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Jedes 4. KMU plant Investition

15.09.2017

Die Krise scheint nun tatsächlich vorbei zu sein. Die Wirtschaftsprognosen bescheinigen Österreich erfreuliche Wachstumsraten und der Mittelstand gedenkt den Aufwind für sich zu nutzen. Eine aktuelle Umfrage unter 900 KMU zeigt, wo noch der Schuh drückt und welche Themen gerade besonders brennen.

Obwohl Klein- und Mittelständische Unternehmen die aktuelle Lage als herausfordernd empfinden, lässt sich eine positive Entwicklung des Wirtschaftsumfeldes beobachten. Dreiviertel der KMU geben an, dass das Marktumfeld für sie schwieriger geworden ist, weshalb Mitarbeiter mit 97 Prozent als absolut wichtigster Erfolgsfaktor gesehen werden. Innovation, Kundengewinnung und Digitalisierung  folgen gleich nach, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Knapp dahinter rangieren Kostenführerschaft, Markterschließungen und günstige Finanzierungsmöglichkeiten. Das ergab eine repräsentative IMAS-Umfrage unter 900 österreichischen KMU im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen. „Um den Wirtschaftsaufschwung nicht im Keim zu ersticken, sind jetzt Investitionen wichtig. Unser Geldhahn ist offen“, betont Stefan Dörfler, Vorstandsvorsitzender der Erste Bank.

Innovation ist Wachstumstreiber

„Um wettbewerbsfähig zu bleiben, wollen KMU in Digitalisierung und Innovationen investieren“, so Dörfler. Erste Bank und Sparkassen haben im ersten Halbjahr 2017 bereits 5,4 Milliarden Euro an neuen Krediten an Firmenkunden vergeben, wobei in allen Segmenten deutliche Steigerungen verzeichnet werden konnten (1.HJ 2016: 4,3 Milliarden Euro). In der österreichischen KMU-Landschaft ist laut Umfrage die Stimmung allerdings gedämpft, denn 17 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie in der Vergangenheit Innovationsvorhaben nicht umsetzen konnten, weil sie keine Finanzierung bekommen haben. Vor allem Betriebe mit einem Umsatz von zwei bis fünf Millionen Euro (20 Prozent) sind davon eher betroffen als umsatzstärkere (5 bis 50 Millionen Umsatz: 14 Prozent). „Bei Kreditvergaben spielen viele Faktoren wie strenge Auflagen, regulatorische Hürden aber auch Projektqualität zusammen. Finanzierungen sind unser Kerngeschäft, wir würden gerne mehr finanzieren“, betont Dörfler.

Aufklärungsbedarf bei Förderungen

Laut aktueller Umfrage plant derzeit ein Viertel der österreichischen KMU eine Finanzierung aufzunehmen. Für rund drei Viertel der Klein- und Mittelbetriebe ist der traditionelle Bankkredit nach wie vor die vorrangige Option, 6 von 10 Befragten halten den geförderten Kredit für ansprechend, gefolgt von Eigenkapitalerhöhung (49 Prozent) und Leasing (48 Prozent). Obwohl ein geförderter Kredit Platz 2 im Ranking der ansprechenden Finanzierungsformen einnimmt, kennt sich nur rund die Hälfte der KMU mit Begünstigungen von Investitionen durch den Bund, die Bundesländer oder die EU aus. Wie sich Abhilfe schaffen lässt? Durch entsprechende Beratung, für die in der Ersten Bank eigene Teams zur Verfügung stehen, meint Dörfler. Von einem Förderdschungel möchte er nicht sprechen, doch die Komplexität steht außer Frage. 

Innovationswachstum fördern

Besonders wachstumsstarke und innovative Unternehmen leiden unter den europaweiten Finanzmarktregulierungen bei Unternehmens- und Projektfinanzierungen. Wird ein Kreditwunsch abgelehnt oder gekürzt, ist dafür nach aws-Analysen in 7 von 10 Fällen das Fehlen von ausreichenden Sicherheiten verantwortlich. Gleichzeitig gilt aber der Zugang zu entsprechenden Finanzierungen als einer der wichtigsten Eckpfeiler, um die Innovationsfähigkeit der heimischen Unternehmen sicherzustellen und so die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes zu erhalten.

