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Interne Abläufe perfektionieren

14.04.2019

Intralogistik ist eine Wissenschaft für sich geworden. Welche Trends und Innovationen vor allem von heimischen Start-ups getrieben werden im Überblick.

Im April öffnet der Elektronikhersteller Weidmüller die Tore seiner Konzernzentrale für Besucher und Fachleute. Eigentlich ist der Weltkonzern, der auch in Wiener Neudorf einen großen Standort betreibt, auf extrem präzise elektrische Verbindungstechnik und Signalübertragung für die Industrie spezialisiert. Doch an diesem Tag steht nicht Hightech von Weidmüllers Produktpalette im Mittelpunkt, sondern etwas ganz anderes – die komplexen Abläufe im Warenfluss und im Lager. Und das wiederum macht eines deutlich: Egal womit sich ein Unternehmen heute beschäftigt – ohne umfassende Kenntnisse der Intralogistik geht es nicht mehr.

Eine gute Intralogistik ist inzwischen fast schon eine Wissenschaft für sich. Sie sorgt dafür, dass ein Betrieb schnell, genau und ohne Materialverlust arbeiten kann. Gleichzeitig schlagen auch in der Intralogistik die großen Trends der Fertigung besonders stark durch. Nach der Digitalisierung der Verwaltungssysteme schreitet nun vor allem die Automatisierung der Lager massiv voran, gefolgt vom immer breiteren Einsatz von autonom fahrenden Behältern und Robotern oder künstlicher Intelligenz – vorangetrieben unter anderem von der Firma Knapp aus Leoben in der Steiermark, einem der weltweit führenden Unternehmen für die Automatisierung von Lagern.

GROSSE TREIBER: AUTOMATISIERUNG UND ELEKTROANTRIEBE

Ein großer Trend ist auch der Umstieg auf Elektromotoren. Zum Beispiel beim Hamburger Hersteller Jungheinrich. Vor wenigen Wochen präsentierte Jungheinrich, einer der größten Anbieter von Fahrzeugen und Systemen für den Bereich Intralogistik, auf der Fachmesse Logimat in Stuttgart, einen besonders stabilen Gegengewichtsstapler. Das Gerät arbeitet rein elektrisch, kann aber trotzdem Gewichte von bis zu neun Tonnen tragen und ist daher für Einsätze im Getränke- und Baustoffgroßhandel oder im Maschinenbau gedacht. Bei einem anderen Elektrohochhubwagen wirbt der Hersteller damit, dass die Lithium- Ionen-Batterie schon fix im Gerät verbaut ist – was es zum kürzesten Elektro-Hochhubwagen am Markt macht. Die umfassende Umstellung auf elektrische Antriebe erleichtern auch neue Batterieinformationssysteme, die über Signale der vernetzten Fahrzeuge auf einen Blick zeigen, wo eine Nachladung nötig ist.

NEUE START-UPS SORGEN FÜR AUFSEHEN

Doch neben den industriellen Platzhirschen sorgen seit Kurzem neue Start-ups in der Branche der Intralogistiker für Innovationen – gerade in Österreich. Zum Beispiel Tedalos aus dem niederösterreichischen Biedermannsdorf. Die Firma spezialisiert sich auf autonome Sensorik und hat ein Sys- Foto: beigestellt macht eines beschäftigt Intralogistik geht schon eine Betrieb arbeiten kann. großen Nach der Digitalisierung nun vor voran, gefolgt fahrenden Behältern Intelligenz – vorangetrieben Knapp aus führenden Lagern. tem zur digitalen Bestandsüberwachung entwickelt, mit dem man in Echtzeit Menge, Zustand und Ort der Waren sehen kann – stückgenau und mobil. Der Anbieter verspricht, die Lagertechnik von Kunden mit Sensorik und „Intelligenz“ auszustatten und nachzurüsten, ohne dass lange Vorbereitung nötig ist – und gänzlich ohne komplizierte Einschulung für das Personal vor Ort. Offenbar ist die Firma gerade dabei, ihre Position als Start-up zu verlassen: Wie Tedalos mitteilt, seien bereits Autozulieferer, Maschinenbauer, Lebensmittelhersteller und Großhändler unter den Kunden.

EXAKTE MESSUNG „IM VORBEIFLIEGEN“

Wie Kleine und Große voneinander profitieren können, zeigt ein Projekt des Logistikers Gebrüder Weiss mit dem Wiener Startup Cargometer. Die Wiener haben die erste Frachtvermessung am fahrenden Gabelstapler entwickelt – mithilfe einfacher Hardware, aber neuartiger Software. Dabei werden über eine Volumenmessung Frachtstücke beim Passieren des Ladetores direkt am fahrenden Gabelstapler vermessen und verwogen. Die Messergebnisse wandern automatisch direkt ins System des Kunden. Eineinhalb Jahre hat der Vorarlberger Logistiker das System getestet und war am Ende überzeugt: Gerade wird es an mehreren Standorten von Gebrüder Weiss implementiert.

 

Autor/in:

PETER MARTENS

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