschaft (einschließlich klein- und mittelständischer Unternehmen) zugänglicher zu machen. Ein häufiger Irrglaube ist, dass KI für die Gesamtheit eines Unternehmens bereitgestellt werden muss. Durch die Einführung in kleinerem Rahmen und die Nutzung vorgefertigter "Plug & Play"-Lösungen können Sie die Fähigkeiten von KI effizient nutzen und die Leistung in spezifisch definierten Abteilungen und Bereichen verbessern.

In der Ruhe liegt die Kraft

Zudem müssen sich Unternehmen bewusst sein, dass die Implementierung von KI nicht über Nacht geschieht. Speziell kleine bis mittlere Unternehmen sollten überstürzte Investments vermeiden und stattdessen auf eine nachhaltige Entwicklung von KI setzen, indem sie sich an die folgenden drei Tipps halten:

• Definieren Sie: Was kann KI Ihrem Business bringen, was nicht?
• Messen Sie: Situationsbewertung anhand eigener Ausgangslage und Vorstellungen.
• Entscheiden Sie: Hat der Versuch für Sie funktioniert oder nicht?

Klein- und mittelständische Unternehmen haben häufig nicht die Möglichkeiten für Evaluierung und Experimente wie Großunternehmen. Gerade deswegen sollten sie sich an folgende drei Beispiele halten, welcher sofortige Nutzen sich ihnen beim Einsatz von KI ergeben kann:

Zunächst wäre da der Sales & Marketing-Nutzen: Im Customer-Relationship-Management (CRM) sind Systeme bereits darauf ausgelegt, Kundendaten über Kommunikationskanäle wie E-Mail, Telefon und Social Media zu erfassen, um den Verkaufsprozess zu verbessern und sogar zu automatisieren.
Plattformen haben bereits mit der Implementierung von KI begonnen, um Kundenfeedback aus diesen Kanälen zu analysieren und dann automatisch die Marketing- und Leadgenerierungsaktivitäten auf Grundlage dieser Informationen anzupassen, sodass ein klarer und greifbarer ROI der KI zu erkennen ist. Ein weiterhin sehr prominentes Beispiel von KI ist der Chatbot. Er initiiert die Kundenkommunikation und beantwortet grundlegende Fragen – stellen Sie sich den Chatbot als Vertriebs- und Kundendienstmitarbeiter vor, der rund um die Uhr für Sie arbeitet! Haben Sie sich schließlich jemals eine Möglichkeit gewünscht, jegliche von der Konkurrenz produzierte, digitale Information (von schriftlichen Inhalten, über Videos bis hin zu Beiträgen auf Social Media) schnell und einfach zu analysieren? Mit Hilfe von KI steigt die Fähigkeit, schnell zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen gelangen. Analysetools nutzen KI, um die Konkurrenz digital zu tracken und sammeln Daten, um auf diesem Weg selbst minimale Anpassungen der Marketing-Sprache und sogar Preisänderungen wahrzunehmen. Diese Art von Tools ermöglicht das schnellere Einholen von Informationen, eine gesteigerte Reaktionsfähigkeit und die Implementierung als Plug & Play-Tool ohne stundenlange Programmierung oder erhebliche Kosten für das Back-Office.

Wer rastet, rostet

Wie in den 80ern und frühen 90ern, als fortschrittliche Unternehmen Investments in Computer als Ausbau- und Entwicklungspläne ansahen, werden KMU, die den Wert von KI erkennen und daraus Nutzen schließen, ihren Wettbewerbern immer einen Schritt voraus sein. Ähnlich wie die Ausbreitung von Computern in den letzten 30 und die unvermeidliche Digitalisierung in den vergangenen zehn Jahren ist KI für die KMU-Gemeinschaft so ziemlich eine Frage des Wann, nicht des Ob. Am Ende des Tages dreht sich alles um eine einfache Frage: Kann es sich Ihr Unternehmen leisten, nicht in KI zu investieren?

Werbung

Weiterführende Themen

Mithilfe digitaler Bausteine können sich Betriebe für die anstehenden Herausforderungen optimal aufstellen, meint Marcus Schellerer, Geschäftsführer der Rittal GmbH.
Meinungen
16.06.2020

Während der aktuellen Gesundheits- und Wirtschaftskrise haben heimische produzierende KMU erkannt, an welchen Stellen digitaler Aufholbedarf besteht. Umso wichtiger ist es jetzt, die Vorteile der ...

Nach dem Abgang von Mike Bucher hat Johann Marchner Anfang März die ­G­eschäftsführung von Wienerberger ­Österreich übernommen. Zuvor war der ­Baustoffexperte bereits als Geschäftsführer ­Vertrieb bei dem Ziegelproduzenten tätig.
Aktuelles
16.06.2020

Warum die ewige Diskussion um den richtigen Baustoff nicht seines ist und welche Rolle Vorfertigung und Digitalisierung künftig bei Wienerberger spielen werden – der neue Österreich- ...

Buchtipp
03.06.2020

Die Schattenseiten der Digitalisierung

Der holländische Investigativjournalist Huib Modderkolk wollte es genau wissen – und hat Sicherheitsexperten, Hacker ...

Fertigungsrelevante Daten per Smartphone abrufen und dadurch die Produktivität der Schweißanlagen im Blick behalten.
Schweissen
28.05.2020

Kosten, Performance, Dokumentation: Einstieg in die digital vernetzte Schweißwelt mit „Lorch Connect“.

Die Freiheit der Gedanken ist Thema bei Soho in Ottakring 2020.
Gastronomie
28.05.2020

Das Kunstfestival Soho in Ottakring findet coronabedingt heuer nur online statt. Eine Idee, von der man sich womöglich etwas abschauen kann. 

Werbung