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Her mit der Marie!

21.11.2016

Österreich mit einer Gesamtsteuerrate von 51,6 % weit über dem EU-Durchschnitt  

"Es werden laufend neue und komplexe Steuergesetze erlassen", kritisiert Bernd Hofmann, Partner und Leiter der Steuerabteilung von PwC Österreich

Volkswirtschaften auf der ganzen Welt arbeiten mit Hochdruck daran, den Verwaltungsaufwand für Unternehmen, der aus steuerlichen Compliance-Themen resultiert, weiter zu verringern. Das ist das Ergebnis von Paying Taxes 2017, einem Bericht der Weltbank-Gruppe und PwC. Während der Gesamtsteuersatz des untersuchten Durchschnittsunternehmens im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 0,1 Prozentpunkte auf 40,6 % des Unternehmensgewinns gesunken ist, hat sich hingegen der Aufwand, den ein Unternehmen zur Erfüllung seiner Steuern- und Abgabenpflicht benötigt, deutlich reduziert – um 8 Stunden auf insgesamt 251 Stunden. 

In Österreich fällt das Ergebnis noch deutlicher aus: Die Implementierung von elektronischen Systemen der Finanzverwaltung, wie zum Beispiel „Finanz Online“ und die Möglichkeit der elektronischen Einreichung von Steuererklärungen und Arbeitnehmerveranlagungen, aber auch der Einsatz von elektronischen Rechnungen haben in diesem Jahr ihre positive Auswirkung gezeigt und den Zeitaufwand  für ein mittelgroßes österreichisches Unternehmen für die Erfüllung seiner Steuern- und Abgabenpflicht im Schnitt um 35 Stunden auf 131 Stunden reduziert. Mit einer Total Tax Rate von 51,6 % liegt Österreich auf Platz 42 von 190 Volkswirtschaften. In diesem Jahr erfolgte eine bedeutende Erweiterung der Studie um einen neuen Teilbereich „Post-filing Index“. Bei diesem Index werden der Einreichung der Steuererklärung nachgelagerte Vorgänge näher beleuchtet. Unter Berücksichtigung dieses neuen Indikators konnte sich Österreich auf Platz 42 verbessern (ohne Berücksichtigung des neuen Indikators: Platz 68; Paying Taxes 2016: Platz 74 von 189 Volkswirtschaften).

Hohe Steuerlast, weniger Aufwand

Bernd Hofmann, Partner und Leiter der Steuerabteilung von PwC Österreich: „Die erhebliche Reduktion des Zeitaufwandes zeigt sehr deutlich, dass die österreichische Finanzverwaltung sehr bemüht ist, die Erfüllung der Steuer- und Abgabenpflichten durch den Einsatz moderner Technologien zu erleichtern. Bei der Erstattung von Steuerguthaben hat Österreich eines der effizientesten Systeme weltweit. Gleichzeitig ist aufgrund der gegebenen wirtschaftlichen Situation der Druck, Mehreinnahmen zu erzielen, sehr groß und es werden laufend neue und komplexe Steuergesetze erlassen. Der Steuersatz liegt in Österreich mit einer Gesamtsteuerrate von 51,6 % weit über dem EU-Durchschnitt von 40,3 %. Einen Handlungsbedarf sehen wir insbesondere in der Vereinfachung des Steuersystems und der transparenteren Gestaltung der gesetzlichen Regelungen.“

Die Ergebnisse der 19th Annual Global CEO Survey von PwC zeichnen ein ähnliches Bild: 81 % der heimischen Unternehmen sorgen sich über die steigende Steuerbelastung in Österreich, knapp drei Viertel der Befragten (72 %) bewerten das österreichische Steuersystem als unverständlich, ineffektiv und instabil. 84 % sehen sogar die Einführung eines effektiven und gut funktionierenden Steuersystems als oberste Priorität der Regierung an.

Hofmann weiter: „Die Gesetzgebung im Steuerrecht sollte von langfristigen Entscheidungen geprägt sein und weniger von tagespolitischen Themen beeinflusst werden. Darüber hinaus ist die konsequente Weiterentwicklung der bereits gut funktionierenden digitalisierten Systeme durch die Finanzverwaltung wünschenswert, um hier in Österreich am Puls der Zeit zu bleiben“.

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