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"Unbezahlte Rechnungen können für sie schnell existenzbedrohend werden", meint Gudrun Meierschitz, MA, Mitglied des Vorstandes für Interne Services und Versicherungsleistung/Schaden.

Im Vergleich - so komplex sind Inkassoverfahren in Österreich

15.02.2018

Wie groß die Chancen für Unternehmen sind, in den 50 wichtigsten Handelsnationen der Welt das Geld für ausstehende Rechnungen zu bekommen, zeigt das aktuelle Euler Hermes Inkasso-Ranking. Anhand dreier Hauptfaktoren wurde der Komplexitätsgrad der internationalen Inkassoverfahren untersucht: Zahlungspraktiken, lokale Gerichtsverfahren sowie das Insolvenzverfahren in den betreffenden Ländern.

Österreich gehört in dieser Rangliste zu jenen Ländern, die eine Vorreiterrolle einnehmen und die am wenigsten Unsicherheiten bei der Zahlung fälliger Forderungen aufweisen. Dennoch können österreichische Unternehmen diese Rahmenbedingungen nicht immer eins zu eins auf ihre Exportgeschäfte übertragen. In Inkassoverfahren gilt lokales Recht, das deutlich von der österreichischen Praxis abweichen kann. Aus diesem Grund publiziert Acredia, ein Mitglied der Euler Hermes Gruppe, eine Übersicht, die Unternehmen bei der Navigation ihrer internationalen Handelsaktivitäten unterstützen soll. Die dabei berücksichtigten 50 Länder repräsentieren 90 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes.

Westeuropäische Länder überzeugen mit bester Zahlungspraktik und einem wirksamen Insolvenzrecht

Die in dem Ranking untersuchte Komplexität ergibt sich aus Anzahl von Insolvenzen in einem Land, lokalen juristischen Rahmenbedingungen sowie den Zahlungspraktiken. Westeuropa punktet mit den effizientesten Inkassoverfahren: Deutschland, Schweden, die Niederlande sowie auch Österreich zählen zu jenen Ländern mit dem niedrigsten Komplexitätsgrad. Schweden und Deutschland führen das Ranking mit den besten Zahlungspraktiken, den einfachsten Gerichtsverfahren sowie dem wirksamsten Insolvenzrecht an. Griechenland und Italien zählen in der gesamteuropäischen Betrachtung übrigens zu den einzigen beiden Ländern mit hoher Inkassokomplexität.

Das Schlusslicht: der Nahe Osten

Die Nahost-Länder Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate bilden im Vergleich der 50 wichtigsten Handelsnationen das Schlusslicht: Das internationale Inkassoverfahren in Saudi-Arabien ist beispielsweise dreimal so kompliziert wie in Schweden. Ebenfalls mit hoher Komplexität auf der Inkasso-Skala: Malaysia, China, Russland, Mexiko, Indonesien und Südafrika. Acredia Vorständin Gudrun Meierschitz unterstreicht: „Österreichs Export-Weltmeister sind zumeist mittelständische Firmen. Unbezahlte Rechnungen können für sie schnell existenzbedrohend werden. Deswegen ist die umfassende Einschätzung der Vertragspartner von Anfang an die verlässlichste Basis, vor allem in Ländern mit komplexen Rahmenbedingungen. Allgemein gilt: Ist das Geld nach 60 Tagen noch nicht da, wird es höchste Zeit, Inkasso-Experten mit internationaler Erfahrung einzuschalten.“

www.acredia.at

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