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Harald Koisser macht Mut

09.04.2013

Sie haben es also satt? So kann es nicht weitergehen? Es reicht. Aber wirklich. Das ist kein Zustand mehr. So, wie das läuft, passt es nicht. Es fühlt sich nicht gut an, stimmt nicht, ist nicht in Ordnung. Gut, dann hören Sie auf!

Hören Sie einfach auf damit! Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Nur wer loslässt, hat die Hände frei." Also: weg damit. Aufhören! Die Leute sind meist geschockt, wenn man nach ihren langen Tiraden, was alles im (Berufs-)Leben nicht passt, diese Antwort gibt. Wie, aufhören? Was aufhören? Ja, wie kann man denn einfach aufhören mit dieser Lieferantenbeziehung, jenem Produktionszyklus, dieser Kundenvereinbarung, jener Geschäftsidee? Oder noch schlimmer: überhaupt mit dem Lebensmodell, das man bisher verfolgt hat.

Ja, indem man einfach aufhört! Hören Sie doch bitte endlich auf, wenn es nicht passt. Nehmen Sie sich beim Wort. Sie sagen: So kann es nicht weitergehen. Also, lassen Sie es so nicht weitergehen. Schluss damit. Aber erst einmal durchatmen! Tief in den Bauch atmen. Legen Sie die eine Hand auf die Stirn und die andere auf den Hinterkopf. Das ist eine kinesiologische Methode zum Stressabbau. Gut so.

In Hermann Hesses „Steppenwolf" kommt der Protagonist Harry Haller an einem Haus vorbei, an dessen Tür steht: „Eintritt nur für Verrückte". Das gefällt ihm. Und er betritt das Magische Theater. In einem der vielen Räume trifft er auf einen Schachspieler, der gedankenverloren Figuren auf das Brett stellt und sie mit einem Handstreich wieder vom Brett fegt. Ohne vom Brett aufzusehen, heißt ihn der Schachspieler näherzukommen und sich hinzusetzen. Harry erkennt auf dem Brett Figuren seines eigenen Lebens.

Er sieht, wie der Schachspieler sie anordnet, vom Brett fegt und wieder völlig neu anordnet: „Das zweite Spiel war dem ersten verwandt. Es war dieselbe Welt, dasselbe Material, aber die Tonart war verändert, das Tempo gewechselt, die Motive anders betont, die Situationen anders gestellt." Immer wieder baut der Schachspieler aus denselben Steinen völlig neue Welten. „Das ist Lebenskunst", sagt der Schachspieler in Hesses Roman, „Sie selbst mögen künftig das Spiel Ihres Lebens weiter gestalten und beleben, verwickeln und bereichern."

 

Na dann! Bereichern Sie Ihr Leben, indem Sie endlich aufhören. Das Aufhören tut oft richtig weh, hat aber einen großen Vorteil: Man kann endlich mit etwas anderem anfangen.

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
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