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Kaufen oder mieten?

07.02.2014

IT: Kauf ist günstiger, Miete flexibler. Und dann gibt es noch ein paar Punkte, über die man Bescheid wissen sollte.

Text: Mara Leicht

Egal, ob es um Hardware wie Desktops, Laptops oder Drucker oder um Softwarepakete für die Belegschaft der ganzen Firma geht: Mieten statt kaufen ist der neue Trend, den immer mehr Dienstleister mit speziellen Angeboten für KMU voranbringen wollen. Doch zahlt sich die Leihva-riante auch wirklich aus, oder fährt man doch mit dem klassischen Kauf besser? „Ich habe dazu eine klare Meinung", stellt Christine Schwarz-Fuchs, Geschäftsführerin der topmodernen Buchdruckerei Lustenau, fest. „Wir kaufen. Grundsätzlich." Warum so bestimmt? „Ich werde doch nicht die Mietfirma finanzieren."

 

Warum mieten?

Computer einfach zu kaufen ist bestechend attraktiv, verfügt man über das nötige Kleingeld. Oder treibt es zu günstigen Konditionen auf: „Wer Fremdkapital zu zwei Prozent bekommt, wird kaufen", meint Martin Prager, stv. Vorsitzender der WKW-Fachgruppe UBIT (Unternehmensberatung und IT) und Chef der EDV- und Technologieberatung Prager Consult. Ist man aber gerade nicht so liquide, über Basel II gestolpert oder hat Investitionsstopp, lockt Miete durchaus. Genauso bei begrenzter oder unsicherer Projektdauer, etwa für eine Filmproduktion oder eine Wahlkampffirma. Dennoch: Bei den vermeintlich börselschonenden Jahresmieten muss man sich bewusst sein, dass man Vertragsvergebührung, Ausfallrisiko, Restwert der retournierten (und dann vermutlich unverkäuflichen) Geräte und natürlich Gewinnspanne des Vermieters mitfinanziert. Und dann spielen noch drei weitere Faktoren mit: Hardware-Nebenkosten und Ersatzinvestitionen, Software-Trends und Datensicherheit.

 

Hardware: Wundersame Lebenszeitverkürzung

Jeder, der Smartphones nützt, weiß: Jedes lebt kürzer als sein Vorgänger. Heute wird schon als mutig angesehen, wer seine Hardware noch auf fünf Jahre abschreibt. Realistisch spurt ein Computer drei Jahre, dann zeigt er die ersten Macken. Lohnt sich reparieren dann noch? Oder, bei mehreren gleich alten Geräten: Alle auf einmal tauschen oder jedes Jahr eine definierte Anzahl? „Man muss jedes Jahr Rückstellungen für Ersatzinvestitionen bilden", sagt Prager. Dazu kommen die Kosten einer eigenen IT-Mannschaft für Installation, Wartung, Support und Reparatur. All das bindet Ressourcen im Unternehmen: „Das erspare ich mir, wenn ich mit dem richtigen Vertrag mieten oder lease."

 

Software: Die Tricks der Hersteller

Wird ein Computer erneuert, kann die Software nicht ohne Weiteres auf das neue Gerät überspielt werden. „Sie müssen sich Ihren Vertrag sehr genau anschauen", warnt Prager. Die großen Hersteller verfolgten bislang das Geschäftsmodell, ihre Lizenzen tunlichst an nur ein einziges physisches Gerät zu binden. Mit einem EuGH-Urteil wurden sie jedoch verpflichtet, ihren Kunden den Weiterverkauf legal erworbener Software zu ermöglichen. Weil sie wenig Interesse an einem solchen Konkurrenzmarkt haben, unterbinden sie ihn mit allerlei kniffligen Vertragsbedingungen – oder eben mit Mietanreizen. Was zu verwirrenden Angeboten führt, die nur durchschaut, wer sich in der Materie auskennt. So listet etwa Microsoft das komplette Office-Professional-Paket mit der ausdrücklichen Möglichkeit zum Gerätewechsel für 400 bis 450 Euro Kaufpreis. Zur Miete wird es nicht angeboten, dafür lockt alternativ das abgespeckte Office-365-Paket ab 130 Euro Jahresmiete. Adobe wiederum bietet seine Cashcow Photoshop überhaupt nicht mehr zum Kauf an, sondern vermietet sie um saftige 30 Euro monatlich, jährliche Updates und das Überspielen auf Nachfolgegeräte inbegriffen. Der Hintergrund? „Ganz einfach, früher haben sich die Leute nur alle zwei Jahre ein Update geleistet."

 

Datensicherheit: Herr in den eigenen vier Wänden

Der Wanzl-Geschäftsführer Franz Brosch stand kürzlich vor der Entscheidung Kauf oder Miete, als er seine Produktion für Geschäftseinrichtungen aus Metall in die Vösendorfer Fachmarktstraße übersiedelte. „Miete bedeutet, die Hoheit über meine Daten aus der Hand zu geben", resümiert er. Es bereitet ihm Unbehagen, nicht zu wissen, was mit seinen Daten nach Laufzeitende geschieht: „Wie kann ich denn sicher sein, dass die Harddisks wirklich geschreddert werden? Oder dass meine Zugangsdaten nicht in graue Kanäle gelangen?" Weshalb er sich letztlich entschied, gleich zu kaufen: „Ich bin gern Herr in meinen eigenen vier Wänden."

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
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