Zwei gegenläufige Entwicklungen, die besonders junge innovative Unternehmen mit guten Ideen aber naturgemäß wenig Sicherheiten trifft. „Damit sich diese Sicherheitenklemme innovativer Unternehmen nicht zu einer Innovationsklemme der heimischen Wirtschaft auswächst, stellen Garantieinstrumente der aws ein wirksames und treffsicheres Instrument dar. Es ermöglicht den Banken die Vorgaben der Finanzmarktregulierung zu erfüllen und trotzdem Finanzierungen jener wachstumsorientierten Innovationen zu ermöglichen, die die heimische Wirtschaft dringend braucht, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können,“ sagt Bernhard Sagmeister, Geschäftsführer der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft (aws). Aws-Garantien für innovative und forschungsorientierte KMU und kleine Mittelstandsfirmen werden von einer Rückgarantie im Rahmen des InnovFin SME Guarantee Facility (InnovFin) der Europäischen Union unterstützt. Dies ermöglicht der aws, heimischen Unternehmen den Zugang zu Finanzierungen zu noch günstigeren Konditionen anbieten zu können. Im Rahmen einer gemeinsamen Offensive der aws mit heimischen Banken werden diese Vorteile der aws-Garantie sowie Voraussetzungen für eine InnovFin-Unterstützungsfähigkeit gezielt an deren Kunden kommuniziert. Mit dem Fördercheck von Erste Bank und Sparkassen kann man als Unternehmer online leicht herausfinden, ob für das eigene Unternehmen eine Förderung in Frage kommt. (http://foerderungscheck.sparkasse.at/) Ebenfalls hilfreich für eine rasche Übersicht über die österreichischen Forschungs- und Wirtschaftsförderungen ist der Förderpilot.  (http://www.foerderpilot.at)

InnovFin: Verstärkte Kooperation mit aws

Um innovative Unternehmen zu unterstützen, vertiefen aws und Erste Bank und Sparkassen ihre bestehende Kooperation und setzen insbesondere bei der Finanzierung von Innovationen einen gezielten Fokus mit der InnovFin KMU-Garantie für die Erste Bank und Sparkassen. KMU mit weniger als 500 Beschäftigten können ihre Investitionen oder Betriebsmittel im Rahmen eines EU-Programms mit aws-Garantieübernahmen von bis zu 80 Prozent günstig finanzieren. Dörfler: „Dadurch erhalten die Unternehmen einen Preisvorteil von rund 30 Prozent.“ InnovFin gilt für Kredite bis zu 9,375 Millionen Euro, wenn diese der Herstellung oder Entwicklung von innovativen Produkten, Prozessen oder Dienstleistungen mit hohem technischen oder industriellen Risiko dienen.

Erste Bank und Sparkassen: 1 Milliarde Euro für Innovationen

Laut der aktuellen Umfragen hat der Begriff Innovation für die Klein- und Mittelbetriebe verschiedenste Bedeutungen. Ein Drittel assoziiert damit die Produktentwicklung, jedes siebente Unternehmen bringt Innovation mit neuen Technologien und Effizienz in Verbindung und jedes neunte findet die Kundenbindung in diesem Zusammenhang wichtig. Aber auch die Kompetenz und Weiterentwicklung der Mitarbeiter ist hier ein wesentlicher Bestandteil, gibt jedes zehnte Unternehmen an. Ebenso viele wollen vor allem bereits gut ausgebildete Mitarbeiter einstellen. Bei der Einschätzung der eigenen Innovationskraft im Vergleich zu anderen in der Branche schätzt sich jedes dritte KMU stärker ein als die Konkurrenz. Umsatzstärkere Betriebe (42 Prozent) zeigen sich dabei selbstbewusster als umsatzschwächere (30 Prozent).

 

Seit 2014 stellen Erste Bank und Sparkassen jährlich eine Milliarde Euro zur Verfügung, um innovative Ideen, Projekte oder Geschäftsmodelle zu finanzieren. Das für 2017 bereitstehende Geld ist aktuell bereits zu zwei Drittel ausgeschöpft. „Die Nachfrage ist groß. Mit dem heutigen Stichtag füllen wir deshalb diesen Topf mit einer glatten Milliarde Euro wieder auf“, erklärt Dörfler. Damit stehen ab sofort 1,3 Milliarden Euro zur Verfügung. Unter http://innovationsmilliarde.erstebank.at/ können Unternehmer ihre Projekte einreichen. „Einen ersten Einblick wie innovativ das eigene Unternehmen ist, kann online unser „Innovations-Check“ geben. Dieser gibt Aufschluss über die aktuelle Agilität und die Ausschöpfung des Potenzials in der Zukunft“, erklärt Dörfler. Das Tool wurde gemeinsam mit erfahrenen Unternehmensberatern entwickelt und zeigt nicht nur wie innovationsfreudig das Unternehmen ist, sondern gibt auch Umsetzungs-Tipps sowie Links und Buch-Empfehlungen zum Thema.  Es dient den KMU aber vor allem als Arbeitspapier, um Schwachpunkte im Unternehmen zu schließen und Fortschritt voranzutreiben. (http://innovationscheck.sparkasse.at/steps )

Digitalisierung ist für KMU Chance

Dreiviertel der KMU meinen, dass Innovation und Digitalisierung stark zusammenhängen. Fast 9 von 10 Unternehmen sehen diese Entwicklung eher als Chance und weniger als Gefahr. Klar ist, dass der damit einhergehende Fortschritt in den verschiedensten Bereichen von großer Bedeutung ist. Das oberste Ziel, das KMU mit Digitalisierung verbinden, ist die Effizienzsteigerung: 86 Prozent stehen dahinter. Weiters soll der Schritt helfen, derzeitige Kunden zu halten bzw. neue zu gewinnen, relevante Märkte zu erschließen und Kosten zu senken. Personaleinsparungen sind in dem Zusammenhang nur für 19% ein Thema.

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